Die Vandenberg Space Force Base (abgekürzt VSFB, bis April 2021 Vandenberg Air Force Base, IATA-Code: VBG, ICAO-Code: KVBG) ist eine Luftwaffenbasis der US Air Force, die auch von der US Space Force genutzt wird. Sie erstreckt sich über etwa 40 Kilometer entlang an der kalifornischen Pazifikküste zwischen Los Angeles und San Francisco und dient ausschließlich als Raketenstartplatz. Die Basis wird auch als Weltraumbahnhof für zivile Starts der NASA und für den Start kommerzieller Satelliten genutzt. Der erste Orbitalstart erfolgte am 28. Februar 1959, wobei der Erdsatellit Discoverer 1 in eine polare Erdumlaufbahn gebracht wurde. Die VSFB ist nach General Hoyt S. Vandenberg benannt.
Zu statistischen Zwecken wurde die Basis als census-designated place (CDP) mit 3559 Einwohnern (Stand: 2020) erfasst.
Vandenberg ist neben der Cape Canaveral Space Force Station, dem Kennedy Space Center und der Mid-Atlantic Regional Spaceport einer der vier wichtigsten Weltraumbahnhöfe in den USA.
Er wurde gebaut, da Satelliten mit einer Bahnneigung von mehr als 56 Grad nicht von dem an der Ostküste gelegenen Cape Canaveral aus gestartet werden konnten, weil die Raketen nicht mehr das Meer, sondern das Festland hätten überfliegen müssen. Man sah sich deshalb nach einem Standort für eine weitere Basis um, die für Polarbahnen und sonnensynchrone Bahnen geeignet ist. Von Vandenberg wird nach Süden gestartet, in einem Azimutbereich von 158° bis 201°. Dadurch ergeben sich mögliche Bahnneigungen von 70° bis 104°.
In Vandenberg gibt es insgesamt 50 Startrampen; die Hälfte davon besteht aus Silos für unterirdische Starts.
Camp Cooke (1941–1953) war ein US-amerikanisches Ausbildungslager. 1941 benötigte die United States Army mehr und bessere Ausbildungsstätten für das Training ihrer Infanterie-Einheiten. Im März 1941 erschloss die United States Army ein Gelände mit 350 km² Farmland entlang der kalifornischen Küste zwischen Lompoc und Santa Maria. Ein Großteil des Landes wurde käuflich erworben, kleinere Stücke auch gepachtet, geleast oder enteignet. Wegen seiner flachen Plateaus, den umgebenden Wäldern, den vielen Canyons und der Abgelegenheit war sich die United States Army sicher, einen geeigneten Platz für ihre Zwecke gefunden zu haben.
Der Bau des Armeelagers begann im September 1941. Die United States Army nahm dieses Lager schon Monate vor seiner eigentlichen Fertigstellung am 5. Oktober 1941 in Betrieb. Es wurde zu Ehren des Major General Phillip St. George Cooke Camp Cooke genannt. Obwohl das Lager erst 1942 komplett fertiggestellt wurde, wurde schon vorher dort trainiert. Die 5. Amerikanische Panzerdivision wurde im Februar und März in das Camp verlegt.
und dem 2. Philippinischen Infanterieregiment durchliefen viele Einheiten diese Ausbildungsstation. Insgesamt durchliefen über 400 unterschiedliche Einheiten das Camp Cooke vor ihrer Verschiffung nach Europa oder Asien.
Im Verlaufe des Krieges waren deutsche und italienische Kriegsgefangene in Camp Cooke inhaftiert. Beide Gruppen wurden in Übereinstimmung mit den Genfer Konventionen getrennt verwahrt. Es wurden ihnen u. a. Arbeiten bei der Post, als Geistliche, in der Landwirtschaft und bei der Instandhaltung zugewiesen.
1946 wurde auf dem Gelände ein Hochsicherheitstrakt für die United States Army eingerichtet. Militärgefangene aus allen Teilen der Armee waren dort inhaftiert. Als Camp Cooke im Juni 1946 geschlossen wurde, erhielt das Aufsichtspersonal gleichzeitig die Pflicht zur Instandhaltung der gesamten Anlage. Fast das gesamte Gelände wurde als Acker- und Weideland verpachtet.
Mit dem Ausbruch des Koreakrieges wurde das Lager reaktiviert. Von August 1950 bis Februar 1953 diente Camp Cooke als Ausbildungslager für Einheiten, die in den Koreakrieg zogen und als Sommertrainingslager für Reserveeinheiten. Am 1. Februar 1953 wurde das Lager erneut geschlossen. Das Militärgefängnis wurde im August 1959 an die Federal Bureau of Prisons übergeben. Heute ist es als „United States Penitentiary“ in Lompoc bekannt.
Am 16. Juni 1956 erhielt die US Air Force vom US-Verteidigungsministerium einen Teil von Camp Cooke und benannte ihn in Cooke Air Force Base. Am 1. Juli 1957 war die 704th Strategic Missile Wing als erste US-Raketeneinheit mit Interkontinentalraketen einsatzbereit. Am 4. Oktober 1958 wurde die Cooke AFB zu Ehren des General Hoyt S. Vandenberg in Vandenberg AFB umbenannt.
Die erste Rakete in Vandenberg, eine Thor Mittelstreckenrakete (englisch Intermediate Range Ballistic Missile, IRBM), wurde am 16. Dezember 1958 gestartet. Zwei Monate später, am 28. Februar 1959, wurde mit einer Thor/Agena-Rakete der Satellit Discoverer 1, der erste die Erde in einer polaren Umlaufbahn umkreisende Satellit, gestartet.
Der erste Start einer Atlas-Rakete war am 9. September 1959. Danach folgten zahlreiche Atlas-Agena-Raketen, unter anderem im Rahmen des Missile Defense Alarm System (MIDAS). 1961 folgten Starts von Titan I- und später von Titan-II-Interkontinentalraketen (engl. Inter Continental Ballistic Missile, ICBM).
Durch den Erwerb der beiden Atolle Eniwetok und Kwajalein wurde das Startgebiet am 1. Juli 1960 im pazifischen Raum (Pacific Missile Range) erweitert und zur Unterstützung der VAFB benutzt.
Am 10. August 1960 startete eine Thor/Agena-A-Rakete mit dem Satelliten Discoverer 13. Einen Tag später wurde eine Kapsel abgeworfen und kehrte zur Erde zurück. Mit dieser Mission wurde zum ersten Mal ein Flugkörper aus dem Orbit wieder im Pazifik geborgen.
Am 3. Mai 1961 wurde zum ersten Mal eine Titan-I-Rakete unterirdisch aus einem Silo auf der VAFB gestartet.
Am 28. September 1962 starteten erste Flugtests mit den mit Festtreibstoff betriebenen Minuteman I ICBM Raketen.