An diesem Tag

Viktor Emanuel III.

König von Italien (1900–1946)

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Viktor Emanuel III. (mit Geburtsnamen und -titeln Il Principe Vittorio Emanuele Ferdinando Maria Gennaro di Savoia, Principe Ereditario d’Italia; italienisch Vittorio Emanuele III.; * 11. November 1869 in Neapel; † 28. Dezember 1947 in Alexandria, Ägypten) aus dem Haus Savoyen war von 1900 bis 1946 König von Italien.

Infolge der politischen Krise nach Ende des Ersten Weltkriegs duldete Viktor Emanuel die Machtübernahme Benito Mussolinis und der Faschistischen Partei sowie den anschließenden Aufbau einer Diktatur, an der er bis 1943 festhielt. Im Juli 1943, nach Beginn der Landung der Alliierten in Sizilien, wandte er sich von Mussolini ab und wirkte aktiv an dessen Sturz mit. 1946 dankte der Monarch zugunsten seines Sohnes Umberto II. ab und ging ins Exil.

Im Zuge der faschistischen Expansionspolitik nahm Viktor Emanuel zusätzlich die Titel „Kaiser von Abessinien“ (1936–1941) und „König von Albanien“ (1939–1943) an.

Viktor Emanuel wurde am 11. November 1869 in Neapel geboren und war der einzige Nachkomme aus der Ehe des italienischen Kronprinzen Umberto (später Umberto I.) mit Margarethe von Savoyen-Carignan. Der Prinz erhielt den Titel Fürst von Neapel. Mit der Regierungsübernahme seines Vaters 1878 war er neuer Thronfolger.

Zwischen 1881 und 1889 absolvierte Viktor Emanuel eine Offiziersausbildung an der Scuola Militare Nunziatella in Neapel und der Accademia Militare di Modena. Im Anschluss diente er in verschiedenen Einheiten in Neapel, Como und Florenz. Daneben zeigte der Kronprinz reges Interesse an Geschichte, Geographie sowie Numismatik und gehörte der renommierten Accademia Nazionale dei Lincei an. 1887 unternahm Viktor Emanuel in Begleitung seines Erziehers eine Bildungsreise nach Ägypten.

Am 24. Oktober 1896 heiratete Viktor Emanuel im Quirinalspalast in Rom Elena von Montenegro, fünfte Tochter des montenegrinischen Fürsten Nikola I. Petrović-Njegoš und dessen Gemahlin Milena Vukotić. Aus der Ehe gingen fünf Nachkommen hervor:

Jolanda (1901–1986) ⚭ Giorgio Carlo Calvi di Bergolo

Mafalda (1902–1944 als Inhaftierte des KZ Buchenwald) ⚭ Philipp von Hessen

Umberto (1904–1983) als Umberto II. König von Italien ⚭ Marie José von Belgien

Giovanna (1907–2000) ⚭ Boris III. von Bulgarien

Maria Francesca (1914–2001) ⚭ Luigi von Bourbon-Parma

Nachdem sein Vater am 29. Juli 1900 in Monza dem anarchistischen Attentäter Gaetano Bresci zum Opfer gefallen war, wurde Viktor Emanuel III. neuer König und leistete am 11. August vor beiden Kammern des italienischen Parlaments seinen Eid auf die Verfassung. Italien war eine konstitutionelle Monarchie; und obwohl Viktor Emanuel erklärte, am Parlamentarismus festzuhalten, garantierte das Statuto Albertino dem König weitreichende Kompetenzen in der Außen- und Militärpolitik ebenso wie das Recht, den Regierungschef ohne Zustimmung des Parlaments zu ernennen. Die chronische politische Instabilität des Landes führte dazu, dass sich der mit 1,53 m ungewöhnlich kleine, als scheu und wenig selbstbewusst beschriebene Monarch häufiger in das politische Tagesgeschäft einschalten musste, als ihm lieb war. Zwischen 1900 und 1922 musste er zehnmal intervenieren, um eine parlamentarische Krise zu beheben. Im Jahr 1903 ernannte er Giovanni Giolitti zum neuen Ministerpräsidenten, was dieser mit Unterbrechungen bis März 1914 blieb, und unterstützte damit den Übergang zu einer liberaleren Innenpolitik. Giolitti förderte die Industrialisierung und brachte den inneren Ausgleich mit den Sozialisten und der katholischen Kirche entscheidend voran. Außenpolitisch unterstützte der Monarch den imperialistischen Kurs Giolittis, der im Italienisch-Türkischen Krieg 1911/12 und der Besetzung Libyens und des Dodekanes gipfelte.

