An diesem Tag

Vincent Price

US-amerikanischer Schauspieler und Autor (1911—1993)

Anúncio

Vincent Leonard Price Jr. (* 27. Mai 1911 in St. Louis, Missouri; † 25. Oktober 1993 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Autor. Er machte sich insbesondere als Darsteller in Horrorfilmen einen Namen.

Vincent Price war das jüngste von vier Kindern. Sein Vater Vincent Leonard Price Sr. war der Präsident der National Candy Company, einer Süßwarenfabrik in St. Louis. Die Familie war zu Wohlstand gekommen, nachdem sein Großvater Vincent Clarence Price Dr. Price’s Baking Powder erfunden hatte, das amerikanische Cream of Tartar oder auch Weinsteinbackpulver (Kaliumbitartrat). Nach seiner Schulzeit an der St. Louis Country Day School begann er 1929 mit einem Studium der Anglistik und Kunstgeschichte an der Yale University, wo er 1933 auch seinen Abschluss machte. In der Folge arbeitete er dann trotz seiner guten Referenzen aufgrund der schwierigen Arbeitsmarktlage während der amerikanischen Wirtschaftskrise zunächst ein Jahr als Lehrer an der Riverdale Country School in New York, bevor der 1,93 Meter große Vincent Price seine eigenen Studien in Europa fortsetzte. Neben seinem Aufenthalt am Courtauld Institute of Art der University of London lebte er ein Jahr in Frankfurt und Nürnberg, um an einer Doktorarbeit über Albrecht Dürer zu schreiben. Abseits seines akademischen Interesses übte jedoch das Theater eine wachsende Anziehung auf ihn aus. Bereits 1934 machte er erste Bühnenerfahrungen am Londoner „The Gate Theatre Studio“ mit den Stücken „Chicago“ und „Victoria Regina“. Mit dem letztgenannten Stück von Laurence Housman wechselte Price dann über den Atlantik, um in derselben Rolle als Prinz Albert Victor mit anderem Ensemble und weiblicher Hauptrolle Königin Victoria gespielt von Helen Hayes am 26. Dezember 1935 im Broadhurst Theatre am Broadway zu debütieren. Während für das erfolgreiche Stück nach zwei Jahren Aufführung in New York auch Gastspiele in anderen Städten geplant waren, blieb Vincent Price dort, um sich der Gruppe des Mercury Theatre von Orson Welles anzuschließen. Dort lernte er seine erste Ehefrau kennen, die Schauspielerin Edith Barrett, die er 1938 heiratete.

Im selben Jahr unterschrieb Price einen Vertrag mit Universal Pictures, was den Beginn seiner Filmkarriere markiert. An der Seite der Schauspielerin Constance Bennett spielte er seine erste Filmrolle in der Screwball-Komödie „Service de Luxe“. Nach vier weiteren Filmen mit Universal Pictures, in denen Price mit der Eindimensionalität der angebotenen Rollen eher unzufrieden war, wechselte er 1940 für einen Vertrag über sieben Jahre zu 20th Century Fox.

Neben seiner Bühnen- und Filmpräsenz war er auch für seine markante Stimme bekannt, die nicht nur als Erzähler in Michael Jacksons Thriller zu hören ist, sondern auch in Radioproduktionen (BBC, NBC). Vincent Price spielte in den 1960er Jahren den Bösewicht Egghead in der Fernsehserie Batman. Außerdem schrieb er einige Koch- und Rezeptbücher. Er war ein bekannter Kunstsammler, betrieb eine eigene Galerie und betätigte sich als Kunstsachverständiger. 1974 heiratete er nach zwei gescheiterten Ehen, aus denen zwei Kinder entstammen, erneut. Für seine dritte Frau Coral Browne konvertierte er 1987 zum Katholizismus. Vincent Price, der auch an Parkinson erkrankt war, starb am 25. Oktober 1993 im Alter von 82 Jahren an Lungenkrebs. Sein Leichnam wurde verbrannt und die Asche vor der kalifornischen Küste verstreut. Wie seine Tochter Victoria berichtete, spielten die Seehunde bei der Beisetzung lange mit dem ebenfalls in den Pazifik geworfenen Strohhut des Schauspielers, was selbst dieser Trauerfeier eine fröhliche Note gegeben habe.

Vincent Price war mit dem Golfspieler Simeon Price verwandt.

1938–1948 (Scheidung): Edith Barrett (1907–1977) – Sohn: Vincent Barrett Price (* 30. August 1940)

1949–1973 (Scheidung): Mary Grant (1917–2002) – Tochter: Mary Victoria Price (* 27. April 1962)

1974–1991 (Tod der Ehefrau): Coral Browne (1913–1991)

1938 spielte Vincent Price seine erste Filmrolle als junger Erfinder Robert Wade in der Komödie Service de Luxe. In Tower of London (Der Henker von London) verkörperte er an der Seite von Basil Rathbone und Boris Karloff in einer Nebenrolle den Duke of Clarence, der in einem Rotweinfass ertränkt wird.

