Die Vasa (oder historisch: Wasa) war eine schwedische Galeone, die zu den größten und am stärksten bewaffneten Kriegsschiffen ihrer Zeit zählte. Bereits zu Beginn ihrer Jungfernfahrt am 10. August 1628 sank die Vasa nach nur etwa 1300 Metern Fahrtstrecke bei normalem Seegang wegen schwerwiegender konstruktiver Instabilität. Nach Bergung 1961 wurden ihre Bestandteile stabilisiert und restauriert. Sie ist heute im Vasa-Museum in Stockholm ausgestellt. Das Schiff trägt den Namen der schwedischen Königsdynastie Wasa (schwedisch Vasa oder Wasa).
König Gustav II. Adolf von Schweden ließ um die 1620er Jahre drei große Kriegsschiffe, die Äpplet, die Vasa und die Kronan bauen. Sie sollten die Interessen des lutherischen Schweden gegen das katholische Polen während des Dreißigjährigen Krieges zur Geltung bringen. Schweden wollte als aufsteigende Seegroßmacht vor allem den Import von Hanf aus dem Baltikum zur Herstellung von Tauwerk für neue Schiffe sicherstellen.
Neben religiösen und strategischen Gründen für den Krieg gab es auch persönliche: Gustav II. Adolfs Vater, Karl IX., hatte seinen Vetter, den polnischen König Sigismund III. Wasa, zuvor vom schwedischen Thron verdrängt, den dieser nun zurückzuerobern hoffte.
Der erste Auftrag der Vasa sollte die Blockade der Weichselmündung bei Danzig sein.
Der Bau der Vasa war für Schweden auch ein Prestigeprojekt. Sie war mit 64 Kanonen bestückt. Das Schiff hatte eine Gesamtlänge von 61 Metern ohne Bugspriet und Laterne, eine Länge zwischen den Steven von 47,5 Metern, eine Kiellänge von 38,34 Metern und war mit Beplankung 11,3 Meter breit. Von der Unterseite des Kieles bis zum Flaggenknopf des Großmastes maß es 52,2 Meter. Die gesamte Segelfläche lag bei etwa 1.300 m² und der Heckspiegel endete 15,2 Meter über dem Wasserspiegel bei einem achterlichen Tiefgang von 4,8 Metern.
Die Vasa war Bestandteil einer größeren Bestellung über drei Schiffe. Das erste Schiff war die Äpplet.
1625 wurden ca. 1.000 Eichen für den Bau der Vasa gefällt. Die Zimmerleute gingen mit Schablonen für die einzelnen Schiffsteile durch die Wälder Södermanlands und wählten passende Bäume aus. Das Holz wurde zur Halbinsel Blasieholmen im heutigen Stockholmer Stadtteil Norrmalm gebracht, wo am 1. Januar 1626 der eigentliche Bau begann.
Der verantwortliche Schiffbaumeister war der Holländer Henrik Hybertsson (Hendrik Hybertszoon, † Mai 1627). Zu dieser Zeit gab es noch keine Planzeichnungen in heutiger Form. Stattdessen benutzte man überlieferte Proportionen, die einem Schiff gute Eigenschaften geben sollten. Hybertsson richtete sich, wie bei Baubeginn gefordert, nach Proportionen für ein Schiff mit nur einem einzigen Kanonendeck.
Einer bekannten Geschichte zufolge, deren Evidenz aber bisher nie nachgewiesen werden konnte, habe Gustav II. Adolf erfahren, dass der dänische König Christian IV. ein ähnlich großes Schiff, die Sancte Sophia, auch Store Sophia genannt, bauen ließ. Daher habe er 1627, fünf Monate nach Baubeginn, die Anweisung gegeben, auf dem oberen Batteriedeck Kanonen in gleicher Zahl und vom gleichen Kaliber wie auf dem unteren Batteriedeck zu installieren, um so die Feuerkraft weiter zu erhöhen. Dadurch ging jedoch die Lagestabilität des Schiffes, die auf den Ballaststeinen im Rumpf basierte, weitgehend verloren und das Schiff wurde topplastig. Durch die erhöhte Masse und den damit verursachten größeren Tiefgang gerieten zudem die Öffnungen für die unteren Kanonen bereits bei geringer Krängung unter die Wasserlinie, wobei der erhöhte Schwerpunkt die wind- oder ruderlagenbedingte Krängung zusätzlich vergrößerte.
Über 700 Statuen, deren fratzenhafte Gesichter Schwedens Stärke demonstrieren und den Gegner demütigen und ängstigen sollten, zierten die Vasa. Es war ein Gewimmel aus römischen Kriegern, Löwen, Nixen, Phantasiefiguren und griechischen Gottheiten. Die Figuren entstanden im Renaissance- und frühen Barockstil. Die Inspirationen kamen hauptsächlich aus der Bibel, aber auch aus griechischen und römischen Sagen und aus verherrlichten schwedischen Königsstammbäumen.
Die Farbgebung der Vasa war nach der Bergung längere Zeit unbekannt. Untersuchungen, die von 1990 bis 1999 unter der Leitung von Peter Tångeberg durchgeführt wurden, zeigen, dass die Figuren in leuchtend bunten Farben bemalt waren. Dazu wurden die Figuren unter dem Rasterelektronenmikroskop auf Spuren von Pigmentteilchen oder bestimmten Bindemitteln untersucht. So war zum Beispiel Blau unter dem Rasterelektronenmikroskop an der Bruchlinie der Glaskristalle erkennbar: Es wurde sehr billig herzustellendes Schmalt verwendet, das einen Farbton wie das englische RAF-Blau ergibt und in besonderem Maße lichtbeständig ist. Im Zuge der Forschungen wurden auch Vergleichsstudien mit Altären aus jener Zeit durchgeführt.
Die Besatzung der Vasa bestand aus 437 Mann. Aus dem Jahr 1628 stammt ein Vorschlag, wie die Besatzung aufgeteilt sein sollte:
Offiziere: Kapitän (1), Leutnants (2)
Unteroffiziere: Oberschiffer (1), Unterschiffer (1), Hochbootsmann (1), Hochbootsmannsmaat (1), Steuerleute (2), Quartiermeister (4), Chefkanonier (1), Schiffsprofos (1)
Handwerker und Facharbeiter: Zimmerleute (4), Bootsmänner (2), Bootsmannsmaate (4), Koch (1), Bottelier (1)
Zum Zeitpunkt des Unglücks waren keine Soldaten und mindestens eine Frau an Bord.
Zuerst überführte man die Vasa von der Werft zum Ufer vor der königlichen Burg Tre Kronor. Kapitän Söfring Hansson ließ das Schiff ausrüsten und eine Probe durchführen, die die Stabilität des Schiffes testen sollte. Sie bestand darin, dass 30 Mann der Besatzung von einer Seite des Schiffes zur anderen rannten. Das Schiff schwankte dabei so sehr, dass man sich zum Abbruch des Versuchs entschloss.
Trotz dieses Problems lichtete die Vasa unter Kapitän Söfring Hansson Jute am 10. August 1628 die Anker. Vier Segel wurden gesetzt und Salut geschossen. Eine der alten Quellen gibt an, dass das Schiff schon auf den ersten Metern trotz geringen Windes eine bedrohliche Schräglage hatte. Der erste stärkere Windstoß ließ das Schiff nach etwa 1.300 Meter kentern; es starben schätzungsweise dreißig bis fünfzig Menschen. Somit dauerte die Jungfernfahrt der Vasa nur ca. 20 Minuten.