Walter Rahn (* 10. Juli 1920 in Gießen; † 12. Januar 2015 in Wetzlar) war ein deutscher Generalapotheker des Heeres der Bundeswehr.
Rahn, Sohn eines Postsekretärs, besuchte ein Realgymnasium und legte 1939 das Abitur ab. Nach dem Reichsarbeitsdienst trat er am 1. Dezember 1939 als Reserveoffizieranwärter bei der Artillerie-Ersatz-Abteilung 251 in Meiningen in die Wehrmacht ein. Von April 1940 bis Januar 1941 war er Richtkreis-Unteroffizier im Artillerie-Regiment 401 in Frankreich und wurde am 1. August 1941 zum Leutnant der Reserve ernannt. Von September bis Oktober 1941 war er in der Führerreserve beim Oberkommando des Heeres, bevor er von November 1941 bis Februar 1942 die Umschulung zur Panzertruppe durchlief. Von März 1942 bis März 1943 war er Ausbildungsoffizier und Adjutant in der Panzer-Ausbildungs-Abteilung 15 in Sagan, von März 1943 bis Mai 1945 Ordonnanzoffizier und Abteilungs-Adjutant in der mit dem Panzerkampfwagen V Panther ausgerüsteten Panzer-Abteilung 51, später im I. Abteilung des Panzer-Regiments 15, wo er in den Räumen Charkiw, Krementschuk und Tscherkassy in der Sowjetunion sowie im Raum Jassy in Rumänien eingesetzt war. Von Mai 1944 bis März 1945 war er Kompanieführer, Kompaniechef und Abteilungsführer in der I. Abteilung des Panzer-Regiments 15 in den Räumen Südfrankreich, Belfort, Saarpfalz, Trier und Remagen. Im Juli 1944 wurde er zum Oberleutnant der Reserve ernannt. Von März 1945 bis Januar 1946 war er in Kriegsgefangenschaft der Vereinigten Staaten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Rahn von April 1946 bis April 1948 Praktikant in der Paracelsus-Apotheke in Groß-Umstadt. Von April 1948 bis Oktober 1951 studierte er Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg. Am 12. Oktober 1951 erfolgte die Approbation zum Apotheker. Danach war er von November 1951 bis Dezember 1957 Apotheker und Apothekerverwalter verschiedenen Apotheken in Wetzlar, Gießen und Dillenburg.
Am 2. Januar 1958 trat Rahn als Stabsapotheker in die Bundeswehr ein und war bis Juli Februar 1958 Offizier für Logistik (S 4) im Sanitätslehrbataillon in München und von Februar 1958 bis Dezember 1960 in gleicher Funktion im Sanitätslehrbataillon 10 in München. Von Januar 1961 bis Januar 1962 war er Apotheker an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München, von Januar 1962 bis September 1966 Dezernent und S 4 beim Deutschen Bevollmächtigten im Bereich der Northern Army Group der NATO in Mönchengladbach und von Oktober 1966 bis September 1977 Geräteinspizient, Dezernent und später Heeresapotheker im Heeresamt in Köln.
Rahn wurde im Oktober 1977 Inspizient Pharmazie und Sanitätsmaterial der Bundeswehr im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn und zum Generalapotheker befördert. Mit Ablauf des September 1980 wurde er in den Ruhestand versetzt.
Rahn erforschte das Sanitätswesen der Kaiserlichen Schutztruppe in den damaligen deutschen Kolonien, wozu er mehrfach Namibia bereiste und entsprechende Schriften verfasste. Er war ab 1941 verheiratet, hatte zwei Kinder und lebte zuletzt in Wetzlar.
1943: Panzerkampfabzeichen in Silber mit Einsatzzahl 25
1943: Verwundetenabzeichen in Schwarz
1944: Eisernes Kreuz I. Klasse
1980: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
Sanitätsdienst der Schutztruppe für Südwestafrika während der großen Aufstände 1904 – 1907 und der Kalahari-Expedition 1908 (= Traditionsverband ehemaliger Schutz- und Überseetruppen – Freunde der früheren deutschen Schutzgebiete e. V. [Hrsg.]: Beiträge zur deutschen Kolonialgeschichte. Band 9). 1997, ISSN 1430-6352.
Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 400.
Manfred Sadlowski (Hrsg.): Handbuch der Bundeswehr und der Verteidigungsindustrie. Wehr & Wissen, Koblenz/Bonn 1979, ISBN 3-8033-0293-5, S. 115.