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Vénus Khoury-Ghata

Libanesisch-französische Schriftstellerin und Dichterin

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Vénus Khoury-Ghata, arabisch فينوس خوري غاتا, DMG Fīnūs Ḫūrī Ġātā (geboren 23. Dezember 1937 in Baabda, Libanon; gestorben am 28. Januar 2026 in Paris, Frankreich), war eine libanesisch-französische Dichterin und Schriftstellerin. Sie lebte seit 1972 in Paris und wurde mit bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet.

Khoury-Ghata wurde im Libanon in eine maronitische Familie geboren. Ihr Vater war zur Zeit des französischen Völkerbundmandats für Syrien und Libanon Dolmetscher beim französischen Hochkommissariat und vermittelte seinen vier Kindern die Liebe zur französischen Sprache. Ihre Mutter war eine Bäuerin mit geringer Schulbildung. Ihre Kindheit verbrachte Khoury-Ghata in Bischarri, dem Bergdorf ihrer Mutter, das vom Grabmal des Dichters Khalil Gibran überragt wird. Sie war die ältere Schwester der Schriftstellerin May Menassa. Ihren Bruder Victor, der unveröffentlichte Gedichte schrieb, verehrte sie sehr. Er erkrankte jedoch an Schizophrenie, wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und starb 1954.

1957 heiratete sie einen reichen Geschäftsmann und gewann zwei Jahre später den Titel der Miss Beirut 1959. Schließlich studierte sie Literatur an der École Supérieure des Lettres in Beirut. Ihren ersten Gedichtband Les Visages inachevés (Unfertige Gesichter) veröffentlichte sie 1966 in Beirut, den zweiten Terres stagnantes (Stagnierendes Land) 1968 im Pariser Verlagshaus Seghers. Dort erschien auch 1971 ihr erster Roman Les Inadaptés (Die Unangepassten). Nach der Scheidung von ihrem Ehemann unternahm sie eine Reise nach Mexiko.

1972 heiratete Vénus Khoury den französischen Forscher und Arzt Jean Ghata in zweiter Ehe. Er war Sohn der türkischen Kalligraphin Rikkat Kunt und deren zweiten Ehemannes Fahreddin Ghata. 1972 zog Khoury-Ghata endgültig nach Frankreich und lebte seitdem in Paris. Sie arbeitete eine Zeit lang bei der Literaturzeitschrift Europe. In dieser Zeit übersetzte sie Gedichte von Louis Aragon, Alain Bosquet und Jean-Claude Renard ins Arabische. Jean Ghata starb 1981. Khoury-Ghata war untröstlich und wurde von ihrer Schwester, die eigentlich in Beirut wohnte, einige Wochen liebevoll unterstützt.

Khoury-Ghata war Mitglied von zehn Jurys: unter anderem der des Prix Mallarmé, des Prix littéraire France-Québec, des Prix Max-Pol-Fouchet, des Prix Senghor, des Prix international de poésie francophone Yvan-Goll und des Prix des cinq continents de la francophonie.

2018 wurde sie neben Sedef Ecer, Paula Jacques und Khadi Hane in das 2018 in Orléans gegründete Parlement des écrivaines francophones (Parlament der frankophonen Schriftstellerinnen) aufgenommen. Darin haben sich Schriftstellerinnen der Welt zusammengeschlossen, die nicht aus Frankreich stammen, aber französisch schreiben.

Khoury-Ghata hatte vier Kinder. Ihre Tochter Yasmine Ghata ist ebenfalls eine bekannte Schriftstellerin.

Im Werk von Khoury-Ghata ist die Verwurzelung in zwei Welten, dem Französischen und dem Arabischen zu spüren. Auch wechselte sie zeitlebens zwischen dem Schreiben von Gedichten und dem von Romanen. Sie verarbeitete persönliche Traumata wie den Tod des Bruders und des zweiten Ehemanns und arbeitete sich an Gegensätzen ab wie Leben und Tod, Wirklichkeit und Phantasie, Traum und Alptraum, Sprechen und Schweigen, Lachen und Trauer.

Durch den Libanesischen Bürgerkrieg und den Tod von Vater, Bruder und Ehemann war der Tod ein zentrales Thema in ihrem dichterischen und schriftstellerischen Werk.

Khoury-Ghata erhielt zahlreiche Preise, wovon der renommierteste der Grand Prix de Poésie der Académie française ist, den sie 2009 erhielt. 2011 erhielt sie den ebenfalls angesehenen Prix Goncourt de la Poésie Robert Sabatier.

Rund 40 Romane und Gedichtbände hat sie (Stand Herbst 2021) veröffentlicht, die in 15 Sprachen übersetzt wurden.

1980: Prix Guillaume Apollinaire für Les ombres et leurs cri.

1987: Prix Mallarmé für den Gedichtband Monologue du mort

1993: Grand Prix de Poésie de la SGDL für das Gesamtwerk

1997: Prix Jules Supervielle der Stadt Oloron-Sainte-Marie für Anthologie personnelle

2003: Prix Nice-Baie-des-Anges für Le Moine, l’ottoman et la femme du grand argentier

2005: Prix Jules-Janin der Académie française

2010: Offizier der Ehrenlegion

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