Vicente Aranda (* 9. November 1926 in Barcelona; † 26. Mai 2015 in Madrid) war ein spanischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Aufgrund seines ausgeprägten persönlichen Stils zählt er zu den bekanntesten zeitgenössischen spanischen Filmemachern.
Vicente Aranda Ezguerra wurde 1926 als jüngster Sohn einer Familie in Barcelona geboren. Der Spanische Bürgerkrieg, in dem die Familie auf Seiten der Republikaner stand, bestimmte seine Jugendzeit. Bis er 1952 aus politischen und wirtschaftlichen Gründen nach Venezuela auswanderte, verdiente Aranda seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs. Dort arbeitete er als Frachttechniker für eine US-amerikanische Spedition und nahm später eine verantwortliche Position in einem Elektronikunternehmen ein. Nach sieben Jahren im Exil kehrte er 1959 nach Spanien zurück. Mit dem Ziel Regisseur zu werden, bewarb er sich bei der Madrider Filmschule. Da er aber über keinen geeigneten Schulabschluss verfügte, wurde er abgelehnt. Er zog nach Barcelona, wo es ihm 1964 als vollständigem Autodidakten gelang, seinen ersten Film zu drehen. Sein 1965 gedrehter Film Fata Morgana (1966) wurde das Erstlingswerk der Schule von Barcelona, als deren Mitinitiator und prägende Gründergestalt Aranda gilt.
1972: The Blood Spattered Bride (La novia ensangrentada)
1980: La muchacha de las bragas de oro
1982: Asesinato en el Comité Central
1984: El crimen del Capitán Sánchez (TV-Film)
1986: Die Zeit der Stille (Tiempo de silencio)
1987: Jagt und tötet ihn – Teil 1 (El Lute: camina o revienta)
1988: Jagt und tötet ihn – Teil 2 (El Lute II: mañana seré libre)
1990: Und koste es das Leben (Los jinetes del alba) (TV-Miniserie)
1994: Im Sog der Leidenschaft (La pasión turca)
1998: Der Blick des Anderen (La mirada del otro)
2001: Der Wahnsinn der Johanna (Juana la Loca)
2004: Técnicas para un golpe de estado, Beitrag zu ¡Hay motivo!
2006: Der weiße Ritter (Tirante el Blanco)
2007: Canciones de amor en Lolita's Club
Vicente Aranda ist Preisträger von elf spanischen und internationalen Filmpreisen. Für 18 weitere Auszeichnungen wurde er nominiert.
Die ersten international renommierten Auszeichnungen erhielt Aranda im Jahr 1988. Für den ersten Teil seines biografischen Dramas über Eleuterio Sánchez Rodríguez, El Lute: camina o revienta, wurde er mit dem gleichnamigen Preis der Fotogramas de Plata für den besten spanischen Film gewürdigt. Die Academia de las Artes y las Ciencias Cinematográficas nominierte Aranda für diesen Film für einen Goya in der Kategorie beste Regie (Mejor Director). Weitere Preise für diesen Film erhielt er vom Cognac Festival du Film Policier. Dort gewann er sowohl den L.T.C. Coup de Coeur als auch den Spezialpreis der Jury. Für den zweiten Teil des Films El Lute II: mañana seré libre wurde er im selben Jahr auf den internationalen Filmfestspielen von Cannes für die Goldene Palme und im darauf folgenden für einen Goya für das am besten adaptierte Drehbuch (Mejor Guión Adaptado) nominiert.