1940 lieh Vincent Price seine Stimme dem Unsichtbaren in dem Film The Invisible Man Returns (Der Unsichtbare kehrt zurück). Sein Gesicht ist nur kurz am Ende des Films zu sehen, ansonsten ist er entweder unsichtbar oder bandagiert. Einen Gastauftritt in der Rolle des Unsichtbaren spielte bzw. sprach Price noch einmal im Jahr 1948 in der Horrorkomödie Abbott and Costello Meet Frankenstein (Abbott und Costello treffen Frankenstein).

Bis zum Jahre 1953 drehte Vincent Price keine Horrorfilme mehr. Er spielte vorwiegend Nebenrollen, unter anderem als Staatsanwalt Dutour in The Song of Bernadette (Das Lied von Bernadette) an der Seite von Jennifer Jones, als Bischof in Schlüssel zum Himmelreich (The Keys of the Kingdom) an der Seite von Gregory Peck und als Kardinal Richelieu in The Three Musketeers (Die drei Musketiere) an der Seite von Lana Turner und Gene Kelly.

Zwei seiner besten Rollen aus den 1940er-Jahren waren der Playboy Shelby Carpenter in dem Film-noir-Klassiker Laura (Laura) und der arrogante Lehnsherr Nicolas van Ryn in dem düsteren Melodram Weißer Oleander. In Hauptrollen war Price zu dieser Zeit u. a. in dem Kriminalfilm Shock und in Samuel Fullers Abenteuerfilm The Baron of Arizona (Der Baron von Arizona) zu sehen.

1951 trat Vincent Price als eingebildeter, aber sympathischer Filmstar Mark Cardigan an der Seite von Robert Mitchum und Jane Russell in dem kriminalistischen Abenteuerfilm His Kind of Woman (Ein Satansweib) auf. Der Film und insbesondere die Figur, die Vincent Price verkörperte, waren ein Lieblingsprojekt von Multimillionär und Produzent Howard Hughes, der zu dieser Zeit Chef der RKO-Studios war. Die Dreharbeiten zu dem Film zogen sich deswegen über ein Jahr hin, weil Hughes immer wieder neue Szenen für Price’ Charakter einbauen ließ, der ursprünglich eher eine Nebenrolle gewesen war.

1953 wurde Vincent Price selbst zum Star, und zwar durch die Rolle des Henry Jarrod (in der deutschen Version Henry Bondi) in dem Horrorfilm House of Wax (Das Kabinett des Professor Bondi), einer Neuverfilmung in 3D des Horrorfilms The Mystery of the Wax Museum (Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts) mit Lionel Atwill in der Hauptrolle. House of Wax wurde ein Riesenerfolg und erlebte bis in die 1980er Jahre hinein regelmäßige Wiederaufführungen in den Kinos. Ein Jahr später drehte Vincent Price The Mad Magician (Der wahnsinnige Zauberkünstler), in der er den Don Gallico verkörperte, einen Erfinder von Zaubertricks, der einen Zauberer mit Hilfe einer riesigen Kreissäge ermordet, die Leiche beseitigt und die Identität des Ermordeten annimmt.

Vincent Price übernahm eine Nebenrolle als Baumeister Baka in Cecil B. DeMilles Bibelverfilmung The Ten Commandments (Die zehn Gebote), in der er neben vielen anderen Filmstars wie Charlton Heston, Yul Brynner und Edward G. Robinson zu sehen war, ehe er seinen nächsten Horrorfilm drehte. In The Fly (Die Fliege) spielte er Francois Delambre, den Bruder des Erfinders André Delambre. André Delambre hat einen Apparat konstruiert, mit dem er Gegenstände und Lebewesen von einem Ort zum anderen transportiert. Nach einem Selbstversuch hat der Erfinder plötzlich den Kopf und den Arm einer Fliege. Obwohl Vincent Price weder das Opfer noch einen Bösewicht in dem Film verkörpert hatte, wird er bis heute immer noch mit dem Film The Fly in Verbindung gebracht. 1985 entstand eine modernisierte Neuverfilmung des Stoffes mit Jeff Goldblum in der Rolle des Erfinders Seth Brundle, dessen Gene mit denen einer Fliege vermischt werden, woraufhin er sich allmählich in ein solches Insekt verwandelt. Price selbst hielt zwar Goldblums Darstellung für durchaus gelungen, lehnte die Schleim- und Bluteffekte des Finales aber als überzogen und unglaubwürdig ab.

1957 übernahm Price die Rolle des Teufels in Irwin Allens Film The Story of Mankind. Dort war er, in einem Tribunal, welches über das Schicksal der Menschheit entscheiden sollte, der Gegenspieler eines Engels.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Vincent Price | World in Stories