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Waleri Fjodorowitsch Bykowski

Sowjetischer Kosmonaut

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Waleri Fjodorowitsch Bykowski (russisch Валерий Фёдорович Быковский, wiss. Transliteration Valerij Fëdorovič Bykovskij; * 2. August 1934 in Pawlowski Possad bei Moskau; † 27. März 2019 in Leonicha Ortsteil von Lossino-Petrowski bei Moskau) war ein sowjetischer Kosmonaut.

Nach Abschluss seiner Schulbildung 1951 studierte Bykowski an der Katschinsker Höheren Militärfliegerschule der sowjetischen Luftstreitkräfte, die er 1955 abschloss. Anschließend diente er als Kampfpilot.

1968 absolvierte er die Ingenieur-Fakultät der Militärakademie für Ingenieure der Luftstreitkräfte „Prof. N. J. Schukowski“ mit der Qualifikation als Flieger-Kosmonaut-Ingenieur. 1973 verteidigte er seine Dissertation auf dem Gebiet der autonomen kosmischen Navigation als Kandidat der technischen Wissenschaften.

Bykowski wurde 1960 in die erste sowjetische Kosmonautengruppe berufen, die aus 20 Kampfpiloten der Luftstreitkräfte bestand.

Bykowski gehörte zunächst nicht zu den sechs Kosmonauten, die ab Juni 1960 speziell für das Wostok-Raumschiff ausgebildet wurden. Als sich Walentin Warlamow am 24. Juli 1960 an der Halswirbelsäule verletzte, rückte Bykowski auf einen Platz unter den sechs für die ersten Flüge vorgesehenen Kosmonauten nach.

Waleri Bykowski war für den Flug von Wostok 3 im August 1962 als Ersatz für Andrijan Nikolajew vorgesehen. Er kam nicht zum Einsatz, war damit jedoch ein starker Kandidat für den nächsten Raumflug von Wostok 5. Missionsziel war ein Gruppenflug zusammen mit Wostok 6, das von einer Frau gesteuert werden sollte. Mit einer Flugdauer von etwa acht Tagen sollte ein Dauerrekord aufgestellt werden. Mitte Mai 1963 wurde Bykowski als Pilot von Wostok 5 bestätigt. Als Rufzeichen wählte er ястреб (jastreb; dt. Habicht).

Der Start von Wostok 5 erfolgte am 14. Juni 1963, das Raumschiff erreichte aber nicht die vorgesehene Umlaufbahn, sondern umkreiste die Erde in geringerer Höhe. Dadurch musste die geplante achttägige Mission verkürzt werden. Zwei Tage später startete Wostok 6 mit Walentina Tereschkowa (Rufzeichen Чайка (Tschaika – Möwe)). Die beiden Raumschiffe näherten sich bis auf eine Entfernung von fünf Kilometern. Nach weniger als fünf Tagen landete Bykowski in der Kasachischen Steppe in der Kasachischen Sowjetrepublik. Er hielt damit den Rekord für den damaligen längsten Alleinflug im Weltraum.

In der Zeit nach seiner Landung hielt Bykowski Vorträge im In- und Ausland. Er stand dabei propagandistisch stets im Schatten von Walentina Tereschkowa. Seine Vortragsreisen führten ihn u. a. in ost- und westeuropäische Staaten, nach Mexiko und in asiatische Länder.

Nachdem das Wostokprogramm abgeschlossen war, liefen zwei Programme parallel: das Woschodprogramm, das mit modifizierten Wostok-Raumschiffen spektakuläre Erstleistungen vollbrachte, und das Sojusprogramm, das als Fernziel eine bemannte Mondlandung hatte.

Bykowski wurde im Januar 1964 mit 15 weiteren Kosmonauten dem Sojusprogramm zugeordnet, kam aber dennoch zeitweise als Kommandant von Woschod 1 infrage.

Ab Herbst 1965 befand sich Bykowski in der Ausbildung für einen der beiden ersten Sojus-Flüge. Die Zuständigkeiten für die Mannschaftszuweisungen waren stets ein Streitpunkt zwischen dem Leiter der Kosmonautenausbildung Nikolai Kamanin und Sergei Koroljow, dem Leiter des Konstruktionsbüros, und später dessen Nachfolger, Wassili Mischin.

Im November 1966 wurde Bykowski als Kommandant von Sojus 2 nominiert. Bei diesem Flug sollten erstmals bemannte Raumschiffe aneinander ankoppeln; außerdem sollte ein Transfer von zwei Kosmonauten zu Sojus 1 stattfinden.

Im Dezember 1966 wurden konkrete Pläne für das Mondprogramm gemacht, wonach Bykowski als einer von drei Kandidaten als Kommandant für die erste Mondumrundung benannt wurde.

Bykowski sollte am 23. April 1967 zusammen mit Jewgeni Chrunow und Alexej Jelissejew mit Sojus 2A starten. Geplant war ein Rendezvous sowie die erste manuelle Kopplung zweier bemannter Raumschiffe mit Sojus 1. Dabei war der Umstieg von Chrunow und Jelissejew durch den offenen Raum geplant. Beide Raumschiffe sollten vier Tage in der Umlaufbahn bleiben. Bei Sojus 1 traten jedoch bereits kurz nach dem Erreichen des Orbits schwerwiegende Probleme der Bordenergieversorgung und des Lageregelungssystems auf, womit eine Kopplung unmöglich wurde. Daraufhin wurde der Start von Sojus 2A abgesagt.

Während Chrunow und Jelissejew weiter für ihren Ausstieg in der Erdumlaufbahn trainierten, bereitete sich Bykowski auf die kommenden Mondflüge vor. Nach dem Absturz von Sojus 1 verzögerten sich die notwendigen Konstruktionsänderungen, sodass erst im Oktober 1968 der nächste bemannte Sojusflug stattfand. Bykowski konnte sich gute Chancen ausrechnen, zusammen mit Nikolai Rukawischnikow den ersten Mondflug durchzuführen.

Nach den erfolgreichen amerikanischen Flügen von Apollo 8, Apollo 9, Apollo 10 und Apollo 11 wurde das sowjetische bemannte Mondprogramm abgesagt.

Die Sowjetunion konzentrierte sich auf Langzeitmissionen von Raumstationen in der Erdumlaufbahn. Bykowski war nun als Kommandant einer Besatzung vorgesehen, die voraussichtlich mit Sojus 14 an Saljut 1 ankoppeln sollte. Nach dem Unglück von Sojus 11 im Juni 1971 gab es jedoch weitere Verzögerungen im Programm.

Saljut 1 kam im Oktober 1971 geplant zum Absturz, drei weitere Raumstationen explodierten kurz nach dem Start oder konnten nicht stabilisiert werden. Waleri Bykowski kam nicht zum Einsatz.

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