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Volker Klotz

Deutscher Literaturwissenschaftler, Theaterkritiker und Dramaturg

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Volker Klotz (* 20. Dezember 1930 in Darmstadt; † 31. Mai 2023 in Stuttgart) war ein deutscher Literaturwissenschaftler, Theaterkritiker und Dramaturg.

Nachdem Volker Klotz das Ludwig-Georgs-Gymnasium in seiner Heimatstadt absolviert hatte, studierte er Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte an der Universität Frankfurt am Main. Dort war er ein Schüler von Kurt May und gehörte zum Kreis um dessen damaligen Assistenten Walter Höllerer. Er promovierte 1959 mit der Schrift Geschlossene und offene Form im Drama. Anschließend wurde er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Walter Höllerers an der Technischen Universität Berlin, wo er sich 1968 mit einer Arbeit über Die erzählte Stadt – ein Sujet als Herausforderung des Romans von Lesage bis Döblin habilitierte.

Als Gastprofessor lehrte er 1969/70 in Stockholm. Von 1971 bis 1995 war Klotz Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Stuttgart. Er hatte regelmäßige Gastprofessuren und regelmäßige Vortragsreisen über das Goethe-Institut, unter anderem in England, Frankreich, Skandinavien sowie in Marokko und Tunesien. Daneben war er als Opern- und Schauspielkritiker sowie dramaturgischer Mitarbeiter in Wien (Burgtheater, Volksoper, Gruppe 80) tätig. Entsprechend aktiv war er auch in Mannheim, Bremen Tübingen, Erfurt, Nordhausen, Münster und Stuttgart. Seit 1995 war Klotz emeritiert.

Klotz’ Monographie Geschlossene und offene Form im Drama entwickelte sich zum Standardwerk und erschien von 1960 bis 1996 in 14 Auflagen. Sie hatte großen Einfluss auf die Dramenforschung. Klotz stellt darin zwei gegensätzliche Formen von Dramen einander gegenüber, die auf der Unterscheidung zwischen offener und geschlossener Form in der Bildenden Kunst durch den Kunsthistoriker Heinrich Wölfflin beruhen.

Als Standardwerke gelten auch seine Geschichte des europäischen Kunstmärchens von der Renaissance bis zur Moderne (1985) sowie das Operettenbuch von 1991. Letzteres will er ganz bewusst nicht als „Operettenführer“ verstanden wissen. Die Operette wird darin als eine verkannte, „unerhörte“ Gattung charakterisiert, als ein im besten Fall dramaturgisch wie musikalisch „aufsässiges Bühnenstück, das wider erstarrte und verhockte Lebenshaltungen“ anrennt.

Volker Klotz war Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Er lebte in Stuttgart und Wien. Zu seinem Geburtstag 2010 würdigte die FAZ sein Leben und Wirken.

Klotz’ Nachlass befindet sich im Literaturarchiv der Akademie der Künste in Berlin. Seine Nachlassbibliothek und seine umfangreiche Operettenbibliothek (Partituren, Klavierauszüge, Libretti) zählen zu den Beständen der Bibliothek der Akademie der Künste.

Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor (1994)

Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay (2002)

Bertolt Brecht. Versuch über das Werk (1957, 7. erw. Aufl. 2011)

Geschlossene und offene Form im Drama (1960, 14. Aufl. 1996)

Die erzählte Stadt. Ein Sujet als Herausforderung des Romans (1969, 2. Aufl. 1987)

Bühnenbriefe. Kritiken und Essays zum Theater (1972)

Dramaturgie des Publikums. Wie Bühne und Publikum aufeinander eingehen, insbesondere bei Raimund, Büchner, Wedekind, Horváth, Gatti und im politischen Agitationstheater (1976)

Abenteuer-Romane (Sue, Dumas, Ferry, Retcliffe, May, Verne) (1979, 2. Aufl. 1987)

Bürgerliches Lachtheater. Komödie – Posse – Schwank – Operette (1980, 2. Aufl. 1987)

Das europäische Kunstmärchen. Fünfundzwanzig Kapitel seiner Geschichte von der Renaissance bis zur Moderne (1985, 3. Aufl. 2002)

Operette. Portrait und Handbuch einer unerhörten Kunst (1991, 3. erw. und aktualisierte Aufl. 2004)

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