An diesem Tag

Veronika Fitz

Bayerische Volksschauspielerin (1936-2020)

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Veronika Fitz (* 28. März 1936 in Dießen am Ammersee; † 2. Januar 2020 in Bad Aibling) war eine deutsche Volksschauspielerin, die vor allem durch die Titelrolle in der bayerischen Fernsehserie Die Hausmeisterin bekannt wurde.

Veronika Fitz entstammte der bekannten Schauspieler-Familie Fitz: Sie war die Tochter des Bühnenautors Hans Fitz und der Opernsängerin Ilse Fitz, die Schwester von Walter Fitz und Gerd Fitz sowie die Tante von Lisa Fitz und Michael Fitz. Oftmals wird fälschlicherweise der 27. März als ihr Geburtstag angegeben. Aufgewachsen ist sie in Dießen am Ammersee. Fitz absolvierte eine Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München und trat sowohl am Münchner Volkstheater auf als auch am Burgtheater Wien und in den 1970er-Jahren an den Münchner Kammerspielen, wo sie unter anderem mit Siegfried Lowitz zusammenarbeitete. Weitere Stationen ihrer Karriere waren das Bayerische Staatsschauspiel, das größte Sprechtheater Münchens, und die Schaubühne am Halleschen Ufer beziehungsweise die Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin.

Fitz, die ihre erste kleinere Rolle in dem 1956 erschienenen Film Die Geierwally – mit Barbara Rütting in der Titelrolle – hatte und in den Filmkomödien Das Wirtshaus im Spessart (1958) und Das Spukschloß im Spessart (1960) in einer kleinen Rolle besetzt war, war ab den 1950er-Jahren in zahlreichen Filmen und Fernsehserien zu sehen, darunter Der Komödienstadel (ab 1962), Funkstreife Isar 12 (1961 und 1962) mit Wilmut Borell und Karl Tischlinger, Königlich Bayerisches Amtsgericht (1969–1971 als Bedienung Ziska Neudecker) mit Hans Baur und Georg Blädel, Polizeiinspektion 1 (1977–1986), Der Millionenbauer (1979/80 und 1988), Irgendwie und Sowieso (1986) und Der Bulle von Tölz (1996 und 2002). In dem 1967 ausgestrahlten Fernsehfilm Dieser Platonow… nach einer Vorlage von Anton Tschechow war sie als Katja besetzt. Das Stück spielt in einer verwahrlosten Gegend in der russischen Provinz. Die zentrale Figur ist der von Hans Korte gespielte verheiratete Lehrer Platonow, in den sich die von Lola Müthel gespielte Gutsbesitzerin Anna Petrovna verliebt.

Im Jahr 1975 wirkte Fitz in zwei Folgen der Krimireihe Der Kommissar mit, nachdem sie bereits 1973 in dem bayerischen Tatort: Tote brauchen keine Wohnung mit Gustl Bayrhammer und Helmut Fischer auf der Besetzungsliste stand. Mit beiden arbeitete sie für weitere Tatortfolgen wie Das zweite Geständnis (1975), Wohnheim Westendstraße (1976) und Schüsse in der Schonzeit (1977) zusammen.

In der 1982 entstandenen Fernsehserie Zeit genug war Fitz in sämtlichen sechs Folgen in der Rolle einer Mutter zu sehen. In den Jahren 1983 bis 1985 spielte sie in neun Episoden der Familienserie Unsere schönsten Jahre Traudel Dirscherl, deren Ehemann Herbert verkörperte Helmut Fischer. Die weiteren Hauptrollen übernahmen Elmar Wepper und Uschi Glas.

Der große Durchbruch gelang Veronika Fitz in der Fernsehserie Die Hausmeisterin (1987–1992) in der Titelrolle der Martha Haslbeck, hier an der Seite von Helmut Fischer und Ilse Neubauer. In 47 Folgen der von 1993 bis 1997 ausgestrahlten Kriminal-Fernsehserie Ein Bayer auf Rügen verkörperte Fitz an der Seite von Wolfgang Fierek und Simone Thomalla in einer tragenden Rolle die Agnes Oberauer. Daran schlossen sich 1997 16 Folgen der Arztserie Frauenarzt Dr. Markus Merthin an, in der sie an der Seite der von Sascha Hehn gespielten Titelfigur als Martha Ruckhaberle agierte. Danach wirkte Fitz von 1998 bis 2002 in 20 Folgen der Familienserie Tierarzt Dr. Engel mit, in der sie die Schwiegermutter Gerlinde Schneider der von Wolfgang Fierek dargestellten Titelfigur spielte.

In der von 2004 bis 2008 ausgestrahlten vierteiligen dramatischen Fernsehserie Im Tal des Schweigens mit Christine Neubauer, Sascha Hehn und Timothy Peach war Fitz als weitsichtige Mutter Zensi der von Neubauer verkörperten Bäuerin Anna Christeiner besetzt, die sich gegen rücksichtslosen Massentourismus zur Wehr setzt. Von 2007 bis 2013 war sie in der ZDF-Familienserie Forsthaus Falkenau, in der vor ihr bereits ihr Bruder Gerd und dessen Sohn Michael mitgewirkt hatten, als Pensionswirtin Marianne Rainders zu sehen, die Jugendliebe des von Martin Lüttge verkörperten Vaters von Förster Stefan Leitner (Hardy Krüger junior).

Veronika Fitz war bis zu dessen Suizid 1971 mit dem Schauspieler Willi Anders verheiratet; die gemeinsame Tochter Ariela Bogenberger arbeitet als Drehbuchautorin. Später war sie neun Jahre lang mit dem Schauspieler Gerhard Zemann liiert. Die Schauspielerin lebte mit ihrer Tochter in Prien am Chiemsee. Sie starb am 2. Januar 2020 im Alter von 83 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Bad Aibling.

1958: Zwei Matrosen auf der Alm

1958: Das Wirtshaus im Spessart

1960: Das Spukschloß im Spessart

1967: Wenn Ludwig ins Manöver zieht

1968: Der nächste Herr, dieselbe Dame

1972: Mensch ärgere dich nicht

1990: Adolf-Grimme-Preis in Bronze

für die 1. Folge der Fernsehserie Die Hausmeisterin

(gemeinsam mit Helmut Fischer und Cornelia Zaglmann-Willinger (Autorin))

Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 250.

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