Nach Beginn des Ersten Weltkriegs im August 1914 bewahrte Italien zunächst Neutralität, rückte aber in den folgenden Monaten vom Dreibund mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn ab. Viktor Emanuel billigte die Politik Antonio Salandras, der Giolitti in das Amt des Ministerpräsidenten nachgefolgt war, für Territorialgewinne und Machtzuwachs Italiens auf Seiten der Entente in den Krieg einzutreten (sacro egoismo „heiliger Egoismus“). Als Ergebnis von Geheimverhandlungen mit der Entente in London (Londoner Vertrag von 1915) verließ Italien den Dreibund, und Salandra entschloss sich im Mai 1915 zum Krieg gegen Österreich-Ungarn. Jedoch konnte Salandra im Parlament keine Mehrheit für einen Kriegseintritt gewinnen und reichte seinen Rücktritt ein. Unter starkem Einfluss der Irredentisten für einen Krieg (u. a. Gabriele D’Annunzio, Cesare Battisti, Benito Mussolini) lehnte Viktor Emanuel das Rücktrittsgesuch ab und beließ die Regierung Salandra im Amt. In einer neuerlichen Abstimmung votierte das Parlament schließlich für einen Kriegseintritt. Am 23. Mai 1915 erfolgte die Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn. Der König und seine Regierung nutzten in der Folge das Ausnahmerecht, um die Kontrollrechte des Parlaments zu umgehen. So wurden der Status und das Ansehen des Parlaments mit weitreichenden Konsequenzen für die italienische Demokratie stark beschädigt.

Doch die erhofften schnellen militärischen Erfolge gegen Österreich-Ungarn stellten sich nicht ein. Stattdessen entwickelte sich in den Alpen ein zermürbender Stellungskrieg, der anstelle von Geländegewinnen hohe Verluste auf beiden Seiten brachte. Viktor Emanuel verließ Rom, um als nomineller Oberbefehlshaber der Streitkräfte im Hauptquartier und an der Front präsent zu sein. Die Führung der militärischen Operationen überließ er seinem Generalstabschef, dies war zuerst Luigi Cadorna und ab 1917 Armando Diaz. Als nach einer erfolgreichen Offensive der Mittelmächte (Zwölfte Isonzoschlacht) und dem anschließenden Zusammenbruch der italienischen Front am Isonzo im Oktober 1917 eine militärische Katastrophe drohte, rief Viktor Emanuel sein Volk zum nationalen Verteidigungskrieg auf. Um die Niederlage des Bündnispartners zu verhindern, mussten französische und amerikanische Truppen als Unterstützung entsandt werden. Erst im Zuge der inneren Auflösung Österreich-Ungarns im Oktober 1918 gelang der italienischen Armee in der Schlacht von Vittorio Veneto ein entscheidender Sieg, der am 3. November 1918 zum Waffenstillstand von Villa Giusti führte. Aufgrund dieses Erfolges genoss Viktor Emanuel im Volk eine unangefochtene Stellung als Autorität und erhielt die Beinamen „Re Soldato“ (Soldatenkönig) oder „Re vittorioso“ (Siegreicher König).

Staatspolitische Krise (1919 bis 1922)

Obwohl Italien zu den Siegermächten des Ersten Weltkriegs zählte, erschütterten wirtschaftliche, soziale und politische Krisen das Land. Instabile Regierungen und Unruhen sorgten für ein Klima der Angst, dass – ähnlich wie in Russland – das Proletariat in einer revolutionären Erhebung die Macht beanspruchen könnte (biennio rosso). Es herrschte große Unzufriedenheit über die anderen Siegermächte, die einige ihrer territorialen Zugeständnisse nicht einhalten wollten, was zum Begriff vittoria mutilata („verstümmelter Sieg“) führte. Aus diesem Grund besetzte der Dichter und Volksheld Gabriele D’Annunzio 1919 mit nationalistischen Freischärlern die Stadt Fiume in Istrien (die heutige kroatische Stadt Rijeka) und forderte deren Anschluss an Italien. Aus Furcht vor einer Spaltung der Armee weigerte sich Viktor Emanuel, die völkerrechtlich illegale Besetzung mit Hilfe regulärer Truppen zu beenden. Vielmehr machte sogar der König keinen Hehl daraus, dass auch er mit den Nachkriegsregelungen unzufrieden war und die Ehre Italiens wiederhergestellt sehen wollte (Irredentismus).

Die anhaltende Krise führte zum Erstarken der faschistischen Bewegung Mussolinis, der sich entschieden gegen linke Ideologien wandte und eine außenpolitische Stärkung Italiens forderte. Als Viktor Emanuel auf Antrag Giolittis das Parlament am 7. April 1921 auflöste und für den 15. Mai Neuwahlen ansetzte, zog Mussolini mit 34 weiteren faschistischen Abgeordneten in die Camera dei deputati ein (biennio nero).

Zeit des Faschismus (1922 bis 1943)

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