An diesem Tag

Volksbefreiungsarmee

Streitkräfte der Volksrepublik China

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Die Volksbefreiungsarmee (VBA, chinesisch 中國人民解放軍 / 中国人民解放军, Pinyin Zhōnggúo Rénmín Jiěfàngjūn, internationale Bezeichnung englisch People’s Liberation Army, PLA) sind die regulären Streitkräfte (Heer) der Volksrepublik China und das bewaffnete Organ der Kommunistischen Partei Chinas.

Gemäß dem Ranking von Global Firepower (2025) besitzt das Land die drittgrößte militärische Kapazität weltweit. Dabei sind nur die Kapazitäten zur konventionellen Kriegsführung enthalten.

Im Falle eines Krieges wird sie von der Bewaffneten Volkspolizei und der Volksmiliz unterstützt. Die chinesische Volksbefreiungsarmee ist das personell stärkste Militär der Welt und verfügt über Flugzeugträger und Kernwaffen. China ist ein Kernwaffenstaat nach dem Nichtverbreitungsvertrag.

Vorgeschichte und Entwicklung bis 1949

Die Kommunistische Partei Chinas formierte regulär organisierte bewaffnete Formationen erstmals zum Nanchang-Aufstand unter der Bezeichnung Rote Armee (紅軍 / 红军, hóngjūn). Bei diesem Aufstand versuchten die Kommunisten nach dem Ende der Ersten Einheitsfront einen zur Republik China konkurrierenden Staat aufzubauen. Der Aufstand scheiterte an der militärischen Überlegenheit der Kuomintang.

Die heutige Volksbefreiungsarmee führt in ihrer Traditionslinie den 1. August 1927 als ihr Gründungsdatum an. Im folgenden Bürgerkrieg verlegten sich die kommunistischen Verbände auf Guerillakrieg gegen die Kuomintang (KMT). Dabei operierten sie aus schwer zugänglichen, ländlichen Basisgebieten gegen die Nationalisten. Die Kommunisten verfolgten hierbei eine defensive Strategie mit dem Ziel, den feindlichen Kräften das Eindringen und die Besetzung zu ermöglichen, um sie dann bei günstiger Gelegenheit zu schlagen. Die Nationalisten gingen im folgenden Jahrzehnt mit Einkreisungs- und Unterdrückungsoperationen gegen die Kommunisten vor und verkleinerten deren Basisgebiete Schritt für Schritt.

Im Oktober 1934 starteten 86.000 verbliebene Parteimitglieder und Angehörige der Roten Armee den Langen Marsch von Jingxi nach Shaanxi, um sich dem Zugriff der KMT-Streitkräfte zu entziehen. Etwa 4.000 verbliebene Soldaten und Parteikader bauten in Yan’an eine neue Basis für ihre Bewegung auf. Während des Langen Marsches avancierte Mao Tse Tung zum politischen Führer der KPCh, dessen Personenkult auch die Rolle eines geniehaften Militärführers beanspruchte. In militärischen Dingen bestand ein gutes Arbeitsverhältnis Maos mit Zhu De, der als Stabsoffizier die notwendige militärische Qualifikation mitbrachte. Die Mobilisierung der Bauern und die erfolgreiche wirtschaftliche Versorgung der Armee auf dem Langen Marsch war ein prägendes Element der Revolution und legte den Grundstein für die große wirtschaftliche Bedeutung der Armee in den folgenden Jahrzehnten. Die VBA war seit Beginn gezwungen, die eigene Nahrungsmittelversorgung in eigener Regie zu garantieren.

Der Bürgerkrieg der Kuomintang mit der Roten Armee wurde ab dem Jahr 1937 durch den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg unterbrochen, der bis zum Jahr 1945 andauerte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs flammten die Kampfhandlungen zwischen den Kommunisten und der Kuomintang wieder auf. Ab 1948 erlaubte es die militärische Situation den Kommunisten, vom Guerillakrieg zu regulären Militäroperationen überzugehen. Im Jahr 1949 floh die Kuomintang und errichtete auf Taiwan die Republik China. Auf dem Festland gründeten die Kommunisten die Volksrepublik China.

Siehe auch: Zweiter Japanisch-Chinesischer Krieg (1937–1945)

Gründung und Aufbaujahre der Streitkräfte der VR China

Am 1. Oktober 1949 wurde die Rote Armee in Volksbefreiungsarmee umbenannt. Sie umfasste zu diesem Zeitpunkt 5,5 Millionen Soldaten und war in fünf voneinander unabhängig operierende Feldarmeen aufgeteilt. Die ersten Seestreitkräfte wurden im Frühjahr 1949 in Dienst gestellt. Die Luftstreitkräfte der Volksrepublik China wurden im November 1949 aufgestellt. Bei beiden dieser Teilstreitkräfte griff die Volksrepublik auf Personal und Material der besiegten Kuomintang zurück. Ebenso gingen einige japanische Flugzeuge in den Besitz der Volksrepublik China über. Im Zuge des Chinesisch-Sowjetischen Freundschaftsvertrags von 1950 orientierte sich die VR China an der verbündeten Sowjetunion, um die Volksbefreiungsarmee zu organisieren.

Während des Koreakriegs sicherte die chinesische Militärintervention die Existenz Nordkoreas. Die Volksbefreiungsarmee hatte dabei rund eine Million Verluste, davon rund die Hälfte Gefallene, zu beklagen.

Im Jahr 1954 wurde ein Verteidigungsministerium errichtet. Peng Dehuai als Minister setzte sich eine Professionalisierung der Volksbefreiungsarmee zum Ziel. Ebenso forderte er eine Abschaffung des dualen Kommandos zwischen militärischem Führer und Politoffizier, konnte sich aber gegen Mao nicht durchsetzen. Im Jahr 1955 wurden reguläre militärische Ränge eingeführt. Trotz des Koreakriegs wurde die Volksbefreiungsarmee bis zum Jahr 1952 auf rund 3 Millionen Mann verkleinert. Bis zum Jahr 1957 erfolgte eine Reduzierung auf 2,2 Millionen Soldaten.

Chinesisch-sowjetisches Zerwürfnis (1950–1980)

Die Sowjetunion sicherte Hilfen beim Aufbau des chinesischen Nuklearwaffenpotenzials zu. Das sollte die Überlassung von wissenschaftlichen Daten und Spezialisten sowie die Weitergabe einer funktionsfähigen Atombombe umfassen. Letzteres wurde nie umgesetzt. Mit der Machtübernahme von Nikita Chruschtschow kühlte sich das chinesisch-sowjetische Verhältnis ab. 1960 zog die Sowjetregierung ihre letzten Nuklearspezialisten aus China ab.

Im Oktober 1964 erfolgte der erste erfolgreiche Kernwaffentest Chinas. Wenige Monate zuvor hatte die Volksbefreiungsarmee mit der Dongfeng 2 ihre erste eigenentwickelte Boden-Boden-Rakete getestet. Im Juli 1966 gründete die Volksbefreiungsarmee mit dem 2. Artilleriekorps ihre eigenen strategischen Raketentruppen. Im Juni 1967 erfolgte der erste Test einer Wasserstoffbombe. In den 1960er Jahren erfolgte auch der planmäßige Aufbau militärischer Industriekapazitäten in den Binnenprovinzen des Landes mit dem Ziel, die möglichen Schäden eines Atomkrieges für die Kriegsindustrie zu minimieren.

Die Volksrepublik China erklärte am 16. Oktober 1964 ihren Verzicht auf den Ersteinsatz und bestätigte diesen am 5. April 1995 und im Juni 2005.

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