An diesem Tag

Volker Bouffier

Deutscher Politiker (CDU), Ministerpräsident a.D. Hessen

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Volker Bouffier (Aussprache [ˈfɔlkɐ bʊˈfjeː], * 18. Dezember 1951 in Gießen) ist ein ehemaliger deutscher Politiker (CDU) und war von 2010 bis 2022 Ministerpräsident des Landes Hessen.

Bouffier entstammt einer Hugenottenfamilie. Der Vater war Jurist. Nach dem Abitur 1970 an der Herderschule in Gießen absolvierte Bouffier ein Studium der Rechtswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, das er 1975 mit dem Ersten juristischen Staatsexamen beendete. Sein Zweites juristisches Staatsexamen legte er 1977 ab. Von 1975 bis 1978 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Öffentliches Recht der Universität Gießen, danach wurde er als Rechtsanwalt zugelassen. Von 1984 bis Ende 2021 hatte er eine Zulassung als Notar, seit 1999 war er zudem Fachanwalt für Familienrecht.

In seiner Jugend war er bis zu einem schweren Autounfall Basketballer des MTV Gießen und Jugendnationalspieler.

1999 ermittelte die Gießener Staatsanwaltschaft gegen Bouffier wegen des Verdachts auf Parteiverrat. Zwischen 1997 und 1999 hatte Bouffier in einem Ehescheidungsverfahren sowohl den Ehemann als auch später dessen Ehefrau juristisch beraten. Im August 1999 wurde das Ermittlungsverfahren gemäß § 153a der Strafprozessordnung gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 8000 DM eingestellt. Da es kurz zuvor ein Treffen zwischen dem Oberstaatsanwalt, dessen Mitarbeitern und dem Staatssekretär im Hessischen Justizministerium gegeben hatte, veranlasste die Opposition im Landtag die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Klärung der Umstände der Verfahrenseinstellung. Während CDU und FDP Bouffier entlasteten, beanstandeten SPD und Bündnis 90/Die Grünen eine unangebrachte Einflussnahme.

Bouffier ist gemeinsam mit Thomas Wolf Inhaber der Anwaltskanzlei Bouffier & Wolf in Gießen, übte jedoch während seiner Zeit als Ministerpräsident seine Tätigkeit als Rechtsanwalt nicht aus.

Im Sommer 2024 veröffentlichte Volker Bouffier zusammen mit dem Wetzlarer Elektronikmusiker Thomas Albertsen (Globotom) die Single "Ein offenes Herz" mit Ambient Post-Rock und Textpassagen aus Johann Wolfgang von Goethes "Werther".

Von Dezember 2024 bis Juni 2025 war Bouffier Mitglied des Vorstands des Deutschen Olympischen Sportbunds.

Volker Bouffier ist evangelisch. Er ist mit der gelernten Radiologieassistentin und ehemaligen CDU-Kreistagsabgeordneten Ursula Bouffier verheiratet, mit der er zwei gemeinsame erwachsene Söhne hat. Seine Tochter stammt aus erster Ehe. Bouffier stammt aus einer politischen Familie: Sein Großvater Robert Ferdinand August Bouffier (1883–1971) war Mitbegründer der CDU in Gießen, sein Vater Robert Bouffier (1920–1999), ein Rechtsanwalt, CDU-Kommunalpolitiker und seine Schwester Karin Bouffier-Pfeffer (* 1958) Stadträtin im Magistrat von Gießen. Sein Sohn Frederik Bouffier (* 1990) ist für die CDU Mitglied des Bundestags, zuvor des Hessischen Landtags und der Gießener Stadtverordnetenversammlung. Sein jüngster Sohn Volker jun. ist Staatsanwalt und ebenfalls für die CDU Mitglied der Gießener Stadtverordnetenversammlung. Seine Mutter war Donauschwäbin aus Nova Pazova (Neu-Pasua) in Jugoslawien (heute Serbien), die am Ende des Zweiten Weltkriegs das Land verlassen musste.

Anfang 2019 wurde bei Volker Bouffier Hautkrebs im Bereich der Nase diagnostiziert, der mit ambulanten Strahlen- und Chemotherapien in der Uniklinik Marburg erfolgreich behandelt wurde. Nach einem mehrwöchigen abschließenden Rehaaufenthalt in Süddeutschland nahm er im Mai 2019 seine Regierungsgeschäfte wieder in vollem Umfang auf.

Bouffier engagierte sich zunächst in der Jungen Union, deren hessischer Landesvorsitzender er von 1978 bis 1984 war.

Seit 1978 gehört er dem Landesvorstand der CDU Hessen an und war von 1991 bis zum 12. Juni 2010 stellvertretender Landesvorsitzender. Nach dem Rückzug von Roland Koch aus allen politischen Ämtern schlug dieser Volker Bouffier als Nachfolger für den CDU-Landesvorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten vor. Bouffier übte den Landesvorsitz schließlich parallel zu seiner Amtszeit als Ministerpräsident von 2010 bis 2022 aus. Koch empfahl der CDU-Bundesspitze um Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende Angela Merkel Bouffier als seinen Nachfolger in der Funktion als stellvertretenden Bundesvorsitzenden.

Am 12. Juni 2010 wählten die Delegierten des 103. Landesparteitages Bouffier zum Vorsitzenden des Landesverbandes der CDU Hessen. Der Landtag wählte ihn am 31. August 2010 zum hessischen Ministerpräsidenten. Am 15. November 2010 wurde Bouffier auf dem 23. CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe mit 85,1 Prozent erstmals zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt und am 4. Dezember 2012 in Hannover mit 83,0 Prozent in dieser Position bestätigt.

Von 1987 bis zum 13. Februar 2004 war er außerdem Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Gießen dessen Ehrenvorsitzender er seither ist. Ihm folgte Helge Braun.

Auf dem 105. Landesparteitag wurde er zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 22. September 2013 nominiert. Unter ihm als Wahlsieger wurde die erste Schwarz-Grüne Koalition (Kabinett Bouffier II) in einem deutschen Flächenstaat gebildet.

Bouffier war von 1979 bis 1993 Stadtverordneter in Gießen. Von 1979 bis 1999 gehörte er dem Kreistag des Landkreises Gießen an.

Von 1982 bis 1987 und von 1991 bis 2022 war er durchgehend Mitglied des Hessischen Landtages. Hier war er von 1993 bis 1999 stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Seinen Wahlkreis Gießen II gewann er 2009 mit 42,6 Prozent der Erststimmen. Auch bei der Landtagswahl 2013 kandidierte er wieder im Wahlkreis Gießen II und damit erneut gegen Thorsten Schäfer-Gümbel, der erstmals in seinen Funktionen als SPD-Landesvorsitzender und Spitzenkandidat seiner Partei antrat. Dennoch verteidigte Bouffier das Direktmandat mit 46,9 Prozent zu 39,3 Prozent für Schäfer-Gümbel. Bei der Landtagswahl 2018 konnte er sein Direktmandat erneut gegen Schäfer-Gümbel verteidigen. Am 31. Mai 2022 legte Bouffier zeitgleich mit seinem Ministerpräsidentenamt auch sein Landtagsmandat nieder. Für ihn rückte Eva Kühne-Hörmann nach.

Ämter in der Hessischen Landesregierung

Von 1987 bis 1991 gehörte Bouffier als Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Justiz der von Ministerpräsident Walter Wallmann geführten Landesregierung an.

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