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Verena (Heilige)

Christliche Heilige

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Die heilige Verena (* um 260 n. Chr.; † um 320 in Zurzach) ist eine frühchristliche Jungfrau und Eremitin aus Theben, die in der römisch-katholischen Kirche, den orthodoxen Kirchen und der koptischen Kirche als Heilige verehrt wird. Ihr Gedenktag in der Liturgie ist der 1. September.

Es gibt zwei Hauptquellen für die Heiligenlegende, die Vita prior aus dem späten 9. Jahrhundert und die Vita posterior aus dem 11. Jahrhundert.

Die Vita prior wurde von Hatto III, Abt des Klosters Reichenau (888–913), in dreizehn Kapiteln verfasst. Als Empfängerin wird Richardis angenommen. Sie erhielt 881 die kleine Abtei in Zurzach zur lebenslangen Nutzung bis zum Tode Karls III. Anschließend kam die Abtei zum Kloster Reichenau.

Die Vita posterior wurde vermutlich durch einen Zurzacher Mönch im 11. Jahrhundert geschrieben. Die älteste bekannte Abschrift stammt aus dem 12. Jahrhundert. Der Text ist detaillierter und blumiger geschrieben. Die Vita posterior ergänzt das Leben der Verena zwischen ihrem Leben in Solothurn und dem Tod in Zurzach der Vita prior. Inhaltlich werden die Wunder und Verena als Dienerin Gottes dargestellt.

Weitere Quellen sind die Vita Sanctae Verenae in Versform (leoninische Hexameter) Tegernseer Handschrift aus dem 11. Jahrhundert überliefert. In: Poetae Latini medii aevi 5,1.2: Die Ottonenzeit Teil 1/2. Herausgegeben von Karl Strecker unter Mitarbeit von Norbert Fickermann. Leipzig 1937, S. 95–100 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)

Und das Mirakelbuch St. Verena (frühes 11. Jh.), Erzählungen von Wundergeschichten von Wallfahrern von einem Zurzacher Mönch geschrieben

Gemäß dem dritten Kapitel der Vita prior wurde Verena in Theben am oberen Nil in Ägypten als Kind angesehener Eltern geboren. Der Überlieferung zufolge übergaben die Eltern sie einem Bischof, dem greisen Chaeremon, zur Taufe und Unterweisung im christlichen Glauben. Der Name des Bischofs Chaeremon war um 888 dem Schreiber der Vita prior, dem Abt des Klosters Reichenau, Hatto III., bekannt, da er bei Eusebius von Caesarea genannt wird.

Es ist möglich, dass der Name des Bischofs Chaeremon erst durch Hatto III. hinzugefügt wurde. Falls die hl. Verena durch den Bischof Chaeremon von Nilopolis getauft wurde, müsste sie vor seinem Märtyrertod 250 n. Chr. geboren sein. Damit wäre sie nach dem Todesjahr 344, errechnet durch den letzten Propst des Verenastifts Johannes Laurentius Huber, mindestens 94 Jahre alt geworden.

Verena soll nach dem Tode des Chaeremon mit anderen Christen nach Unterägypten gelangt sein, wo die Kaiser Diokletian und Maximian neue Soldaten ausgehoben und damit die Thebaische Legion gegründet haben sollen. Dieser Überlieferung zufolge kann Verena erst nach 285 nach Unterägypten gekommen sein, da Kaiser Diokletian Maximian erst 285 zum Cäsar und 286 zum Kaiser ernannte.

Kapitel 4 der Vita prior beschreibt die Reise im Tross der Legion nach Mailand. Hier soll die Verena einige Jahre bei einem heiligen Maximus geblieben sein und die Märtyrerstätten und Kerker der Heiligen besucht haben. Als sie in Mailand vom Tod der weitergezogenen Legionäre gehört habe, sei sie nach Saint-Maurice (Agaunum) gereist. Ein Soldat der Thebaischen Legion, Viktor, soll ihr Verlobter gewesen sein. Spätere Überlieferungen beschreiben die Bestattung der Märtyrer der Thebaischen Legion durch Verena.

Laut Kapitel 6 der Vita prior zog Verena nach Salodurum (heute Solothurn) weiter und ließ sich wiederum bei einem Eremiten nieder. Hier soll sie mit Fasten, Gebet und Psalmengesang ihre Tage verbracht haben.

In einer Höhle in der nach ihr benannten Verenaschlucht soll die Heilige sich durch den Verkauf ihrer Handarbeiten ernährt haben. Dabei soll die Heilige Blinde und Besessene geheilt haben. Angesichts dieser Wunderheilungen bekehrten sich der Vita zufolge die Alamannen zum Christentum und wurden von einem verbannten Priester aus Italien getauft.

Da die Alamannen erst ab dem 6. Jahrhundert auf der linksrheinischen Seite siedelten, konnte Verena keine Alamannen bekehren. Es ist möglich, dass Hatto III. die kelto-romanische Bevölkerung des 3. Jahrhunderts als Alamannen (Heiden) bezeichnete.

Kapitel 8 der Vita prior berichtet davon, dass Verena andere Jungfrauen um sich scharte. Im weiteren Text gibt Hatto III. weitere Anweisungen über das Leben einer gottgeweihten Jungfrau.

Weil die Heilige so viele Leute anzog, wurde sie von den Römern verhaftet. Die Vita berichtet, dass ihr in der Nacht ein junger Mann erschienen sei, der sich als Mauritius offenbarte, und sie tröstete. Als der römische Statthalter von einem Fieber befallen worden sei, ließ er Verena rufen, damit sie ihn heilen könne. Anschließend wurde die Heilige freigelassen und kehrte in die Schlucht zurück.

Im 11. Kapitel wird das erste Wunder beschrieben:

Hatto schließt mit dem Hinweis, dass die heilige Verena sich in einer engen Höhle eingeschlossen hatte.

Die Vita posterior beginnt mit dem sich verbreitenden Ruf der hl. Verena, die deshalb heimlich floh und zu einer Insel im Rhein gelangte.

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