An diesem Tag

Walt Disney

US-amerikanischer Animator, Produzent, Regisseur, Drehbuchautor, Synchronsprecher und Unternehmer, Gründer der Walt Disney Company (1901–1966)

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Walter Elias „Walt“ Disney (* 5. Dezember 1901 in Chicago, Illinois; † 15. Dezember 1966 in Burbank, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Trickfilmzeichner und Filmproduzent und eine der prägendsten und meistgeehrten Persönlichkeiten der Filmbranche des 20. Jahrhunderts.

Disney begann in den frühen 1920er Jahren mit seinem ersten Trickfilmstudio in Kansas City kurze Werbefilme und Cartoons zu produzieren, ehe er 1923 nach Hollywood ging und dort mit seinem Bruder Roy O. Disney die Walt Disney Company gründete. Nach weiteren Kurzfilmen, die sich auch der Mischung aus Trickfilm und Realfilm bedienten, folgte 1928 die Erfindung von Micky Maus, mit der Walt Disney innerhalb weniger Jahre zu einem der weltweit bekanntesten und erfolgreichsten Filmproduzenten wurde. In den 1930er Jahren entwickelte er den Zeichentrickfilm mit seinem Studio stets weiter, beispielsweise durch Ergänzung um Ton und Farbe, um schließlich 1937 mit Schneewittchen und die sieben Zwerge den ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm zu veröffentlichen, der heute als Meilenstein der Filmgeschichte gilt. Weitere dieser Filme wie Pinocchio (1940), Bambi (1942), Cinderella (1950) oder Dornröschen (1959) zählen ebenfalls zu den populärsten Werken des Zeichentrickgenres.

Im Laufe seiner Karriere entwickelte sich Walt Disney vom einfallsreichen Ideenfinder, der den Zeichentrickfilm perfektionieren wollte, zum beliebtesten Filmemacher Amerikas und zum „Märchenonkel der Nation“. Seine Filme waren bei einem breiten Publikum aller Altersgruppen beliebt und die von ihm erfundenen Cartoonfiguren Donald Duck, Pluto und andere wurden zu Kultfiguren der Unterhaltungsbranche. Mit dem 1955 eröffneten Vergnügungspark Disneyland erfüllte sich Walt Disney einen Lebenstraum und schuf den Beginn einer Reihe weiterer Disney-Parks auf der ganzen Welt. Zudem nutzte er als einer der ersten Filmproduzenten das aufkommende Fernsehen in den 1950er Jahren für die Präsentation neuer Filme und Serien sowie zur Werbung für die Werke seines Studios. Disney wurde mit insgesamt 26 Oscars ausgezeichnet, was bis heute unerreicht ist. Auch nach seinem Tod produzierten die Disney-Studios zahlreiche erfolgreiche Filme und Serien; der Name „Disney“ wurde zur international bekannten Marke für eine umfassende Auswahl an Produkten der Unterhaltungsindustrie.

Walter Elias Disney war das vierte von fünf Kindern des Bauunternehmers Elias Disney (1859–1941) und dessen Frau Flora Call (1868–1938). Sein Vater war Kanadier aus einer Familie irischer Herkunft, die deutschamerikanische Mutter stammte aus Ohio; sie hatten 1888 in Florida geheiratet, wo Elias Disney eine Zitrusplantage betrieb. Der Name Disney selbst stammt ursprünglich aus Isigny-sur-Mer in Frankreich, seine dortigen adligen Vorfahren hießen d'Isigny oder Deisigni. Nach einem wirtschaftlichen Misserfolg und der Geburt der ersten zwei Söhne Herbert und Raymond Disney zog die Familie nach Chicago, Illinois, wo Elias eine Stelle als Zimmermann annahm. Nach der Geburt von Roy, Walt und Ruth Disney übersiedelte die Familie 1906 nach Marceline (Missouri), wo sie eine erstandene Farm bewohnte und betrieb. Zu dieser Zeit entwickelte Walt zum ersten Mal Interesse am Zeichnen, nachdem er von einer Tante einen Zeichenblock geschenkt bekam. Da auch diese Farm mit dem Anbau von Obst bewirtschaftet wurde und der Obstmarkt einige Jahre später einbrach, musste Elias Disney die Farm 1910 verkaufen. Mit dem Erlös von 6000 Dollar kaufte er in Kansas City (Missouri) eine Zeitungsfirma, den Kansas City Star.

Um die Zeitungen an die Kunden zu liefern, hielt Elias Disney seine Söhne Roy und Walt zur Arbeit an. Sie mussten selbst im tiefsten Winter bei Temperaturen von bis zu −30 °C bereits um halb vier Uhr früh Zeitungen in der ganzen Stadt austragen und erhielten weder einen Lohn noch Taschengeld dafür. Um trotzdem etwas Geld zu verdienen, nahm Walt bereits in jungen Jahren mehrere kleine Nebenjobs an. So trat er 1914 unter anderem mit seinem Freund Walt Pfeiffer als Amateurkabarettist für zwei Dollar pro Abend auf. 1916 verkaufte sein Vater wiederum die Zeitung und siedelte erneut nach Chicago um, wo er in eine Marmeladenfabrik investierte. Walt blieb vorerst in Kansas City, um das Schuljahr zu beenden, und nahm das erste Mal Kunstunterricht an der ortsansässigen Kunstschule. Nebenbei arbeitete er als Limonaden- und Süßigkeitenverkäufer bei der Eisenbahn, ehe er im Herbst 1916 seiner Familie nach Chicago folgte. Auch dort hatte Walt zahlreiche Nebenjobs und besuchte dreimal pro Woche Kurse an der Kunstakademie, für die sein Vater bezahlte.

