Vic Morrow (eigentlich Victor Morozoff; * 14. Februar 1929 in New York City; † 23. Juli 1982 in Santa Clarita) war ein US-amerikanischer Schauspieler.
Victor „Vic“ Morozoff brach seine Schulausbildung mit 17 Jahren ab und war von 1946 bis 1948 Matrose bei der United States Navy. Danach begann er ein Jurastudium in Florida. Schließlich absolvierte er eine Schauspielausbildung in New York. Sein Filmdebüt hatte Vic Morrow 1955 in dem Streifen Blackboard Jungle (dt.: Die Saat der Gewalt), in dem er in der Rolle eines kriminellen Schülers Aufmerksamkeit erregte. Der Erfolg dieses Films führte zu weiteren Kinoverpflichtungen, wobei Morrow vor allem Nebenrollen als Gangster oder jugendlicher Delinquent erhielt. In Mein Leben ist der Rhythmus (1958) unter Regie von Michael Curtiz hatte er etwa eine solche Rolle als fieser Gegenspieler zu Elvis Presleys Hauptfigur.
Im Fernsehen hatte Morrow schließlich auch Erfolg in einer Hauptrolle, mit der er zugleich seinem bisherigen Typecasting entgehen konnte: Von 1962 bis 1967 spielte in der Serie Combat! einen Sergeant der United States Army während des Zweiten Weltkrieges. Für seine Darstellung des Sgt. "Chip" Saunders in dieser Serie erhielt er eine Emmy-Nominierung. Ab 1964 inszenierte er auch insgesamt sieben Folgen der Kriegsserie als Regisseur.
Diesen Pfad verfolgte er weiter: 1965 inszenierte Morrow mit Deathwatch seinen ersten Film als Regisseur und Drehbuchautor. Der Independentfilm basierte auf einem Theaterstück von Jean Genet und war mit Leonard Nimoy sowie Michael Forest in den Hauptrollen besetzt. 1970 folgte mit dem Italowestern Der Einsame aus dem Westen Morrows zweiter Spielfilm als Regisseur. Bis 1980 inszenierte er noch einzelne Episoden verschiedener Fernsehserien.
Nach Einstellung von Combat! 1967 versandete Morrows Schauspielkarriere zunächst weitgehend. Er hatte 1969 die Hauptrolle in Roger Cormans Film Target: Harry, der als Pilotfilm für eine anschließende Fernsehserie gedacht war, die aber nie kam. Anschließend arbeitete er bis zu seinem Tod vor allem als Charakterdarsteller, der als Nebendarsteller in Kinofilmen auftrat, Gaststar in verschiedenen populären Serien war und gelegentliche Hauptrollen in Fernsehfilmen hatte. 1974 war er in einer Nebenrolle neben Peter Fonda im Roadmovie Kesse Mary – Irrer Larry zu sehen, zwei Jahre später an der Seite von Walter Matthau im Sportfilm Die Bären sind los. B.A.D. Cats, eine Polizeiserie mit ihm als Chef von jüngeren Polizisten, wurde 1980 nach nur zehn Folgen eingestellt.
1982 gab ihm Regisseur John Landis die Chance zu einem Comeback auf der Leinwand in dem Episodenfilm Unheimliche Schattenlichter (Originaltitel: Twilight Zone: The Movie). Bei den Dreharbeiten kam es bei einem gewagten Stunt zu einem Unfall, bei dem Vic Morrow und zwei Kinderdarsteller durch einen abstürzenden Hubschrauber getötet wurden (für Näheres siehe Artikel zum Film). Morrow fand seine letzte Ruhestätte auf dem Hillside Memorial Park Cemetery in Culver City, Kalifornien.
Aus Vic Morrows Ehe mit der Schauspielerin und Autorin Barbara Turner (von 1957 bis 1964) stammen seine beiden Töchter Carrie Morrow und Jennifer Jason Leigh. Auch eine zweite Ehe mit Gale A. Lester zwischen 1975 und 1979 endete in Scheidung.
1964–1966: Combat! (Fernsehserie, 7 Folgen)
1965: Deathwatch – auch Drehbuch
1970: Der Einsame aus dem Westen (Sledge) – auch Drehbuch
1974: The Evil Touch (Fernsehserie, Folge 1x19)
1977: Quincy (Quincy, M.E.; Fernsehserie, Folge 3x03)
1978: Lucan (Fernsehserie, Folge 1x10)
1980: Disney-Land (Disneyland; Fernsehserie, Folge 26x15)
Vic Morrow (Memento vom 15. März 2016 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
Vic Morrow in der Deutschen Synchronkartei
Schilderung der Ereignisse um Vic Morrows Tod und des juristischen Nachspiels (Memento vom 13. April 2014 im Internet Archive). In: CrimeLibrary.com (englisch)