Utah (englische Aussprache [ˈjuːtɑː] ) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika und Teil der Mountain States. Zusammen mit Arizona im Süden, Colorado im Osten und New Mexico im Südosten bildet er die Four-Corners-Staaten. Außerdem grenzt Utah im Nordosten an Wyoming, im Norden an Idaho und im Westen an Nevada. Der 13. größte Flächenstaat ist mit etwas mehr als drei Millionen Einwohnern der 30. größte Staat nach Bevölkerung und hinsichtlich der Bevölkerungsdichte der 11. am dünnsten besiedelte Bundesstaat. Die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt Utahs ist Salt Lake City, die das Zentrum der Wasatch Front bildet, dem Hauptsiedlungsgebiet des Staates im nördlichen Zentrum zwischen der Wasatch Range und dem Großen Salzsee, wo zwei Drittel der Gesamtbevölkerung leben. Weitere bedeutende Städte in diesem Gebiet sind Provo und Ogden. Der kleinere Siedlungsschwerpunkt ist der Südwesten Utahs mit der Stadt St. George. Die restlichen Gebiete sind äußerst dünn besiedelt und vom Great Basin, den Rocky Mountains und dem Colorado-Plateau geprägt.
Utah wird seit Jahrtausenden von verschiedenen indigenen Völkern bewohnt, darunter die alten Pueblo-Indianer, die Navajo und die Ute. Die ersten Europäer, die Mitte des 16. Jahrhunderts hier ankamen, waren die Spanier. Aufgrund der schwierigen geografischen Lage und des rauen Klimas der Region wurde sie nur zu einem Randgebiet von Neuspanien (und später von Mexiko). Obwohl es sich um mexikanisches Territorium handelte, stammten viele der frühesten europäischen Siedler in der Region Utah aus den Vereinigten Staaten; besonders hervorzuheben sind dabei die Mormonen, die vor Ausgrenzung und Verfolgung in den Vereinigten Staaten in Richtung Westen flohen und über den sogenannten Mormon Trail ankamen. Im Jahr 1848, nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, wurde die Region von den USA annektiert und Teil des Utah-Territoriums, zu dem auch die späteren Bundesstaaten Colorado und Nevada gehörten. Streitigkeiten zwischen der dominierenden mormonischen Gemeinschaft und der Bundesregierung verzögerten Utahs Aufnahme als Bundesstaat: 1896, nachdem man sich bereit erklärt hatte, die Polygamie zu verbieten, wurde Utah als 45. Bundesstaat aufgenommen.
Mormonen machen etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung Utahs aus, von denen die überwiegende Mehrheit Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind, deren weltweiter Hauptsitz sich in Salt Lake City befindet. Damit ist Utah der einzige Bundesstaat, in dem die Mehrheit der Bevölkerung einer einzigen Kirche angehört und der so stark von einer religiösen Gruppe geprägt wird. Die LDS-Kirche hat großen Einfluss auf die Kultur, die Politik und das tägliche Leben. Seit den 1990er Jahren ist Utah jedoch sowohl religiös vielfältiger als auch säkularer geworden.
Der Name Utah leitet sich von dem Indianer-Volk der Ute ab. Nach dem Wunsch der Mormonen sollte der Staat eigentlich Deseret heißen; dieser religiös begründete Name, der aus dem Buch Mormon stammt, wurde von der US-Bundesregierung jedoch wegen der Trennung von Kirche und Staat nicht akzeptiert. Der Beiname des Staates lautet The Beehive State (engl. beehive ‚Bienenkorb‘, ‚Bienenstaat‘, ‚Bienenstock‘), der sich daraus erklärt, dass die Mormonen den Bienenkorb als Symbol des Fleißes zum Symbol des Staates bzw. Territoriums machten. Auch die neue Flagge stellt dieses Symbol sehr prominent zur Schau. Weitere Staatssymbole sind die Möwe als Staatsvogel, die Kirsche als Staatsobst, der Allosaurus als Staatsfossil und der Colt M1911 als Staatswaffe. Utah war der erste Bundesstaat, in dem eine Waffe diesen Status bekam. Wichtigster Kulturexport ist das Sundance Film Festival, das bedeutendste Filmfestival in den USA.
