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Vorarlberg

Bundesland Österreichs

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Vorarlberg ist ein Bundesland im Westen der Republik Österreich. Auch Ländle genannt, ist es das westlichste und flächen- sowie bevölkerungsmäßig zweitkleinste Bundesland Österreichs. Die Landeshauptstadt ist Bregenz.

In Vorarlberg werden im Alltag überwiegend hoch- und höchstalemannische Dialekte gesprochen (Vorarlbergerisch), welche, abgesehen von kleineren Sprachinseln in Tirol, im restlichen Österreich nicht vorkommen. Geografisch gesehen liegt das Land weitgehend im Einzugsgebiet des Rheins, während das Gebiet um Lech sowie das übrige Territorium Österreichs mit kleinen Ausnahmen in die Donau entwässert wird. Historisch war Vorarlberg der östlichste Teil Vorderösterreichs, wobei heute Vorarlberg der westlichste Teil Westösterreichs ist.

Der Name Vorarlberg (in Österreich normalerweise auf der zweiten Silbe betont: [foːɐ̯ˈaʀlbɛʀk], in Deutschland bisweilen auch auf der ersten: [ˈfoːɐ̯ʔaʁlbɛʁk]) leitet sich vom verkehrstechnisch ehemals wichtigen Arlbergpass ab. Aus Sicht des alten Reiches und der Stammburg der Habsburger im Kanton Aargau liegt das Gebiet „vor“ dem Arlberg. Der Name Vorarlberg wird seit Mitte des 18. Jahrhunderts für die zu einem Land zusammengewachsenen ehemaligen habsburgischen Besitzungen zwischen Alpenrhein und Arlberg verwendet.

Die Fläche Vorarlbergs wird im Allgemeinen mit 2.601,68 km² angegeben. Ohne die Fläche des Hohen Sees des Bodensees, der nach der in Österreich und Deutschland vorherrschenden Kondominiumstheorie völkerrechtlich von allen Anrainerstaaten gemeinsam verwaltet wird, beträgt die Landesfläche allerdings nur 2.596 km².

Das Land liegt zwischen dem Bodensee und dem Alpenrhein im Westen, den Lechtaler Alpen, dem Arlberg und der Verwallgruppe im Osten, den Gebirgszügen des Rätikons und der Silvretta im Süden und dem Allgäu im Norden. Die Gebirge nördlich des Klostertals und des Arlbergs werden zu den Nördlichen Kalkalpen gezählt.

Das Land liegt im Einflussbereich mehrerer Bruchzonen, die von der Drift der afrikanischen unter die eurasische Kontinentalplatte verursacht werden. Dadurch kommt es immer wieder zu spürbaren Erdbeben, sowohl mit Epizentren in Vorarlberg als auch vom Ausland her einstrahlend, vor allem aus der Schweiz. Solche Zonen liegen unter dem Rhein- und Klostertal, im Bereich des Spullersees sowie dicht unter der Erdoberfläche bei Lech und setzen sich in der Inntal-Scherzone nach Osten in Tirol fort. Im Durchschnitt aller etwa 30 Jahre gibt es in Vorarlberg ein kräftiges Beben, das zu leichten Gebäudeschäden führt. 1965 gab es ein Beben der Magnitude 4 bei Dalaas, 1992 eins mit Magnitude 4,3 (EMS 6 bis 7 = leichte bis mittlere Gebäudeschäden) mit Epizentrum bei Feldkirch und 1996 zwei ähnlich starke Beben unter Lech sowie 2016 eins mit M = 3,6 unter Klösterle. Ein Beben mit M = 3,3 am 20. März 1998 mit einem Epizentrum bei Bludesch wurde aufgrund der geringen Herdtiefe als starkes Beben (EMS = 5) wahrgenommen und lag noch unter der Schadensgrenze. Zuletzt erschütterten Anfang 2018 zwei bis nach Innsbruck und Basel wahrgenommene Beben mit einer Magnitude von jeweils 3,9, ausgehend von der Störung am Spullersee, Vorarlberg. Das Land ist in einer für Österreich gültigen Skala von 0 bis 4 zu etwa zwei Drittel in die Erdbebengefährdungszone 1 eingestuft, das westlich einer Linie Brandner Tal – Bludenz – Reuthe – Pfänder gelegene Drittel zählt zur Zone 2 („vereinzelt größere Gebäudeschäden“ möglich).

Das gebirgige Vorarlberg wird geographisch vor allem durch die Täler und deren Flüsse strukturiert:

Das Vorarlberger Rheintal (Alpenrhein) und der Walgau (Ill) sind die bevölkerungsreichsten Gebiete.

Weitere bewohnte Täler und deren Flüsse sind:

das Ebniter Tal (Dornbirner Ach)

der Bregenzerwald (Bregenzer Ach)

das Hochtannberggebiet oder Lechtal (Lech) in der Arlberg-Region

Liste der Täler in Vorarlberg: Bewohnte und unbewohnte Täler

Liste der Schluchten in Vorarlberg: Klammen, Schluchten und felsige Durchbrüche, oft am Ende von Seitentälern

Vorarlberg ist ein niederschlagsreiches Land. Die durchschnittliche Jahresniederschlagshöhe beträgt hier rund 1900 mm und ist somit etwa dreimal so hoch wie im Burgenland. Regional gibt es noch deutliche Schwankungen: In Bregenz beträgt der durchschnittliche Jahresniederschlag 1644 mm, im durch einige Gebirgsketten von der Nordwestanströmung geschützten Montafon weniger (Tschagguns: 1238 mm), am Bödele hingegen 2364 mm und in den Gipfellagen von Bregenzerwald und Lechquellengebirge waren es im Beobachtungszeitraum 1961 bis 1990 2700 mm bis 3000 mm. Die Gebiete um Warth und im Weststau des Arlbergs gelten als „Schneelöcher“, Damüls als das „schneereichste Dorf der Welt“. Hochwasser ist in Vorarlberg das Naturereignis mit dem größten Schadenspotential.

Vorarlberg wird in mehrere Großräume eingeteilt, die meistens verkehrstechnisch oder -planerisch zusammenhängen. Den wichtigsten dieser Großräume bildet das von Bregenz bis Feldkirch verlaufende Vorarlberger Rheintal, welches mit knapp 250.000 Einwohnern das größte Ballungszentrum Vorarlbergs darstellt. Damit konzentrieren sich rund zwei Drittel der Vorarlberger Bevölkerung auf dieses Gebiet im äußersten Westen des Landes.

Die zweitgrößte Region ist der Walgau mit rund 48.000 Einwohnern. Weitere Regionen sind der Bregenzerwald, das Montafon, die Bodensee­region inklusive Leiblachtal sowie das Große Walsertal. Eine geografische Besonderheit bildet das Kleinwalsertal, das verkehrsmäßig von Österreich aus nicht erreichbar und nur über Bayern zugänglich ist. Dennoch gehört es als „funktionale Enklave“ zum Bezirk Bregenz.

Ein Teil des Vorarlberger Rheintals und ein kleiner Teil des Walgaus werden auch in der Landesgrünzone zusammengefasst.

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