An diesem Tag

Vernon A. Walters

US-amerikanischer Militär, Geheimdienstler und Diplomat

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Vernon Anthony Walters (* 3. Januar 1917 in New York; † 10. Februar 2002 in West Palm Beach, Florida) war ein US-amerikanischer Soldat, Nachrichtendienstler und Diplomat. Er diente über fünf Jahrzehnte lang acht verschiedenen US-Präsidenten als antikommunistischer Kämpfer im Kalten Krieg, zunächst in ausführender Rolle, später als Planer von offenen und verdeckten Aktionen und Verhandlungen in aller Welt.

In die öffentliche Wahrnehmung geriet Walters erst im letzten Drittel seiner Karriere, vor allem 1972–1976 als stellvertretender Direktor der Central Intelligence Agency (CIA), 1985–1989 als Botschafter bei den Vereinten Nationen und 1989–1991 als Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland während der Deutschen Wiedervereinigung.

Walters wurde in New York als Sohn britischer Einwanderer geboren und lebte während seiner Kindheit und Jugend mit seinen Eltern ab 1923 in Frankreich und ab 1928 in Großbritannien. Fünf Jahre lang besuchte er das Stonyhurst College, ein Jesuiten-Internat in Lancashire, England. Er sprach schon als Kind sechs westeuropäische Sprachen fließend und erwarb später zudem hervorragende Russisch- und grundlegende Chinesisch-Kenntnisse. Mit 16 Jahren kehrte er ohne formalen Schulabschluss in die USA zurück und arbeitete im Versicherungsbüro seines Vaters, insbesondere als Schadensermittler.

Der gläubige Katholik ging nach Möglichkeit auch auf Reisen täglich zur Messe. Walters war nie verheiratet und es gibt auch keine Hinweise darauf, dass er jemals eine sexuelle Beziehung zu einer Frau oder einem Mann gehabt hätte. In seinen Erinnerungen gab er für das Jahr 1942 an, keine sexuelle Beziehung unterhalten zu haben. Walters beschreibt auch, wie in den 1960er Jahren französische Nachrichtendienste mehrfach versucht hätten, ihn sowohl mit Frauen als auch Männern zu verführen, bis sie schließlich akzeptierten, dass Walters darauf nicht ansprach. Der Pfarrer einer Kirche, die er im Ruhestand regelmäßig besuchte, beschrieb ihn als „keuschen Junggesellen“.

Aus seinem Privatleben ist nur seine besondere Vorliebe für Schokolade bekannt, die er selbst in den knappen Zeiten beim Militär ständig gegen Zigaretten eintauschen wollte.

1941 wurde Walters in die US-Armee eingezogen. Durch seine Sprachkenntnisse aufgefallen, wurde er im ersten Jahr zu einem Offizierslehrgang berufen. Zunächst als Militärpolizist ausgebildet, wechselte er früh zum militärischen Nachrichtendienst der US-Army. Dort wurde er in ständig wechselnden Verbindungsstäben, Einheiten, Ausbildungsstellen und als Dolmetscher eingesetzt. Eine seiner ersten Tätigkeiten war die Jagd auf vermeintliche deutsche Spione in Folge des Unternehmens Pastorius.

Nach Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg am 11. Dezember 1941 nahm er 1942 bei Oran an der Operation Torch, der Invasion Französisch-Nordafrikas teil. Die dortigen französischen Kolonien standen unter Kontrolle des Vichy-Regimes, das mit dem Deutschen Reich kollaborierte. Aufgrund mutiger Einsätze und inoffizieller Verhandlungen mit den Franzosen wurde er mehrfach rasch befördert.

Er war an den Verhandlungen mit dem formal neutralen Portugal über die Nutzung der Azoren als Stützpunkt für die US-Luftstreitkräfte zum Schutz der Konvois über den Atlantik beteiligt und hatte Anteil daran, dass Brasilien mit einem Expeditionscorps in den Krieg eintrat. Im Stab der 5. US-Armee unter Generalleutnant Mark W. Clark war er den über 25.000 Brasilianern des Força Expedicionária Brasileira als Verbindungsoffizier zugeteilt und verbrachte das Jahr 1944 an der italienischen Front, wo er bei einer Explosion verwundet wurde. Im Juni 1944 war er persönlicher Adjutant von General Clark beim Einmarsch in Rom. Kurzzeitig diente er als Dolmetscher für US-Präsident Harry S. Truman.

