Volker Beck (* 12. Dezember 1960 in Stuttgart) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er war von 1994 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Beck war zeitweise rechtspolitischer, menschenrechtspolitischer, innenpolitischer, religionspolitischer sowie migrationspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Von 2002 bis 2013 war er ihr Erster Parlamentarischer Geschäftsführer. Von 2014 bis zu seinem Ausscheiden 2017 war er Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages. Seit 2022 ist er Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.
Volker Beck wurde im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt geboren. Nach dem Abitur 1980 in Sindelfingen und folgendem Zivildienst studierte Beck Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik an der Universität Stuttgart, beendete sein Studium jedoch nach vier Jahren ohne Abschluss.
Nach 16-jähriger Beziehung ging Beck mit seinem Partner Jacques Teyssier, einem Manager und LGBT-Aktivisten, im Jahr 2008 eine Lebenspartnerschaft ein. Teyssier starb im Juli 2009. Am 14. Juli 2017 begründete Beck beim Standesamt Schöneberg eine Lebenspartnerschaft mit dem Architekten Adrian Petkov. Am 1. Oktober 2017, dem Tag des Inkrafttretens des Gesetzes zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts in Deutschland, an dessen Zustandekommen er maßgeblich beteiligt war, wandelten sie diese in eine Ehe um.
Beck bezeichnet sich als Christ ohne Kirchenmitgliedschaft.
Politisch war Beck Anfang der 1980er Jahre in der Friedensbewegung aktiv, engagierte sich für den Volkszählungsboykott und trat 1985 den Grünen bei. 1986 wurde er in den Kreisvorstand der Grünen in Stuttgart gewählt. Von 1987 bis 1990 war er Schwulenreferent bei der Bundestagsfraktion der Grünen. Bis 1994 war Beck auch Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Schwulenpolitik seiner Partei. Volker Beck war bis 2013 Mitglied des Parteirates von Bündnis 90/Die Grünen.
2010 führte er die Sondierungsgespräche und die rot-grünen Koalitionsverhandlungen in Nordrhein-Westfalen, 2011 in Rheinland-Pfalz, 2012 (nach der vorgezogenen NRW-Landtagswahl im Mai 2012) erneut in Nordrhein-Westfalen.
1986 beteiligte sich Beck an Aktionen gegen die AIDS-Politik von Peter Gauweiler. Beck war Mitglied im Bundesverband Homosexualität (BVH) und arbeitete nach der Wende an der Erweiterung des „Schwulenverbands in der DDR“ zum „Schwulenverband in Deutschland“ (SVD) mit. Von 1991 bis 2004 fungierte er als einer der Sprecher dieses mittlerweile größten lesbisch-schwulen Bürgerrechtsverbands, der sich als LSVD auch Lesben geöffnet hat. Um ehemaligen NS-Zwangsarbeitern einen finanziellen Ausgleich zukommen zu lassen, gründete der Deutsche Bundestag 2000 unter Federführung von Volker Beck und Otto Graf Lambsdorff die Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft. Die Stiftung zahlte bis 2007 Entschädigungen an 1,7 Millionen Zwangsarbeiter aus mehr als 100 Ländern. Beck ist Mitglied und teilweise Sprecher verschiedener Menschenrechts- und Opferorganisationen. Er ist u. a. Mitglied des Bürgerkomitees alternative Ehrenbürgerschaft, das in Köln die „alternative Ehrenbürgerschaft“ vergibt. Im Juni 2022 wurde er zum Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewählt. Beck ist Gründungsmitglied der Experteninitiative Religionspolitik.
Beck ist zusammen mit Deidre Berger Gründer und Gesellschafter des 2020 gegründeten, gemeinnützigen Tikvah Instituts, welches sich durch Wissenschaft, Bildung und zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus wendet. Das Institut wird durch Mittel des Bundesministerium des Innern gefördert.