Angespornt durch den Dienst seines Bruders Roy bei der US-Armee im Ersten Weltkrieg, wollte auch Walt beim Militär dienen, wurde allerdings als zu jung abgewiesen. Ein Jahr später meldete er sich freiwillig als Fahrer für das Rote Kreuz in Frankreich, wo er über den Winter 1918/1919 als Ambulanzfahrer eingesetzt wurde. Auch hier verdiente er nebenbei einiges durch selbst angefertigte Zeichnungen und bemalte Jacken. Im Herbst 1919 kehrte Walt Disney mit dem Entschluss, Zeichenkünstler zu werden, in die Vereinigten Staaten zurück. Er ließ sich erneut in Kansas City nieder, wo auch sein Bruder Roy zu dieser Zeit lebte, und nahm einige Stellen als Zeichner in verschiedenen Zeitungen und Studios an. Bei einem dieser Jobs lernte er Ub Iwerks, einen Trickfilmzeichner und -techniker, kennen, mit dem er sich Anfang 1920 mit einem eigenen Zeichenstudio selbständig machte.

Mit einem Startkapital von 250 Dollar kauften Disney und Iwerks die notwendige Ausstattung und mieteten ein kleines Büro als Studio. Sie begannen kurze Werbefilme für Unternehmen zu zeichnen, bis Disney kurze Zeit später eine Anstellung in einer Werbeagentur bekam und Iwerks kurz darauf ebenfalls dort anfing. Da Disney den Anspruch hatte, den Zeichentrickfilm qualitativ zu verbessern, experimentierte er nebenbei stets damit, las Bücher über Film- und Bewegungsabläufe, entwickelte Ideen und fertigte eigene Entwürfe an. Seine ersten Cartoons, die er “Laugh-o-Grams” nannte und die in den Kinos von Kansas City als Vorfilme liefen, ermutigten ihn dazu, wieder in die Selbständigkeit zu gehen. So ließ er seine Firma, die er ebenfalls “Laugh-O-Gram” nannte, am 23. Mai 1920 offiziell eintragen.

In den folgenden Jahren produzierte das Studio einige Kurzfilme, u. a. nach Vorlagen wie Die Bremer Stadtmusikanten, Rotkäppchen oder Aschenputtel, die zwar verkauft wurden, allerdings nicht genügend Gewinn einbrachten. Auch die Stummfilme Alice’s Wonderland, welche die Kinderschauspielerin Virginia Davis in einem animierten Cartoonland zeigen, konnten die Firma nicht vor der Pleite retten. Nach einigen prekären Monaten, in denen Disney von seinem Bruder Roy finanziell unterstützt wurde und sich mit gelegentlichen Aufträgen über Wasser hielt, fasste er den Entschluss, nach Los Angeles zu ziehen und dort sein Unternehmen neu aufzuziehen. Für die Zugfahrt verkaufte er seine Kamera und reiste mit nur 40 Dollar in der Tasche nach Kalifornien.

Die ersten Wochen nach seiner Ankunft an der Westküste wohnte Disney bei einem Onkel und versuchte, seine Filme aus Kansas City diversen Filmvermietern anzubieten. Schließlich gelang es ihm, die Idee der Laugh-O-Gram-Filme dem Besitzer einer Kinokette zu verkaufen, der folgend eine ganze Serie davon bestellte. Kurz darauf interessierte sich die New Yorker Filmvermietung M.J. Winkler für die Alice-Filme und bot Disney 1.500 Dollar pro neuer Filmrolle an. Für die Produktion lieh sich Walt Disney erneut Geld von seinem Bruder Roy und diversen anderen Verwandten und mietete ein kleines Büro für 35 Dollar im Monat. Der Vertrag mit M.J. Winkler über zwölf Alice-Filme wurde am 16. Oktober 1923 unterzeichnet – dieser Tag gilt gleichzeitig als Gründung der Walt Disney Company.

Für die besagte Filmreihe Alice in Cartoonland übernahm Walt Disney persönlich sämtliche Arbeiten (Regie, Kameraführung, Zeichentrick) und investierte die Einkünfte stets in die Produktion des nachfolgenden Films. Dabei legte er großen Wert auf fortlaufende technische und qualitative Verbesserung der Filme; eine Eigenschaft, die auch zukünftig sein künstlerisches Schaffen als Filmproduzent prägen sollte. Im Juli 1924 zog auch Ub Iwerks von Kansas City nach Hollywood, um bei Walt Disney einzusteigen. Der Erfolg der Alice-Filme zeigte sich insbesondere ab der 7. Folge im selben Jahr, sodass der Vertrag mit M.J. Winkler gegen Mitte der 1920er Jahre noch zweimal verlängert wurde. Von dem Gewinn wurde ein neues, größeres Studio gebaut und Zeichner angestellt. Am 13. Juli 1925 heirateten Walt Disney und Lillian Marie Bounds (1899–1997) in Lewiston, Idaho. Das Paar hatte ein leibliches Kind, Diane Marie Disney (1933–2013), und die adoptierte Tochter Sharon Mae Disney (1936–1993).

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