An diesem Tag

Vince Boryla

US-amerikanischer Basketballspieler und -Trainer

Anúncio

Vincent „Vince“ Joseph Boryla (* 11. März 1927 in East Chicago, Indiana; † 27. März 2016 in Denver, Colorado) war ein US-amerikanischer Basketballspieler, -trainer, -funktionär und -scout. Bekannt war er auch unter seinem Spitznamen Moose (dt. Elch). Er spielte auf der Position eines Forwards, dessen Position seit den 1970ern hauptsächlich in Small Forward und Power Forward unterteilt wird.

Als Spieler war er in den Anfangsjahren der New York Knicks in der NBA aktiv, ehe er als 28-Jähriger für drei Jahre deren Traineramt übernahm, ehe er weiterhin als Basketballfunktionär tätig war. Am Basketballturnier der Olympischen Sommerspiele 1948 nahm er als Spieler der University of Denver teil und gewann bei diesem Großturnier in London mit der Nationalmannschaft seines Heimatlandes die Goldmedaille.

Karrierebeginn und als Olympiasieger in die NBA

Vince Boryla wurde am 11. März 1927 als Sohn von Vincent Stanley Boryla und dessen Frau Phyllis Boryla (geborene Tiliczuk), zweier polnischer Immigranten, in der zu dieser Zeit noch aufstrebenden Stadt East Chicago im US-Bundesstaat Indiana geboren, wo er auch aufwuchs und die lokale Washington High School, die im Jahre 1986 geschlossen wurde und die zahlreiche Basketballspieler und -trainer hervorbrachte, besuchte. Bereits zu dieser Zeit spielte er unter seinem dortigen Trainer Doc Irwin in der Schulbasketballmannschaft. In weiterer Folge nahm er ein Studium an der University of Notre Dame auf, an der er jedoch auch im Herrenbasketballteam der Sportabteilung Notre Dame Fighting Irish aktiv war. Für diese absolvierte er in seinen zwei Jahren 41 Meisterschaftsspiele, erzielte dabei 643 Punkte und führte die Punkterangliste der Notre Dame in seinem Freshman-Jahr mit 322 Punkten an, was einen neuen Schulrekord bedeutete. Ein weiterer Schulrekord waren seine 31 Punkte, die er in einem Spiel gegen die University of Detroit erzielte. Während einer ärztlichen Untersuchung in dieser Zeit wurde auch festgestellt, dass Boryla farbenblind sei.

Bereits nach seinem ersten Jahr unterbrach er wegen des Zweiten Weltkrieges sein Studium und kam an die US Naval Academy nach Annapolis, Maryland. Daraufhin verbrachte er auch mehrere Monate auf der Naval Station Great Lakes, dem einzigen Bootcamp der United States Navy, in North Chicago, Illinois, wo er ebenfalls Basketball spielte, ehe er sich wieder an der Notre Dame einschrieb. Nach seinem Sophomore-Jahr ging er abermals von der Universität ab und schloss sich ab 1946 der United States Army an. Von dieser wurde er nach Denver, Colorado, geschickt, wo er in den zwei nachfolgenden Jahren stationiert war und parallel dazu für die Amateurmannschaft Denver Nuggets, aus der daraufhin ein nach nur zwei Jahren wieder eingestelltes Profiteam entstand, in der Amateur Athletic Union (AAU) zum Einsatz kam. In dieser Zeit wurde er auch zweimal zum AAU All-American gewählt.

Während seiner Zeit in Denver nahm er als Spieler der Denver Nuggets an den Olympischen Sommerspielen 1948 in London teil. Beim dortigen Basketballturnier wurde er mit den Vereinigten Staaten vor Frankreich (Silber) und Brasilien Olympiasieger. Im Anschluss wurde er von der Army entlassen und besuchte ab 1948 die University of Denver, die er 1949 abschloss, nachdem er für die Denver Pioneers, die universitätseigene Sportabteilung, zum Einsatz kam und im Laufe seiner Karriere auch in deren Hall of Fame aufgenommen wurde. In seinem einzigen Jahr an der Universität wurde er als Basketballspieler ins All-America First Team gewählt. 1948 heiratete er auch die aus Denver stammende Catherine „Cappie“ Brogan, mit der er eine Tochter und vier Söhne hatte.

Als Olympiasieger, der erste Basketball-Olympiateilnehmer der University of Notre Dame, wurde er im Jahre 1949 von den New York Knicks aufgenommen, die in die erste NBA-Saison der Geschichte starteten, nachdem sich die BAA mit der NBL zur NBA zusammengeschlossen hatte. In dieser Saison wurde der Forward in 59 Spielen seiner Mannschaft eingesetzt. Mit der Mannschaft rangierte er zum Saisonende hinter den Syracuse Nationals, den heutigen Philadelphia 76ers, auf dem zweiten Rang der Eastern Division. Auch in den anschließenden Play-offs unterlagen die Knicks, nach einem Halbfinalsieg über die Washington Capitols, den Nationals aus Philadelphia. In der nachfolgenden Spielzeit 1950/51 entwickelte sich zu einem offensivstärkeren Spieler und war einer der fünf erfolgreichsten Freiwurfschützen dieser Saison. Mit einem Prozentsatz von 0.837 (83,7 %) war er hinter Joe Fulks, Belus Smawley, Bobby Wanzer und Fred Scolari der fünftbeste Freiwurfschütze 1950/51 und wurde aufgrund dessen auch am 2. März 1951 im ersten NBA All-Star Game der Geschichte eingesetzt.

