Volker Lechtenbrink (* 18. August 1944 in Cranz, Ostpreußen; † 22. November 2021 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur, Intendant sowie Liedtexter und Sänger. Er wurde 1959 durch den Antikriegsfilm Die Brücke bekannt.
Neben zahlreichen Rollen in Fernsehserien und -filmen (darunter Alle meine Tiere, Derrick und Tatort) spielte Lechtenbrink regelmäßig an renommierten Theaterbühnen. Von 1995 bis 1997 war er Intendant der Bad Hersfelder Festspiele sowie von 2004 bis 2006 des Ernst-Deutsch-Theaters in Hamburg, wo er auch Regie führte.
Ab den 70er-Jahren arbeitete er auch als Sänger. Obwohl er oft dem Schlager zugeordnet wurde, basierten seine Stücke häufig auf deutschen Adaptionen von Country-Songs oder Chansons, die er vorwiegend im Sprechgesang vortrug.
Lechtenbrinks Familie stammte aus Bremen. Sein Vater war Angestellter bei der Deutschen Shell und während des Zweiten Weltkriegs nach Cranz in Ostpreußen versetzt worden, wo Volker Lechtenbrink 1944 geboren wurde. Er wuchs sieben Jahre lang in Bremen und dann in Hamburg auf, wo er die Gelehrtenschule des Johanneums besuchte.
Bereits als Kind war er Hörspielsprecher und übernahm unter anderem 1955 in der Vertonung von Astrid Lindgrens Klassiker Mio, mein Mio die Hauptrolle. Als 14-Jähriger spielte er in dem international beachteten Film Die Brücke (1959, Regie Bernhard Wicki) mit. Von 1962 bis 1963 verkörperte er in der Fernsehserie Alle meine Tiere an der Seite von Gustav Knuth und Tilly Lauenstein deren Sohn Ulli.
Er besuchte nach der Mittleren Reife eine Schauspielschule in Hamburg und hatte danach Engagements an Theatern. Lechtenbrink war von 1995 bis 1997 Intendant der Bad Hersfelder Festspiele und von August 2004 bis Juli 2006 am Hamburger Ernst-Deutsch-Theater, wo er auch als Regisseur tätig war. Ab November 2006 stand er dort zum ersten Mal gemeinsam mit seiner jüngsten Tochter Sophie in dem Stück Dr. med. Hiob Praetorius von Curt Goetz auf der Bühne.
Zwischenzeitlich trat er in zahlreichen Fernsehfilmen und -serien auf, unter anderem in Der Kommissar, Der eiserne Gustav, Ein Fall für zwei, Derrick, Die Männer vom K3, Großstadtrevier, Glückliche Reise, Der Alte, Siska, Tatort und SOKO Leipzig.
In der ZDF-Fernsehserie M.E.T.R.O. – Ein Team auf Leben und Tod spielte er an der Seite von Ursula Karven und Michael Roll den Chefarzt einer Hamburger Tropenklinik. Auch Verfilmungen der beliebten Rosamunde-Pilcher- und Inga-Lindström-Reihe gehörten zu seinem Repertoire als Schauspieler. Als Synchronsprecher lieh Lechtenbrink Kris Kristofferson, Avery Brooks, Dennis Quaid und vielen anderen seine markante Stimme.
1976 nahm er seine erste Langspielplatte als Sänger auf. Der Titelsong Der Macher (Coverversion des Titels The Taker von Kris Kristofferson) wurde zu einem Erfolg. Weitere Lieder folgten, zu denen er meist selbst die Texte schrieb. Auch für andere Künstler, zum Beispiel Peter Maffay, war er als Texter tätig. Ebenso schrieb er den Text für den deutschen Beitrag Rücksicht zum Eurovision Song Contest 1983, mit dem die Brüder Hoffmann & Hoffmann den 5. Platz unter 20 Teilnehmern erreichten. Obwohl Lechtenbrink in Radio- und Fernsehformaten oft dem Schlagerbereich zugeordnet wurde, zeichneten sich seine Titel vor allem durch Einflüsse aus Country-Musik, Chanson und Deutschrock aus. Seine Veröffentlichungen basierten häufig auf deutschen Adaptionen US-amerikanischer Country-Stars wie Kris Kristofferson, Johnny Cash oder Kenny Rogers, wobei er meist narrative Texte im Sprechgesang vortrug.
1979 bekam er beim Saarländischen Rundfunk eine eigene Fernsehshow mit dem Titel Live: Volker Lechtenbrink. Anfang der 1980er Jahre war er als Sänger und Sprecher in einem Werbespot für Malzkaffee (Caro, ich mag dich) zu hören, für den sein Lied Ich mag umgeschrieben wurde. In der Folge Irgendwann … der Krimiserie Ein Fall für zwei spielte Lechtenbrink 1987 eine Hauptrolle und komponierte auch den gleichnamigen Song für die Folge. Lechtenbrink stand letztmals im Herbst 2018 für den im Januar 2020 ausgestrahlten ARD-Fernsehfilm Viele Kühe und ein schwarzes Schaf in der Rolle eines pensionierten Lehrers vor der Kamera.
Lechtenbrink war im September 1983 in einen Auffahrunfall mit mehreren Autos auf der A 7 mit Todesfolge verwickelt und wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Er wurde im März 1985 freigesprochen.
Lechtenbrink war ab 2015 in fünfter Ehe mit einer Heilpraktikerin verheiratet und wohnte in Hamburg.
Aus früheren Beziehungen stammen ein Sohn und zwei Töchter, darunter die Schauspielerin Sophie Lechtenbrink und eine mit seiner Schauspielkollegin Anja Topf. Er war von 1997 bis 2009 mit der Schauspielerin und Regisseurin Jeannette Arndt verheiratet.
Volker Lechtenbrink starb im November 2021 im Alter von 77 Jahren in Hamburg nach einem langen Krebsleiden. Seine Urne wurde im Ruhewald am Prökelmoor auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf bestattet.
2007 wurde Lechtenbrink für Die Brücke als „Bester Interpret“ mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.
2010 erhielt er für seine Darstellung in Frost/Nixon in den Hamburger Kammerspielen den Rolf-Mares-Preis.
2011 wurde er zum Ehren-Schleusenwärter in Hamburg gewählt.
2014 wurde er mit der Biermann-Ratjen-Medaille der Stadt Hamburg ausgezeichnet.