Valerian und Veronique ist eine französische Science-Fiction-Comic-Serie über zwei Agenten des Raum-Zeit-Service, der von Galaxity – der Hauptstadt der Zukunft – aus agiert.
Die Zeichnungen stammen von Jean-Claude Mézières, die Texte von Pierre Christin. Koloriert wurden die Comics von Mézières’ Schwester Évelyne Tranlé. Die erste Geschichte, Les Mauvais Rêves (Schlechte Träume), erschien am 9. November 1967 in der Ausgabe #420 des Comic-Magazins Pilote. Die Serie wurde in verschiedene Sprachen übersetzt, zum Beispiel in Englisch, Schwedisch, Portugiesisch und Deutsch. In Brasilien waren die Comics zeitweise ein wöchentlich erscheinendes Feature der dort einflussreichen Tageszeitung O Globo.
Zunächst erschienen in Deutschland die Episoden als Fortsetzungsgeschichten im ZACK-Magazin im Koralle-Verlag. Die erste veröffentlichte Episode war Die Stadt der tosenden Wasser, hier unter dem Titel 1984 – Die Erde ertrinkt (Heft 23/1973). Seit 1978 wird die Serie in Albenform vom Carlsen Verlag (zeitweise in der Edition ComicArt) herausgegeben, in welchem bis heute auch die neuen Ausgaben der Reihe erscheinen.
Valerian und Veronique sind Agenten des Raum-Zeit-Services, welcher von Galaxity, der Hauptstadt des irdischen Imperiums des 28. Jahrhunderts aus aktiv wird. Zur Verfügung steht ein Raumschiff, welches den Raum-Zeit-Sprung ausführen kann und so zu verschiedenen Orten oder Zeiten reisen kann. Auch Technologie zum schnellen Spracherlernen steht bereit. Beim ersten Abenteuer lernt Valerian bei einer Zeitreise ins Jahr 1000 Veronique auf der Erde kennen. Dort rettet sie sein Leben und entdeckt, dass er ein Zeitreisender ist. Das wiederum zwingt Valerian dazu, sie mit in seine Zeit zu nehmen, wo sie auch zu einer Agentin ausgebildet wird. Seitdem bilden die beiden ein Liebespaar und agieren gleichberechtigt nebeneinander.
Ihre Reisen führen das Paar zu unterschiedlichen Planeten mit außerirdischen, stark exotischen oder auch denen auf der Erde ähnelnden Lebensbedingungen, zu unterschiedlichen Zeiten. Einige Abenteuer spielen auf der Erde um das 20. Jahrhundert.
Die Geschichten spielen immer wieder auf gesellschaftspolitische Themen an. So werden in mehreren Bänden ausbeuterische Systeme oder Unternehmen dargestellt, gegen die sich die vermeintlich Schwächeren behaupten müssen. Genauso gibt es emanzipatorische Seitenhiebe seitens Veronique gegen Valerian.
Immer wieder kommt es innerhalb der Serie zu Zitaten und Anspielungen; so ähnelt das Flugtier in der Insel der Kinder jenem der Figur Arzach von Moebius, die Figur Gott erinnert an Orson Welles und der Kalifensohn sieht Abdallah aus Tim und Struppi ähnlich. In Die Geister von Inverloch werden Personen aus dem Comic Treibjagd thematisiert und das Abschlussbild der Trügerischen Welten spielt auf das Renoir-Gemälde Das Frühstück der Ruderer an.
Valerian und Veronique selbst gelten als Vorbild erfolgreicher Science-Fiction-Filme. So finden einige Elemente früher Comicalben in den Star-Wars-Filmen Verwendung.
Die Ausstattung des Filmes Das fünfte Element wurde von Mézières in Anlehnung an das Album Die Kreise der Macht realisiert.
Im französischsprachigen Original heißt der Comic Valérian, agent spatio-temporel, doch meistens wird er im französischsprachigen Raum nach den beiden Hauptpersonen als Valérian et Laureline bezeichnet. In Deutschland wurde dies zunächst für die Veröffentlichung im ZACK-Magazin (ab 1973) übernommen, in den Alben des Carlsen Verlags (ab 1978) wurde daraus jedoch, aus unbekannten Gründen, Valerian und Veronique.
Der ursprüngliche Name Laureline kommt jedoch manchmal zum Vorschein, zuletzt im Band 19 (Am Rande des großen Nichts), wo Valerian und Veronique einen kleinen Markt-Handel aufgezogen haben; auf ihrem Firmenlogo über dem Marktstand steht V & L (für Valérian & Laureline). Bei Übersetzungen werden die Zeichnungen in der Regel nicht angepasst, sondern lediglich die Texte in eine andere Sprache übersetzt. So auch in Band 14 (Lebende Waffen), wo auf einem Plakat unter Veroniques Konterfei in kyrillischen Buchstaben ЛОРЕЛИНА (also Lorelina) steht.
Der Carlsen Verlag wechselte im Juni 2017 für eine einmalige „Filmausgabe“ den Titel zurück zu Valerian & Laureline, da dieser Name auch im Film Valerian – Die Stadt der tausend Planeten verwendet wird.
Die englische Ausgabe heißt Valérian: Spatio-Temporal Agent; Laureline wurde hier nicht umbenannt. In Schweden erscheint der Comic unter dem Titel Linda och Valentin, wie auch in Dänemark (Linda og Valentin), und in den Niederlanden als Ravian: Tijd/ruimte-agent.
Einige Bände sind in Deutschland in anderer Reihenfolge erschienen als im Original vorgesehen. Bei diesen ist die ursprünglich korrekte Nummer in Klammern angegeben. Die später erschienene deutsche Gesamtausgabe benutzt die Reihenfolge im Original.
Band 0: Schlechte Träume 56 Seiten
Dieser Band enthält zwei Geschichten über die Vergangenheit und die Zukunft der beiden Raum-Zeit-Agenten. In Schlechte Träume geht es um das erste Zusammentreffen von Valerian und Veronique im Jahr 1000. Die Asteroiden von Shinballil ist ein Video-Comic, der Anfang der 80er Jahre entstand und die skurrilen Eigenschaften dieser Himmelskörper näher beschreibt. Zudem enthält der Band bislang unveröffentlichte Illustrationen und eine Tabelle, die alle Abenteuer der beiden Helden in die komplexe chronologische Struktur der Serie einordnet. Das Album wurde im Jahr 2000 als Band 0 in die laufende Serie eingeschoben, da die Handlung von Schlechte Träume zeitlich vor den restlichen Geschichten der Reihe spielt.
Band 1: Die Stadt der tosenden Wasser
Kombul, der gefährlichste Gefangene von Galaxity, ist geflohen. Mit einer Raum-Zeit-Maschine bewegt er sich in das New York des Jahres 1986: eine Ruinenstadt, die durch die Explosion eines Wasserstoffbombenlagers am Nordpol und daraufhin geschmolzener Gletscher überflutet wurde und in der es nur noch wenige Überlebende gibt. Er möchte die Pläne der Raum-Zeit-Maschine an sich reißen und als Diktator die Welt beherrschen, verstirbt jedoch bei dem Versuch, eine frühzeitliche Maschine in Gang zu setzen.