Virgil Widrich (* 16. Mai 1967 in Salzburg) ist ein österreichischer Regisseur, Drehbuchautor, Filmemacher und Multimedia-Künstler. Er ist vor allem wegen seiner zahlreichen Kurzfilme und Multimediaprojekte bekannt, die bisher mit 290 Filmpreisen ausgezeichnet wurden.
Virgil Widrich wurde als Sohn der Ärztin und Politikerin Gerheid Widrich und des Journalisten Hans Widrich geboren.
Er wuchs im Kupelwieser-Schlössl – seinem Elternhaus – am Mönchsberg auf, wo er schon früh mit Kunst und Film in Berührung kam. Zu den Besuchern des Hauses zählten unter anderem Peter Handke und Wim Wenders, die Widrichs Interesse für das Kino prägten.
Bereits als Jugendlicher begann er mit einer Super-8-Kamera Kurzfilme zu drehen, darunter My Homelife (1980), Gebratenes Fleisch (1980) und Monster in Salzburg (1982). Während seiner Schulzeit arbeitete er bei den Salzburger Festspielen als Statist und Requisiteur in Inszenierungen von Jean-Pierre Ponnelle, Michael Hampe und Herbert von Karajan.
Nach ersten filmischen Experimenten wurde Widrich Assistent von John Bailey, einem Kameramann und Regisseur, und ging 1990 nach Hollywood, um mit ihm an der Science-Fiction-Komödie The Search for Intelligent Life in the Universe zu arbeiten. 1993 war er an der Organisation des Festivals für österreichische Filme beteiligt, das unter dem Namen Diagonale erstmals in Salzburg stattfand.
Ab 1997 wandte er sich wieder verstärkt eigenen Projekten zu. Gemeinsam mit Martin Reinhart entstand der Kurzfilm tx-transform, der auf der Ars Electronica gezeigt wurde. Danach schrieb er das Drehbuch zu Heller als der Mond, das er 1999 verfilmte. Der Film feierte 2000 Premiere in Rotterdam. Der darauf folgende Kurzfilm Copy Shop (2001) gewann 43 Preise, wurde für den Oscar nominiert und auf über 750 Festivals gezeigt. Fast Film (2003) erhielt mehr als 35 internationale Auszeichnungen.
2001 gründete Widrich die checkpointmedia GmbH, deren Geschäftsführer er ist, und realisierte zahlreiche Multimediaprojekte für Museen, Unternehmen und Kulturinstitutionen. Ein frühes Großprojekt war die mediale Neugestaltung von über 100 interaktiven Stationen im Technischen Museum Wien (1999). Er war Mitbegründer der Filmproduktionsgesellschaft Amour Fou (Gesellschafter bis 2007) und von 2004 bis 2007 Obmann im Verband Filmregie Österreich.
Er ist Mitglied der Akademie des Österreichischen Films und seit 2024 auch der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Von 2007 bis 2010 war Widrich Universitätsprofessor für „Digitale Kunst“ an der Universität für angewandte Kunst Wien und leitet seit 2009 dort den Masterlehrgang „Art & Science“.
Mit der Filmregisseurin Anja Salomonowitz hat Widrich drei Söhne, von denen der durch seine Rolle in dem Film Dieser Film ist ein Geschenk bekannte Oskar Salomonowitz (* 20. Juli 2008; † 27. Oktober 2020) bei einem Unfall starb.
2006: Gestaltung der interaktiven Medien für das Mozarthaus Vienna
2008: Präsentation von 13 Arbeiten von Studierenden im Rahmen der „Essence08“ im Museum für angewandte Kunst (Wien)
2009: Im Rahmen von Linz-Kulturhauptstadt 2009 künstlerische Leitung der Ausstellung „Linz. Stadt im Glück“ im Stadtmuseum Nordico.
2009: „Alias in Wonderland“ (25. Juni bis 12. Juli 2009) im Freiraum/quartier 21, Museumsquartier Wien, realisiert mit den Studenten der digitalen Kunst an der Universität für angewandte Kunst.
2009: 10 Arbeiten von Studierenden der digitalen Kunst wurden im Rahmen der „Essence09“ in der Expositur Vordere Zollamtstraße ausgestellt.
2010: 15 Arbeiten von Studierenden der digitalen Kunst waren im Rahmen der „Essence10“ im Künstlerhaus Wien zu sehen.
2010: Künstlerische Leitung der Ausstellung „90 Jahre Salzburger Festspiele“ im „Salzburg Museum“
2011: Künstlerische Leitung der Ausstellung „parameter{world} - parameters for every or no thing“ des Masters „Art and Science“ an der Universität für angewandte Kunst (30. März bis 1. April 2011)
2012: Arbeiten von Studierenden der Klasse „Art & Science“ waren im Rahmen der „Essence12“ im Künstlerhaus Wien zu sehen.