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Washington (Bundesstaat)

Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika

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Washington (engl. Aussprache [ˈwɒʃɪŋtən] ) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika und Teil der Westküstenstaaten und der Region Pacific Northwest. Er grenzt im Westen an den Pazifischen Ozean, im Süden an Oregon und im Osten an Idaho und teilt sich im Norden eine internationale Grenze mit der kanadischen Provinz British Columbia. Olympia ist die Hauptstadt des Bundesstaates, die bevölkerungsreichste Stadt ist Seattle. Weitere bedeutende Städte sind Tacoma, Vancouver und Spokane. Der nach George Washington benannte Staat wird oft Washington State genannt, um Verwechslungen mit dem Hauptstadtdistrikt Washington D.C. zu vermeiden.

Washington ist der achtzehntgrößte Flächenstaat und mit über 8 Millionen Einwohnern der dreizehntgrößte bevölkerungsreichste Bundesstaat. Der Großteil der Einwohner Washingtons lebt im Großraum Seattle, dem Zentrum für Verkehr, Wirtschaft und Industrie am Puget Sound, einer Bucht des Pazifischen Ozeans, die aus zahlreichen Inseln, tiefen Fjorden und von Gletschern geformten Buchten besteht. Der Rest des Staates besteht aus tiefen gemäßigten Regenwäldern, zahlreichen Gebirgszügen der Kaskadenkette, sowie einer halbtrockenen Beckenregion, die der intensiven Landwirtschaft gewidmet ist und den Osten des Staates dominiert. Aufgrund der Vielzahl von Nadelbäumen trägt der Staat den Spitznamen Evergreen State (deutsch Immergrüner Staat). Washington ist nach Kalifornien der bevölkerungsreichste Bundesstaat an der Westküste und in der gesamten westlichen Hälfte der Vereinigten Staaten. Der Mount Rainier, ein aktiver Stratovulkan, ist mit 4.389 Metern die höchste Erhebung des Bundesstaates und der topografisch markanteste Berg des Landes. Bekannt sind auch die Vulkane Mt. St. Helens, welcher 1980 ausbrach, sowie der Mt. Adams.

Der Bundesstaat entstand aus dem westlichen Teil des Washington-Territoriums, dessen Ansprüche vom Britischen Empire im Oregon-Vertrag von 1846 abgetreten wurden. Der größte Teil des Gebiets, aus dem später der Bundesstaat Washington hervorging, wurde von den indigenen Völkern der Region im Vertrag von Point Elliott 1855 abgetreten. Er wurde 1889 als 42. Bundesstaat in die Union aufgenommen. Als einer der wohlhabendsten und sozial liberalsten Bundesstaaten des Landes rangiert Washington regelmäßig unter den Spitzenreitern bei der Lebenserwartung und der Beschäftigungsquote. Er war einer der ersten Bundesstaaten (neben Colorado), der medizinisches und Freizeit-Cannabis legalisierte, gehörte zu den ersten, die die gleichgeschlechtliche Ehe einführten, und erlaubte bereits vor dem Urteil Roe v. Wade im Jahr 1973 legale Schwangerschaftsabbrüche auf Wunsch.

Washington ist ein führender Holzproduzent, der größte Erzeuger von Äpfeln, Hopfen, Birnen, Heidelbeeren, Spearmintöl und Süßkirschen in den USA und nimmt einen Spitzenplatz bei der Produktion von Aprikosen, Spargel, Trocken-Speiseerbsen, Weintrauben, Linsen, Pfefferminzöl und Kartoffeln ein. Viehzucht, tierische Erzeugnisse und die kommerzielle Fischerei – insbesondere von Lachs, Heilbutt und Grundfische – leisten ebenfalls einen bedeutenden Beitrag zur Wirtschaft des Bundesstaates. Washington steht bei der Weinproduktion an dritter Stelle. Zu den verarbeitenden Industrien in Washington zählen die Herstellung von Flugzeugen, Raketen, Schiffen und anderen Transportmitteln, die Lebensmittelverarbeitung, die Metall- und Metallproduktindustrie, die chemische Industrie sowie der Maschinenbau. Die prägendsten Unternehmen sind vor allem der Flugzeughersteller Boeing, der in Everett, nördlich von Seattle seine wichtigsten Produktionsstätten betreibt, sowie der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft, der in Redmond seinen Hauptsitz hat, und der Onlineversandhändler Amazon in Seattle.

Berühmte Persönlichkeiten aus Washington sind u. a. die Musiker Jimi Hendrix, Bing Crosby und Kurt Cobain, und die Microsoft-Gründer Bill Gates und Paul Allen.

