Vincenzo Grifo (* 7. April 1993 in Pforzheim, Deutschland) ist ein italienischer Fußballspieler. Der Mittelfeldspieler wird vorrangig zentral oder links eingesetzt. Er steht beim SC Freiburg unter Vertrag und war italienischer A-Nationalspieler.
Grifos Familie stammt aus Sizilien und Apulien; er wuchs in Deutschland auf, besitzt aber ausschließlich die italienische Staatsbürgerschaft. Grifo war ab dem Alter von dreieinhalb Jahren beim damaligen VfR Pforzheim aktiv. Dort spielte er bis zur D-Jugend. Über die Station Germania Brötzingen kehrte er 2010 in die A-Jugend des VfR-Nachfolgevereins 1. CfR Pforzheim zurück.
Im Sommer 2011 wechselte er in die U-19-Bundesliga zur A-Jugend des Karlsruher SC. In der Saison 2011/12 traf er in 19 Spielen sechsmal und bereitete zehn Tore vor.
Über Hoffenheim in die 2. Bundesliga
Im Mai 2012 unterschrieb Grifo einen Zweijahresvertrag beim Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim und wurde in der zweiten Mannschaft eingesetzt. Dort etablierte er sich in der Regionalliga-Saison 2012/13 als Stammspieler und erzielte in den ersten sechs Spielen fünf Tore. Am 19. Oktober 2012, dem 8. Spieltag der Bundesliga-Saison 2012/13, wurde er im Heimspiel (3:3) gegen die SpVgg Greuther Fürth vom Trainer Markus Babbel in der 70. Minute für Takashi Usami eingewechselt. Eine Woche später wurde seine Vertragslaufzeit bis zum 30. Juni 2016 verlängert.
Am 9. Januar 2014 wurde Grifo bis zum Ende der Saison 2013/14 an Dynamo Dresden ausgeliehen. Er hatte hier unter Olaf Janßen mehr Einsatzzeiten als in Hoffenheim; Dynamo stieg am Ende der Saison als Vorletzter in die 3. Liga ab. Zur Saison 2014/15 wurde er an den Zweitligisten FSV Frankfurt weiterverliehen, bei dem er sich zu Saisonbeginn einen Stammplatz sicherte.
Zur Saison 2015/16 wechselte Grifo in die 2. Bundesliga zum SC Freiburg. Im Gegenzug wechselte Jonathan Schmid nach Hoffenheim. Mit dem SC Freiburg stieg Grifo unter Christian Streich in die Bundesliga auf. Er zeichnete sich durch 15 Torvorlagen und 14 selbst erzielte Treffer, darunter viele direkt verwandelte Freistöße, als einer der Topscorer neben Nils Petersen aus. Auch in der Bundesliga war Grifo in der Saison 2016/17 mit zwölf Vorlagen und sechs Treffern erfolgreich. Mit dem SC Freiburg erreichte er den siebten Rang in der Abschlusstabelle und damit die Berechtigung zur Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation.
Zur Saison 2017/18 wechselte Grifo zu Borussia Mönchengladbach und unterschrieb einen bis 2021 laufenden Vertrag. Er kam unter Dieter Hecking in 17 Ligaspielen zum Einsatz und erreichte mit der Mannschaft Rang neun. Ein Torerfolg gelang ihm nicht.
Zur Saison 2018/19 kehrte Grifo zur TSG 1899 Hoffenheim zurück, bei der er einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2022 unterschrieb.
Nachdem er in der Hinrunde unter dem Trainer Julian Nagelsmann in der Bundesliga nur zu sieben Einsätzen (ein Tor) gekommen war, kehrte er Anfang Januar 2019 auf Leihbasis bis zum Saisonende zum SC Freiburg zurück. Während seiner Ausleihe in der zweiten Saisonhälfte der Bundesligasaison 2018/19 durfte Grifo aufgrund einer Klausel des Leihvertrages nicht im Bundesligaspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim auflaufen. In Freiburg fand Grifo wieder zurück zu einer guten Form und war sofort wieder Leistungsträger im Team von Christian Streich, bei dem er schon zwischen 2015 und 2017 gesetzt gewesen war.
Nach seiner Rückkehr zu den Kraichgauern spielte der Italiener je einmal in der Bundesliga und im Pokal, wechselte jedoch zum Ende der Sommertransferphase 2019/20 zum dritten Mal zum SC Freiburg, der ihn fest verpflichtete. Die Ablöse lag nach Pressemeldungen bei sieben Millionen Euro. Als am 11. Spieltag beim 1:0 gegen Eintracht Frankfurt David Abraham in der Nachspielzeit Christian Streich einfach umrannte, ließ sich der zuvor bereits ausgewechselte Grifo von der Bank aus im Rahmen einer Rudelbildung zu einer Tätlichkeit hinreißen, indem er Abraham in das Gesicht griff. Grifo wurde ebenfalls mit einer Roten Karte vom Platz gestellt und für drei Spiele gesperrt.
In der Saison 2020/21 erzielte Grifo neun Tore in der Bundesliga. Grifo war damit erstmals der erfolgreichste Torschütze des SC Freiburg der Saison, was er auch in den folgenden Spielzeiten wiederholte.