Dort konnten sich die von Knicks-Trainer Joe Lapchick trainierten Eastern All-Stars gegen die von John Kundla (Minneapolis Lakers) trainierten Western All-Stars mit 111:94 durchsetzen. Mit der Mannschaft rangierte er im Endklassement 1950/51 auf dem dritten von sieben Tabellenplätzen der Eastern Division, konnte sich jedoch in den anschließenden Play-offs gegen die Boston Celtics und die Syracuse Nationals als Sieger der Eastern Division behaupten. Im abschließenden Finalspiel gegen den Western-Division-Meister Rochester Royals unterlagen die Knicks nur knapp mit 3:4 in einer Best-of-Seven-Serie. Selbst wurde Boryla im gesamten Saisonverlauf in 66 von 68 möglichen Meisterschaftspartien seiner Mannschaft eingesetzt und erzielte in dieser Saison mit 352 Treffern (982 Punkte) die meisten Treffer in seiner aktiven Karriere.

Abermaliger NBA-Vizemeister mit den Knicks

Auch in der darauffolgenden Spielzeit 1951/52 kam Boryla für die New York Knicks zum Einsatz, kam dabei jedoch nur auf 42 Einsätze und belegte mit der Mannschaft zum Saisonende abermals den dritten Tabellenplatz. Wie auch schon ein Jahr zuvor setzten sich die Knicks in den anschließenden Play-offs gegen die Konkurrenz durch und gewannen abermals die Eastern Division und schieden erneut in der finalen Best-of-Seven-Serie mit 3:4 aus; diesmal gegen die Minneapolis Lakers. In der Saison 1952/53 wurde Boryla wieder als Stammkraft eingesetzt und brachte es auf 66 Meisterschaftseinsätze, in denen er 673 Punkte erzielte und mit der Mannschaft im Endklassement auf dem ersten Platz rangierte. Dabei setzte sich das Team auch in den nachfolgenden Play-offs gegen die Konkurrenz durch und wurde erneut Eastern Division Champion. In der daraufhin ausgetragenen Best-of-Seven-Serie unterlagen die New York Knickerbockers abermals den Lakers, diesmal jedoch bereits nach fünf absolvierten Spielen mit 4:1. Boryla war in all diesen fünf Partien seiner Mannschaft im Einsatz.

Der für seinen rechten Hakenwurf bekannte Forward nahm auch in der Saison 1953/54 am Spielbetrieb seiner Mannschaft in der National Basketball Association teil, kam jedoch in lediglich 52 Ligapartien zum Einsatz, in denen er 175 Treffer bei 525 Versuchen erzielte. Im Vergleich zu den vorangegangenen Spielzeiten konnte Boryla mit den Knicks abermals die reguläre Meisterschaft an der Tabellenspitze der Eastern Division abschließen, konnte sich daraufhin jedoch nicht in den Play-offs, wo die Mannschaft noch in der Eastern Round Robin gegen die Syracuse Nationals (4:0) und die Bosten Celtics (2:2) mit einem Gesamtscore von 0:4 frühzeitig ausschied. Vince Boryla selbst beendete nach diesem Jahr und nach 285 NBA-Spielen, in denen er 3.187 Punkte erzielte, im Alter von 27 Jahren seine Karriere als Aktiver. Noch während seiner Zeit als aktiver Spieler veranstaltete er im Sommer Trainingscamps für die Jugend in Denver, wobei er sich im Laufe von drei bis vier Jahren rund 75.000 US-Dollar zusammensparte. Im Anschluss begann er seine Arbeit als Immobilienmakler und trainierte von 1954 bis 1955 das AAU-Amateurteam Denver Central Bankers in der National Industrial Basketball League (NIBL).

Erste Zeit als Trainer und General Manager

Unter Präsident Ned Irish, der von 1946 bis 1974 am Erfolg der New York Knicks arbeitete, wurde Vince Boryla am 9. Februar 1956 (Saison 1955/56) als neuer Trainer des Teams bestellt und löste dabei Joe Lapchick ab, der das Team seit 1947 trainierte. Als dritter Trainer in der noch jungen Geschichte des Teams betreute er die Mannschaft in seiner ersten Saison in 21 Ligaspielen und beendete die Spielzeit auf dem vierten und damit letzten Platz der Eastern Division. Diesen Platz erreichte die Mannschaft erst nach einer Tie-Breaker-Partie gegen die Syracuse Nationals, da beide nach dem regulären Ende gleich viele Siege wie auch Niederlagen hatten. Unter Vince Boryla blieb der Erfolg der New York Knicks weitgehend aus. Auch in den Spielzeiten 1956/57 und 1957/58 kam man über einen letzten Platz in der Eastern Division am Saisonende nicht hinaus, weshalb Boryla kurz vor Saisonende 1957/58 beim vorvorletzten Spiel gegen die St. Louis Hawks seinen Abgang bekanntgab. In weiterer Folge verließ er nach 80 Siegen und 85 Niederlagen als Trainer die Mannschaft, um einige Monate darauf am 4. Januar 1960 als General Manager und Chefscout zu den New York Knicks zurückzukommen. Zu seinen ersten dortigen Handlungen gehörte die Verpflichtung des damaligen Free Agent Whitey Bell am 11. Januar desselben Jahres.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Vince Boryla | World in Stories