Viktor Joseph Dewora (auch Viktor Joseph Devora) (* 21. Juni 1774 in Hadamar; † 3. März 1837 in Trier) war ein deutscher katholischer Geistlicher und Pädagoge.
Viktor Joseph Dewora wurde als Sohn des Peter Paul Matthaeus Dewora (1751–1817), Tuchfabrikant und Amtmann in Hadamar und dessen Ehefrau Maria Anna Henriette Thekla (1754–1818), Tochter des Johann Victor Klar, Rentmeister in Hadamar, geboren. Er hatte zehn Geschwister.
Nach dem Besuch der Elementarschule seines Heimatortes erhielt er seine erste schulische Bildung von seinem Onkel, einem Ex-Jesuiten, Franz Clar. Er studierte anfangs in Koblenz und erhielt im Herbst 1794, als Primus der oberen philosophischen Klasse, durch den Kurfürsten und Erzbischof Clemens Wenzeslaus von Sachsen eine Stelle im Trierer Priesterseminar. Aufgrund der kriegerischen Unruhen konnte er seine Studien jedoch nicht ohne Störungen und Schwierigkeiten fortsetzen, so dass er sich entschloss, nach Mainz zu gehen. Nachdem es auch hier zu kriegerischen Handlungen gekommen war, ging er an die Universität Würzburg, dort hörte er die Vorlesungen der Professoren Georg Franz Wiesner (1731–1797), Franz Oberthür, Adam Joseph Onymus (1754–1836) und Johann Michael Feder (1753–1824). Unter den Regenten Franz Xaver von Leibes (1753–1828) und Gregor von Zirkel wurde er im Priesterseminar Würzburg aufgenommen und in der Seelsorge ausgebildet. Diese Ausbildung setzte er im Herbst 1796 am Priesterseminar Fulda fort und wurde dort am 25. September 1797 vom Fürstbischof Adalbert III. zum Priester geweiht. Anschließend war er als Gehilfe zunächst in Frickhofen, dann in St. Goarshausen, später in Perl, und zuletzt in St. Matthias in Trier, wo er am 1. Mai 1808 vom Bischof Charles Mannay zum Pfarrer ernannt wurde.
Im Oktober 1810 ließ der Präfekt des Saar-Departements eine Normalschule errichten und zur Verbesserung des Elementarunterrichtes wurde ein Schullehrer-Seminar für den Regierungsbezirk Trier gegründet. Die Leitung des Lehrer-Seminars übertrug der Präfekt Viktor Joseph Dewora, der dazu einen Teil des Pfarrgebäudes in St. Matthias zur Verfügung stellte. Dieser begann im Herbst 1810 in seinem Pfarrhaus 42 Lehrer und Seminaristen auf das Lehreramt vorzubereiten, hierbei wurde er inspiriert durch die Lehrmethoden von Johann Heinrich Pestalozzi. Er hatte nach kurzer Zeit bald einen großen Zulauf und erhielt hierbei auch die Unterstützung der damaligen französischen sowie der späteren preußischen Regierung; von 1810 bis 1824 gelang es ihm, ungefähr 700 Lehrer aus- bzw. weiterzubilden. Um die Allgemeinheit an der Ausbildung zu beteiligen, begann er 1811 öffentliche Prüfungen abzuhalten. Durch die finanzielle Unterstützung von jährlich 1.500 Francs, zuzüglich 300 Francs für Heizmittel, Lehrmaterialien und anderes, war er in Lage einige Gehilfen anzustellen, die ihn unterstützen konnten. Im Jahr 1813 wurde der Unterricht jedoch unterbrochen, weil sich nach der Schlacht bei Hanau kranke und sterbende Soldaten längere Zeit im Pfarrhaus, das als Nebenlazarett genutzt wurde, aufhielten. Erst 1815 konnte der Unterricht wieder vollumfänglich aufgenommen werden. Das von Viktor Joseph Dewora gegründete Lehrerseminar wurde unter der Regierung von König Friedrich Wilhelm III. zur königlichen Lehranstalt erhoben.
1824, nach der Neuorganisation der Domkapitel Trier, wurde er Domkapitular und gleichzeitig vom damaligen Bischof Joseph von Hommer zum Domprediger und Bischöflichen Rat bestellt, 1827 wurde er Dekan und Pfarrer der Kathedrale.
Das von Viktor Joseph Dewora gegründete Lehrerseminar wurde auf Veranlassung des preußischen Kultusministers Karl vom Stein zum Altenstein 1834 nach Brühl verlegt.
Er vermachte der Pfarrkirche St. Matthias 400 Taler, damit diese eine Kaplanstiftung einrichten konnten.
Viktor Joseph Dewora wurde 1834 von dem Maler Ludwig Neureuter porträtiert.
Viktor Joseph Dewora war ein Ritter des königlichen preußischen Roten Adlerordens 3. Klasse.
Viktor Joseph Dewora war korrespondierendes und Ehrenmitglied des Großherzoglich Badischen Landwirtschaftlichen Vereins in Ettlingen.
Kreuzwegsandachten oder Betrachtungen über das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesu Christi nach den gewöhnlichen Stationen. Hadamar 1805.
Andachten zum heiligen Sakrament des Altars. Hadamar 1805.
Andachten von der Todesangst Jesu Christi oder über die letzten Worte unseres am Kreuze sterbenden Heilands. Hadamar 1805.
Predigten ans katholische Landvolk gehalten. Hadamar 1806.
Neues Gebetbuch für katholische Landleute nach dem Geiste des reinen Christenthums verfaßt. Hadamar 1807.
Evangelienbuch, worin nicht nur die Evangelien, Episteln und Lektionen auf alle Sonn- und Festtage des Jahrs, sondern auch auf die Feste besonderer Kirchenpatronen enthalten sind. Zum Nutzen und Gebrauche für katholische Kirchen u. Schulen. Hadamar 1808.
Andachtsbuch für die Verehrer des heiligen Mathias. Trier 1808.
Bruderschaftsbüchlein für die Verehrer des heiligen Mathias. Hadamar 1808.