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Walter Eschbach

Deutscher Mediziner und Hochschullehrer

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Walter Eschbach (* 29. April 1919 in Eschweiler; † 5. August 2004 in Aachen) war ein deutscher Facharzt für Gynäkologie und Geburtsmedizin sowie Hochschullehrer.

Der Vater von Walter Eschbach, Joachim Eschbach, war als Verwaltungsoberinspektor im öffentlichen Dienst tätig, während seine Mutter Emma Eschbach (geb. Dellny), den Haushalt führte.

Sein Bruder war der Schriftsteller Josef Eschbach und sein Neffe der Semiotiker Achim Eschbach, der mit der Japanologin Viktoria Eschbach-Szabo verheiratet war.

Schulische Ausbildung und Studium

Von 1929 bis 1938 besuchte Eschbach das Gymnasium (siehe Städtisches Gymnasium Eschweiler) in seiner Heimatstadt Eschweiler, wo er die allgemeine Hochschulreife erlangte. Im Jahr 1939, unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, begann er sein Medizinstudium an der Universität Leipzig, das er 1940 an der Universität Marburg fortsetzte. Dort absolvierte er 1944 das medizinische Staatsexamen und schloss im selben Jahr seine Promotion zum Doktor der Medizin ab. Seine Dissertationsschrift trug den Titel Über die Einwirkung von aromatischen Nitrokörpern aus den Abwässern der Sprengstoff-Industrie auf den Eiweißquotienten.

Kriegsdienst und erste berufliche Erfahrungen

In den letzten Kriegsjahren 1944 und 1945 wurde Eschbach als Lazarettarzt der Wehrmacht eingesetzt, zunächst in Pillau an der Ostsee, später in Cuxhaven.

Berufliche Entwicklung in der Nachkriegszeit

Nach Kriegsende begann Eschbach seine fachärztliche Ausbildung in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Von 1945 bis 1947 arbeitete er als Assistenzarzt an den Frauenkliniken in Hamburg-Altona bei Hans Hinselmann, der als Pionier der Kolposkopie galt, und darauf in Kassel, wo er weitere Erfahrungen in seinem späteren Fachgebiet sammelte.

Im Jahr 1947 wechselte er als Assistenzarzt an die Universitäts-Frauenklinik der Universität Rostock. Während seiner Zeit in Rostock, die bis 1953 dauerte, absolvierte er zwischen 1950 und 1951 auch eine Ausbildung am Pathologischen Institut der Universität, was ihm vertiefte Kenntnisse in der pathologischen Anatomie und Diagnostik verschaffte.

Habilitation und wissenschaftliche Qualifikation

Im Jahr 1952 habilitierte sich Eschbach an der Universität Rostock im Fach Geburtshilfe und Gynäkologie. Seine Habilitationsschrift behandelte ein für die Geburtshilfe relevantes Thema: Die Veränderungen am knöchernen Becken in Abhängigkeit von einem unterschiedlich hohen Sitz der Kyphose. Diese Arbeit befasste sich mit der Frage, wie Veränderungen der Wirbelsäule, insbesondere die Position einer krankhaften Krümmung (Kyphose), sich auf die Form und Funktion des knöchernen Beckens auswirken. Diese Fragestellung war von erheblicher praktischer Bedeutung für die Geburtsplanung und die Beurteilung möglicher Geburtskomplikationen.

1960 wurde er Mitglied der Medizinischen Fakultät der Charité der Humboldt-Universität zu Berlin.

Über seine mehr als drei Jahrzehnte währende wissenschaftliche Tätigkeit verfasste Eschbach zahlreiche Fachpublikationen zur gynäkologischen Onkologie, Kolposkopie und Krebsvorsorge, die in nationalen und internationalen Fachzeitschriften erschienen.

Wirken an der Robert-Rössle-Klinik

Im Jahr 1953 übernahm Eschbach die Position des Chefarztes und Leiters der poliklinischen und klinischen gynäkologischen Abteilung der Robert-Rössle-Klinik (siehe Zentralinstitut für Krebsforschung (Akademieinstitut)) der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin-Buch. Diese Position sollte er für über drei Jahrzehnte bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1984 innehaben. Die Robert-Rössle-Klinik, benannt nach dem bedeutenden Pathologen Robert Rössle, war eine renommierte Einrichtung der medizinischen Forschung und Versorgung in der DDR.

In dieser langen Schaffensperiode entwickelte Eschbach die gynäkologische Abteilung zu einer leistungsfähigen Einrichtung, die sowohl Routineversorgung als auch spezialisierte Behandlungen anbot. Die Verbindung zur Deutschen Akademie der Wissenschaften ermöglichte es ihm, klinische Arbeit mit wissenschaftlicher Forschung zu verbinden und moderne Behandlungsmethoden zu etablieren.

Er entwickelte dort das multidisziplinäre gynäkologische Tumor-Therapie-Prinzip, das verschiedene medizinische Fachrichtungen in der Behandlung gynäkologischer Tumorerkrankungen zusammenführte – ein Ansatz, der heute als Standard in der onkologischen Behandlung gilt.

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