Am 26. Spieltag der Saison 2021/22 erzielte Grifo beim 3:2 gegen den VfL Wolfsburg mit den Toren zum 1:0 und zum 2:0 seinen ersten Doppelpack. Dies waren die Bundesligatreffer 31 und 32, womit Grifo Alexandre Iaschwili überholte. Lediglich Papiss Demba Cissé und Nils Petersen konnten mehr Bundesligatore für Freiburg erzielen. Im DFB-Pokal zog Grifo mit dem SC Freiburg nach einem 1:3-Sieg gegen den Hamburger SV in das Pokalfinale ein, das im Elfmeterschießen mit 4:2 gegen RB Leipzig verloren wurde.
Am 4. Spieltag der Saison 2022/23 erzielte Grifo beim 1:0 gegen den VfL Bochum sein 38. Bundesligator im Nachschuss erzielen, nachdem Manuel Riemann den vorangegangenen Elfmeter pariert hatte. Grifo überholte damit Cissé in der vereinsinternen Torschützenliste. Mit seinem 39. Bundesliga-Treffer per Elfmeter am 11. Spieltag zum 2:0-Endstand gegen Werder Bremen überholte Grifo seinen Landsmann Luca Toni. Grifo ist der italienische Nationalspieler mit den meisten Toren in der Bundesliga und hinter Claudio Pizarro, der die peruanische, deutsche und italienische Staatsbürgerschaft besitzt, der beste italienischstämmige Torschütze. Am 15. Spieltag erzielte Grifo beim 4:1-Heimsieg einen Hattrick gegen den 1. FC Union Berlin. Grifo hatte dabei in der 4. Minute per Handelfmeter, in der 6. Minute durch einen Konter und in der 20. Minute durch einen Foulelfmeter getroffen. Dies war der viertschnellste Hattrick der Bundesliga, der dadurch begünstigt wurde, dass Robin Knoche in 9. Spielminute einen Foulelfmeter an den Pfosten setzte. Bis zum Ende der Saison erzielte Grifo 15 Bundesligatore und belegte damit den dritten Platz in der Torschützenliste. In der Europa-League erreichte Grifo mit dem SC Freiburg das Achtelfinale, in dem das Hin- und das Rückspiel mit 1:0 und 0:2 gegen Juventus Turin verloren wurden.
Zur Saison 2023/24 wurde Grifo nach dem Wechsel von Mark Flekken zum FC Brentford stellvertretender Kapitän hinter Christian Günter. Nach dem doppelten Armbruch Günters in der Vorbereitung und zu Saisonbeginn trug Grifo am 2. Spieltag bei dem 1:0-Sieg gegen Werder Bremen erstmals die Kapitänsbinde, die er im Anschluss regelmäßig übernahm. Am 3. Spieltag der Europa-League drehte Grifo beim 1:3 gegen den TSC Bačka Topola mit einem Hattrick das Spiel. Nach dem 2. Platz in der Gruppenphase wurde in den Play-offs der Champions-League-Absteiger RC Lens geschlagen. Im Achtelfinale schied der SC Freiburg gegen West Ham United aus. Grifo kam bei allen zehn Spielen zum Einsatz.
Nachdem Grifo zuvor in der Bundesliga 26 von 28 Elfmetern getroffen hatte, verschoss Grifo in der Saison 2024/25 drei Elfmeter in Folge: Bei der 0:3-Heimniederlage gegen den FC St. Pauli am 5. Spieltag, beim 0:0 gegen den 1. FC Union Berlin und beim 0:1-Auswärtssieg am 22. Spieltag abermals gegen Nikola Vasilj vom FC St. Pauli. Zuvor hatten bereits Lucas Höler zweimal und Roland Sallai nicht getroffen, sodass der SC Freiburg in der Bundesliga saisonübergreifend sechs Elfmeter in Folge verschoss. Grifo erzielte acht Treffer in der Bundesliga und musste sich damit erstmals seit mehreren Spielzeiten hinter Ritsu Doan mit zehn Toren mit dem vereinsinternen zweiten Platz zufriedengeben.
Am 1. Spieltag der Saison 2025/26 absolvierte Grifo bei der 1:3-Heimniederlage gegen den FC Augsburg sein 237. Bundesligaspiel für den SC Freiburg und überholte damit Andreas Zeyer. Nur Christian Günter und Nicolas Höfler absolvierten mehr Bundesligaspiele für den SC Freiburg als Grifo. Am 12. Spieltag egalisierte Grifo beim 4:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 mit seinem 69. Bundesligator für Freiburg Nils Petersens Vereinsrekord und überbot diesen am 15. Spieltag beim 3:4-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg. Mit seinem Tor zum 1:0 gegen Bayer 04 Leverkusen (Endstand 3:3) am 25. Spieltag erzielte Grifo sein 105. Pflichtspieltor und egalisierte auch diesen Vereinsrekord von Nils Petersen. Mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:1 im Rückspiel des Achtelfinales der Europa League gegen den KRC Genk (Endstand 5:1) wurde er alleiniger Rekordtorschütze. Beim 3:0 im Hinspiel des Viertelfinals gegen Celta Vigo erzielte Grifo mit einem Schlenzer das Führungstor und sicherte durch einen 1:3-Sieg im Rückspiel das Weiterkommen. Bei der 2:1-Niederlage im Hinspiel des Halbfinals gegen Sporting Braga erzielte Grifo den Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Durch ein 3:1 im Rückspiel konnte Freiburg ins Finale gegen Aston Villa einziehen.