Bei der Bundestagswahl 1994 wurde Beck erstmals über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag gewählt. Er gehörte zum neunköpfigen Spitzenteam seiner Partei zur Bundestagswahl 2005. Für die Bundestagswahl 2009 standen Bärbel Höhn und er als Spitzenkandidaten auf den ersten beiden Plätzen der Landesliste der nordrhein-westfälischen Grünen, ebenso bei der Bundestagswahl 2013. In seiner Funktion als Abgeordneter im Deutschen Bundestag war Beck Mitglied verschiedener Ausschüsse des Bundestages. In der 16. und 17. Wahlperiode war er Mitglied des Ältestenrats des Parlaments, in dem er in der 17. Wahlperiode Sprecher für Menschenrechtspolitik war. Beck war von 1994 bis 2002 rechtspolitischer, von 2005 bis 2013 menschenrechtspolitischer sowie von 2013 bis 2016 innenpolitischer und religionspolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Von 1994 bis 2013 war er Sprecher der Landesgruppe von Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen im Bundestag. Von 1998 bis 2002 war er Koordinator im Fraktionsvorstand für den Arbeitskreis Innen, Recht, Frauen, Jugend und Petitionen. 2002 wurde Beck Erster Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Bundestagsfraktion und übte diese Tätigkeit bis 2013 aus. Von 2014 bis 2017 hatte er den Vorsitz der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe des Deutschen Bundestages inne.
Beck war treibender Politiker in der Einführung vom Lebenspartnerschaftsgesetz von 2001, welches erstmals homosexuellen Paaren die Möglichkeit gab, in einer gefestigten Rechtsform gemeinsam zu leben. Aus der Opposition heraus arbeitete er an der Möglichkeit der gleichgeschlechtlichen Ehe, welche 2017 die Lebenspartnerschaft ersetzte.
Bei der Besetzung der Landesliste während des nordrhein-westfälischen Landesparteitages der Grünen am 3. Dezember 2016 in Oberhausen verlor Beck gegen Friedrich Ostendorff, den agrarpolitischen Sprecher seiner Bundestagsfraktion, den Kampf um den zwölften Platz. Nur gut 22 Prozent der Stimmen entfielen auf ihn. Damit stand Volker Beck für die nächste Bundestagswahl nicht mehr als Kandidat zur Verfügung und gehört seit 2017 nicht mehr dem Deutschen Bundestag an.
Anlässlich des Fundes von 0,6 Gramm einer „betäubungsmittelverdächtigen Substanz“ im Rahmen einer Polizeikontrolle und eines entsprechenden Anfangsverdachts auf Erwerb und Besitz einer geringen Drogenmenge trat Beck am 2. März 2016 von allen Fraktions- und Parlamentsämtern zurück. Nach einer Reihe von Medienberichten handelte es sich um Crystal Meth. In einer kurzen Erklärung ließ Beck verlauten, sich in der Sache nicht öffentlich äußern zu wollen. Sein Büroleiter teilte mit, Beck sei für einen Monat krankgeschrieben worden.
Nachdem der Deutsche Bundestag die Immunität Becks aufgehoben hatte, nahm die Berliner Staatsanwaltschaft am 17. März Ermittlungen gegen Beck auf. Das Verfahren wurde am 13. April gegen Zahlung einer Geldauflage von 7000 Euro wegen „geringer Schuld“ gemäß § 153a StPO eingestellt. Beck ist demnach nicht vorbestraft.
Nach der Einstellung des Verfahrens beschloss die Bundestagsfraktion der Grünen, dass Beck ihr religionspolitischer Sprecher bleiben solle. Zudem ernannte sie ihn zu ihrem migrationspolitischen Sprecher. Zur innenpolitischen Sprecherin wurde Irene Mihalic ernannt.
Ab dem Wintersemester 2017/2018 hatte Beck einen Lehrauftrag am Centrum für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) der Ruhr-Universität Bochum inne. Der Fokus der von ihm gehaltenen Seminare lag auf Religionspolitik in der Praxis.
Anschlagspläne gegen Volker Beck
Im Mai 2026 klagte die Bundesanwaltschaft zwei Männer, einen Dänen und einen Afghanen, wegen einer „geheimdienstlichen Agententätigkeit im Auftrag der iranischen Revolutionsgarde“ an. Der Däne war – nach einem Hinweis des Mossad an das Bundesamt für Verfassungsschutz – in Dänemark festgenommen worden. Die beiden Männer sollen im Jahr 2025 Mordanschläge gegen Volker Beck und den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, geplant haben.