Auf diesen Positionen knüpfte Walters zu Offizieren verschiedener alliierter Armeen, die in der Nachkriegszeit hochrangige Positionen in Militär oder Politik ihrer Länder erreichten, persönliche Beziehungen.

Brasilien, Marshallplan und Weißes Haus

Am Ende des Zweiten Weltkriegs standen die brasilianischen Armeeeinheiten mit Walters bei Genua. Er wurde noch im Jahr 1945 als stellvertretender Militärattaché an die US-Botschaft in Rio de Janeiro versetzt. 1948 wurde er Mitglied des persönlichen Stabes von Averell Harriman, der in Paris das Hauptquartier zur Durchführung des Marshallplans aufbaute. Mit Harriman reiste Walters mehrfach in alle beteiligten Staaten, darunter auch Griechenland. Dort war der Zweite Weltkrieg beinahe nahtlos in den Griechischen Bürgerkrieg zwischen der offiziellen, von den Westalliierten gestützten Regierung und den linksgerichteten, von den Kommunisten dominierten Partisanen übergegangen. Letztere sahen sich um die Beteiligung an der Macht entsprechend ihrem Anteil am Kampf gegen die Deutschen und ihrem Rückhalt in der Bevölkerung gebracht.

Als Harriman 1949 zum Berater und internationalen Troubleshooter (Krisenmanager) von Präsident Truman berufen wurde, blieb Walters in seinem Stab und arbeitete als Berater und Dolmetscher im Weißen Haus. Als ein Grund für seinen weiteren Aufstieg gilt seine Verbindung mit Fritz G. A. Kraemer, der ihn protegiert habe. 1950 reiste Walters mit Truman und Harriman zu einem Treffen mit US-General Douglas MacArthur, um Meinungsverschiedenheiten über die Strategie im Koreakrieg beizulegen. Kurzzeitig wurde Walters in Korea zum ständigen Verbindungsmann zwischen MacArthur und dem Weißen Haus eingesetzt. Seine Aufgabe war es, den wenig kooperativen Oberbefehlshaber, der insbesondere gegen den erklärten Willen der politischen Führung den massiven Einsatz von Napalm und Atomwaffen forderte, enger an Washington zu binden.

NATO, Iran und wieder im Weißen Haus

1951 warb General Dwight D. Eisenhower Walters in seinen Dolmetscher- und Beraterstab beim Aufbau des neuen NATO-Hauptquartiers SHAPE in Paris ab.

Unmittelbar nachdem Walters diesen Posten angetreten hatte, lieh Harriman sich seinen ehemaligen Mitarbeiter noch einmal für eine schwierige Mission aus. In Kooperation mit den Briten verhandelte Harriman mit dem iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh über eine Entschädigung für die Enteignung und Verstaatlichung der Anglo-Iranian Oil Company. Nachdem diese Verhandlungen erfolglos blieben, überzeugten die USA 1953 Schah Mohammad Reza Pahlavi, von seinem verfassungsmäßigen Recht Gebrauch zu machen und seinen Premierminister abzusetzen. Die CIA unterstützte die Absetzung Mossadeghs mit der Operation Ajax.

Zurück im NATO-Hauptquartier in Paris diente Walters in der Protokollabteilung als Assistent Eisenhowers und nach dessen Wahl zum US-Präsidenten im November 1953 formal in der Abteilung für Logistik und Beschaffung, einer Position, die seiner Qualifikation nicht entsprach. Jedoch nahm er in dieser Zeit nach eigenen Aussagen an nachrichtendienstlichen Schulungen teil.

Ab 1955 arbeitete Walters wieder in Washington bei der ständigen NATO-Gruppe. Zugleich war er Dolmetscher für Präsident Eisenhower und Vizepräsident Richard Nixon. Für Eisenhower übersetzte er bei Staatsbesuchen und internationalen Konferenzen, so bei den Vier-Mächte-Konferenzen 1955 in Genf und 1960 in Paris, welche vom „U-2-Zwischenfall“ um den Abschuss von Gary Powers überschattet wurde. Nixon begleitete er 1958 auf einem umstrittenen Staatsbesuch quer durch Südamerika. In Caracas, Venezuela kam es dabei zu gewaltsamen Ausschreitungen. In seinen Memoiren lobte Walters Nixons persönlichen Mut und die Entschlossenheit, die dieser damals gezeigt habe.

In den 1960er Jahren machte Walters Karriere als Militärattaché an verschiedenen US-Botschaften in Europa und Südamerika.

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