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Waltraud von Mons

Heilige

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Waltraud von Mons (auch Waldetrudis, französisch Sainte Waudru), (* Anfang des 7. Jahrhunderts im heutigen Frankreich; † 9. April um 688 in Mons) ist eine Heilige der katholischen Kirche.

Waltraud (auch als Waldetrud bekannt) entstammte dem Königsgeschlecht der Merowinger. Ihre Eltern waren Walbert, Herzog von Lothringen und Graf vom Hennegau und die heilige Bertila (auch Bertilla vom Hennegau), ihre Schwester die heilige Adelgundis. Aus ihrer Familie gingen zahlreiche Heilige hervor, was damals ein Prestigetitel für zum Christentum bekehrte Adlige war und nicht genauer überprüft wurde, da es noch keine formelle Heiligsprechung gab und jeder hochgestellte Neuchrist, der Klöster gegründet oder geleitet hatte und nach dem Tod von Anhängern verehrt wurde, als Heiliger galt.

Waltraud wurde mit dem Grafen von Hennegau vermählt, Vinzenz Madelgar, einem Hofbeamten des Königs Dagobert I., der später ebenfalls als Heiliger verehrt wurde. Das Paar bekam vier Kinder, die alle ebenfalls Heilige wurden. Der Älteste war der heilige Landricus, der Abt der von seinem Vater gegründeten Klöster in Soignies und Hautmont in Nordfrankreich wurde, wahrscheinlich als Missionsbischof im Gebiet um Brüssel wirkte und um 700 starb. Das zweite Kind war die heilige Madelberta, die Äbtissin von Maubeuge wurde und 705 starb. Das dritte Kind war die heilige Adeltrud, die ihrer Tante Adelgundis als Äbtissin von Maubeuge folgte. Das vierte Kind war der heilige Dentelin, der schon im Alter von sieben Jahren starb.

Nachdem ihr Mann Vinzenz Madelgar in das von ihm selbst gegründete Kloster Hautmont bei Maubeuge eingetreten war, nahm Waltraud zwei Jahre danach um 656 selbst den Schleier und gründete in Castrilocus eine Benediktinerinnen-Abtei, um die herum die heutige Stadt Mons entstand. Wie damals üblich, leitete sie das Kloster selbst als Äbtissin. An Waltraud erinnert in Mons noch heute die gotische Stiftskirche Sainte-Waudru, in der sie beigesetzt wurde.

Die Legende besagt, dass Waltraud, bevor sie den Schleier nahm, von großer Gewissensangst befallen wurde, dass ihr Eintritt ins Kloster ihr als Unrecht ausgelegt werden könne. Ihr erschien aber ein Engel, der ihr Trost und Mut zusprach. Daraufhin ging sie ihren Weg mit solcher Treue und Standhaftigkeit, dass sich allenthalben der Ruf der Heiligkeit von ihr verbreitet habe. Auch die Gabe, vor allem kranke Kinder auf wundersame Weise zu heilen als auch Arme zu unterstützen, wobei sich die Gaben unter ihren Händen vermehrten, wurde ihr zugeschrieben.

Ihr Gedenktag ist der 9. April, in Mons wird die Übertragung ihrer Gebeine am 12. August gefeiert. Alljährlich zu Trinitatis werden ihre Reliquien anlässlich des Volksfestes Ducasse de Mons in einer großen Prozession durch Mons geführt.

Kirchen mit dem Waltraudpatrozinium kommen vereinzelt in Belgien vor:

St. Waudru (Mons), eine gotische Wallfahrtskirche von kathedralenhaften Ausmaßen

St. Waltraud (Herentals), eine reich ausgestattete Kirche im Stil der Brabanter Gotik

Die dem Namenstag entsprechende Bauernregel lautet:

Wenn der Kuckuck am 9. April nicht gesungen hat, ist er erfroren.

Bringt Genoveva (am 3. Januar) uns Sturm und Wind, so ist uns Waltraud oft gelind.

Die Heilige Waltraud gilt als Schutzpatronin der Stadt Mons. In Casteau trägt ein Heilbrunnen ihren Namen. Sie wird mit einem Kirchenmodell oder mit einem Mantel, mit dem sie ihre vier Kinder schützt, dargestellt.

H. Platelle, Que savons-nous au juste de sainte Waudru? In: Mélanges de science religieuse 44 (1987), 147–170;

Vera Schauber u. Hanns M. Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1993, 149.

A.-M. Helvétius, Abbayes, évêques et laïques. Une politique du pouvoir en Hainaut au Moyen Âge (VIIe-XIe siècle), Brüssel, 1994, 45–54

Fr. De Vriendt, Le dossier hagiographique de Ste Waudru, abbesse de Mons (IXe-XIIe s.), in Mémoires et publications de la Société des Sciences, des Arts et des Lettres du Hainaut, 98 (1996), 1–37

Fr. De Vriendt, La tradition manuscrite de la Vita Waldetrudis (BHL 8776–8777). Les mécanismes de propagation d'un récit hagiographique régional (IXe-XVe siècles), in Analecta Bollandiana, 117 (1999), 319–368.

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Waltraud von Mons | World in Stories