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Walther L. Bernecker

Deutscher Historiker und Romanist

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Walther Ludwig Bernecker (* 17. Juli 1947 in Dollnstein; † 18. Februar 2026 in Erlangen) war ein deutscher Romanist, Historiker und Professor für Auslandswissenschaft (Romanischsprachige Kulturen) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Bernecker verbrachte einen Teil seiner Kindheit mit seinem Bruder Peter in Dollnstein, bevor die Familie ins Baskenland nach San Sebastián übersiedelte. Nach dem Schulbesuch in San Sebastián, dem Abitur in Bilbao und dem Wehrdienst studierte Bernecker von 1968 bis 1973 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Geschichte, Germanistik und Hispanistik und legte in allen drei Fächern das erste Staatsexamen für das Gymnasial-Lehramt ab. Danach war er bis 1977 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Augsburg. Mit einer Arbeit zur Geschichte der sozialen Revolution in Spanien (1936–1939) (Anarchismus und Bürgerkrieg) wurde er 1976 an der Universität Erlangen-Nürnberg promoviert. Nach dem Lehramtsreferendariat und dem zweiten Staatsexamen war er von 1979 bis 1984 als Akademischer Rat erneut an der Universität Augsburg tätig, wo er sich 1986 habilitierte. Mit einem Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung war er 1984/85 Gastwissenschaftler am Center for Latin American Studies (bei John W. Boyer) an der University of Chicago.

Von 1986 bis 1988 übernahm er Lehrstuhlvertretungen an den Universitäten Bielefeld und Augsburg. 1988 wurde er als Professor auf den Lehrstuhl für Neuere Allgemeine Geschichte an der Universität Bern berufen. 1992 wechselte er auf den Lehrstuhl für Auslandswissenschaft (Romanischsprachige Kulturen) an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (WiSo) der Universität Erlangen-Nürnberg, den er bis zu seiner Emeritierung 2014 innehatte. Von 1995 bis 1998 war er Direktor des Zentralinstitut für Regionalforschung. Von 1996 bis 1998 war er Prodekan und anschließend bis 2001 Dekan der WiSo-Fakultät. 2002/03 war er in Nürnberg beurlaubt, um den Sonderlehrstuhl „Wilhelm und Alexander von Humboldt“ in Mexiko-Stadt zu übernehmen.

2005 ließ er sich mit seiner Frau Anni wieder in Dollnstein nieder.

Bernecker war Autor zahlreicher Publikationen zur spanischen, portugiesischen und lateinamerikanischen Geschichte. Seit seiner Dissertationsschrift Anarchismus und Bürgerkrieg befasste er sich in mehreren Artikeln mit dem Thema Anarchismus.

Bernecker war von 1996 bis 2012 Vorsitzender des Deutschen Spanischlehrerverbandes und von 2004 bis 2007 Präsident der internationalen Vereinigung der Spanischlehrerverbände (FIAPE). Er war Vorsitzender des Kuratoriums des Instituts für Fremdsprachen und Auslandskunde bei der Universität Erlangen-Nürnberg (seit 1995), Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der „Arbeitsgemeinschaft für Interkulturelle Begegnung“ (Bonn) sowie stellvertretender Vorsitzender von „Wirtschaft und Gesellschaft e. V.“ (Erlangen). Von 2007 bis 2009 leitete er das Bayerische Hochschulzentrum für Lateinamerika (BAYLAT).

Im Jahr 2007 wurde er für seine herausragenden Verdienste um die Erforschung der spanischen Geschichte und die Verbreitung der spanischen Sprache von König Juan Carlos I. von Spanien mit dem Komturkreuz des Orden de Isabel la Católica geehrt. Im Jahr 2009 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2011 wurde er ordentliches Mitglied der Academia Europaea.

Anarchismus und Bürgerkrieg. Zur Geschichte der sozialen Revolution in Spanien 1936–1939. Hoffmann und Campe, Hamburg 1978 (zugleich Dissertation, Universität Erlangen-Nürnberg 1976; Neuauflage: Verlag Graswurzelrevolution, Nettersheim 2006, ISBN 978-3-939045-03-8).

Spaniens Geschichte seit dem Bürgerkrieg (= Beck’sche schwarze Reihe. Band 284). C. H. Beck, München 1984, ISBN 3-406-09284-5 (2., neubearbeitete und erweiterte Auflage, ebenda 1988, ISBN 3-406-33230-7; 3., neubearbeitete und erweiterte Auflage, ebenda 1997, ISBN 3-406-42684-0; 4., unveränderte Auflage, ebenda 2010, ISBN 978-3-406-61114-8; 5., unveränderte Auflage, ebenda 2015, ISBN 978-3-406-66923-1; 6. Auflage, ebenda 2018, ISBN 978-3-406-71394-1).

Industrie und Außenhandel. Zur politischen Ökonomie Mexikos im 19. Jahrhundert (= Forschungen zu Lateinamerika. Band 13). Breitenbach, Saarbrücken/Fort Lauderdale 1987, ISBN 3-88156-388-1 (zugleich Teildruck der Habilitationsschrift, Universität Augsburg 1986).

mit H.-J. Fuchs, B. Hofmann, B. Schmidt, M. Scotti-Rosin, R. de la Vega u. a.: Spanien-Lexikon. Wirtschaft, Politik, Kultur, Gesellschaft. C. H. Beck, München 1990, ISBN 3-406-34724-X.

Krieg in Spanien 1936–1939. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-08021-1 (2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-19027-0).

als Herausgeber (1./2. Auflage: mit Josef Oehrlein; 3./4. Auflage: mit Klaus Dirscherl; 5. Auflage: alleine; 6. Auflage: mit Carlos Collado Seidel): Spanien heute. Politik, Wirtschaft, Kultur. Vervuert, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-89354-042-3 (2., aktualisierte Auflage, ebenda 1993, ISBN 3-89354-042-3; 3. Auflage, ebenda 1998, ISBN 3-89354-565-4; 4., vollständig neu bearbeitete Auflage, ebenda 2004, ISBN 3-89354-591-3; 5., vollständig neu bearbeitete Auflage, ebenda 2008, ISBN 978-3-86527-418-2; 6., vollständig neu bearbeitete Auflage, ebenda 2022, ISBN 978-3-96869-280-7).

Kleine Geschichte Haitis. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-518-11994-X.

als Herausgeber mit Hans Werner Tobler: Handbuch der Geschichte Lateinamerikas. Band 3: Lateinamerika im 20. Jahrhundert. Klett-Cotta, Stuttgart 1996, ISBN 3-608-91497-8.

Spanische Geschichte. Vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-43311-1 (2., erweiterte und aktualisierte Auflage, ebenda 2001, ISBN 3-406-48087-X; 4., aktualisierte Auflage, ebenda 2006, ISBN 3-406-48087-X; 5., erweiterte und aktualisierte Auflage, ebenda 2010, ISBN 978-3-406-48087-4; 6., aktualisierte Auflage, ebenda 2015, ISBN 978-3-406-48087-4).

Spanien-Handbuch. Geschichte und Gegenwart. A. Francke, Tübingen/Basel [2006?], ISBN 978-3-7720-8181-1.

Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert. C. H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60159-0.

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