Washington grenzt an den Pazifik im Westen, an die Bundesstaaten Oregon im Süden, Idaho im Osten und British Columbia (Kanada) im Norden. Die Grenze zu Kanada verläuft dabei bis auf die kanadische Insel Vancouver Island und die Juan-de-Fuca-Straße entlang des 49. Breitengrades (festgelegt im Oregon-Kompromiss). Die Südgrenze zum benachbarten Oregon verläuft größtenteils entlang des Columbia, im Osten verläuft die südliche Grenze dann entlang des 46. Breitengrades. Auch die östliche Grenze des Staates orientiert sich teilweise an einem Flussverlauf: Die Grenze zu Idaho wurde im äußersten Südosten des Staates festgelegt auf den Snake River. Nördlich des Zusammenflusses mit dem Clearwater River wurde die Grenze als derjenige Meridian definiert, der von diesem Zusammenfluss von Snake und Clearwater aus nach Norden verläuft. Dieser Meridian ist nicht – wie oftmals angenommen – exakt der 117. Längengrad, sondern liegt etwa drei Kilometer weiter westlich.

Washington ist geprägt durch den scharfen Kontrast zwischen Berg- und Küstenregion im Westen und den trockenen Gebieten im Osten des Staates. Die Küstenlage und die natürlichen Häfen bieten beste Möglichkeiten für den Überseehandel am Pazifischen Ozean, mit Kanada und mit Alaska. Die Hochwälder auf der Olympic-Halbinsel gehören zu den regenreichsten Gebieten der Erde. 52 % der Landesfläche des Bundesstaates sind von Nadelwäldern (Koniferen, Zedern) bedeckt. Östlich des Kaskadengebirges liegen die Halbwüsten des Landes, die gänzlich ohne nennenswerte Vegetation sind. Mount Rainier, ein schlafender Vulkan, ist mit 4392 m der höchste Berg des Staates.

Der Westen des Bundesstaates ist durch den Puget Sound geprägt, eine weit verzweigte und inselreiche Meeresbucht, die etwa 150 Kilometer in den Bundesstaat hineinreicht. Der Puget Sound ist über die Juan-de-Fuca-Straße mit dem Pazifischen Ozean verbunden. In der Meeresbucht liegen zahlreiche Inseln, unter anderen Fidalgo Island und Whidbey Island. Auch die San Juan Islands werden oftmals noch dem Puget Sound zugerechnet. Wesentlich kleinere Buchten im Südwesten des Bundesstaates sind die Willapa Bay und Grays Harbor.

Sämtliche Flüsse Washingtons entwässern in den Pazifischen Ozean. Der wichtigste ist der Columbia, der Washington auf einer Länge von etwa 1100 km durchfließt. Er entspringt in der kanadischen Nachbarprovinz British Columbia. Innerhalb Washingtons fließt er zunächst nach Süden und entwässert dabei den gesamten Osten Washingtons, über seine Nebenflüsse auch den Nachbarstaat Idaho sowie Teile von Oregon und Montana. Die wichtigsten Zuflüsse des Columbia sind Pend Oreille River, Spokane River, Okanogan River, Methow River, Wenatchee River, Yakima River, Snake River, Lewis River sowie Cowlitz River. Der Columbia ist der einzige Fluss, der die Kaskadenkette durchbricht. Die Schlucht, die Columbia River Gorge, wurde 1986 zum ersten U.S. National Scenic Area erklärt. Auf seinen letzten etwa 480 Kilometern bildet der Columbia die Grenze zu Oregon. Im unteren Flusslauf finden sich zahlreiche Inseln, unter anderen Tenasillahe Island und Puget Island.

Einige kleinere Flüsse entwässern den Westen des Bundesstaates. Dazu zählen der Skagit River, Snoqualmie River, Puyallup River und der Nisqually River, die in den Puget Sound münden, sowie Quinault River, Chehalis River und Willapa River, welche direkt in den Pazifik münden.

Der Columbia und seine Nebenflüsse eignen sich zur Gewinnung von Wasserkraft. Zu den durch Staudämme künstlich entstandenen Seen zählen der Franklin-Delano-Roosevelt-See, der Rufus Woods Lake, Ross Lake, Lake Bonneville, Moses Lake und der Riffe Lake. Der größte natürliche See des Bundesstaates ist der 81 km lange und bis zu 453 m tiefe Lake Chelan. Zweitgrößter See ist der Lake Washington bei Seattle. Der Bundesstaat gehört zur Großregion Pazifischer Nordwesten.

Die bis zu 4400 Meter hohe Kaskadenkette ist der prägende Gebirgszug Washingtons. Er ist vulkanischen Ursprungs und durchzieht den Staat von Nord nach Süd. Die Gebirgskette hat maßgeblichen Einfluss auf das Klima und damit die Flora und Fauna der Gebiete östlich der Kaskadenkette im Vergleich mit den Gebieten westlich davon. Schon bei den Ureinwohnern führten die unterschiedlichen Umgebungen in Verbindung mit der räumlichen Trennung durch den Gebirgszug zu einer Ausprägung von sehr unterschiedlichen Lebensstilen (Binnen-Salish und Küsten-Salish). Heute wird das Gebirge beispielsweise noch im Zusammenhang mit Wahlen als eine Art Trennlinie gesehen; während im Westen traditionell die Demokraten favorisiert werden, haben östlich der Kaskadenkette Politiker der Republikanischen Partei bessere Chancen.

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