Utah verfügt über eine stark diversifizierte Wirtschaft, zu deren wichtigsten Sektoren Verkehr, Bildung, Informationstechnologie und Forschung, öffentliche Dienstleistungen, Bergbau, Multi-Level-Marketing und Tourismus zählen. Seit dem Jahr 2000 gehört Utah zu den am schnellsten wachsenden Bundesstaaten. St. George war von 2000 bis 2005 die am schnellsten wachsende Metropolregion in den USA. Der Bundesstaat weist das zwölfthöchste mittlere Durchschnittseinkommen und die geringste Einkommensungleichheit aller US-Bundesstaaten auf. Im Laufe der Zeit und beeinflusst durch den Klimawandel haben Dürren in Utah an Häufigkeit und Schwere zugenommen, was die Wasserversorgungssicherheit in Utah weiter belastet und sich auf die Wirtschaft des Bundesstaates auswirkt.
Utahs Nachbarstaaten sind Nevada, Idaho, Wyoming, Colorado, New Mexico und Arizona. Die südöstliche Ecke des Staates bildet mit den Flächen von Colorado, New Mexico und Arizona das einzige Vierländereck der Vereinigten Staaten, den Punkt Four Corners, nach dem auch die angrenzende Region benannt ist.
Durch Utah verläuft die Grenze zwischen zwei geographischen Provinzen: dem Colorado-Plateau im Osten und Süden sowie der Basin and Range Province im Westen des Bundesstaats. Die Wasatch Mountains bilden die Grenze zwischen diesen Großregionen. Im Osten und Nordosten reichen die Rocky Mountains gerade noch nach Utah. Im Nordosten liegt in den Uinta Mountains mit dem Kings Peak (4123 m) auch der höchste der Berge in Utah.
Der Anteil Utahs am Colorado-Plateau lässt sich in mehrere Sektionen teilen. Im Norden, unterhalb der Uinta Mountains liegt das Uinta-Becken. Es wird durch den Oberlauf des Green Rivers geprägt. Südlich schließt sich die Canyon Lands-Sektion an, in der der Colorado River fließt und der Green River in ihn mündet. Westlich davon liegt die High Plateaus-Sektion mit mehreren Schichtstufen der Grand Staircase. Im Südwesten liegt ein als Utahs Dixie bezeichnetes Gebiet, das durch den Virgin River entwässert wird. Die Mormonischen Pioniere prägten den Namen, weil sie in dieser klimatisch mildesten Region Utahs Baumwolle anbauen konnten.
Der Basin and Range-Anteil Utahs besteht aus der völlig ebenen Großen Salzwüste und einer Vielzahl an kleinen und kleinsten Horsten sowie den dazwischen auftretenden Graben. Die beiden östlichsten Täler der Region, das Salt Lake Valley und das Utah Valley, bilden zusammen die Wasatch Front unterhalb der Wasatch Mountains. Sie sind als einzige Teile des Staates dicht besiedelt und beherbergen etwa 80 % aller Einwohner Utahs.
Die Fläche von 219.887 km² erstreckt sich auf 435 Kilometern von Ost nach West zwischen 109° W und 114° W, sowie auf 565 Kilometern von Süd nach Nord zwischen 37° N und 42° N. 3,25 Prozent der Staatsfläche bestehen aus Wasser, den größten Anteil hat der Große Salzsee.
In Utah herrscht extremes Steppenklima, d. h., es gibt verhältnismäßig heiße Sommer um 30 °C und kalte, schneereiche Winter häufig unter 0 °C. Die jährlichen Niederschläge reichen von 200 bis 700 mm und sind auf das ganze Jahr relativ gleichmäßig verteilt. Die Region um Salt Lake City (1350 m) ist ein beliebtes Wintersportgebiet; 2002 wurden hier die Olympischen Winterspiele ausgetragen.
Utah hat 3,101 Millionen Einwohner (Hochrechnung des U.S. Census Bureau 2017), davon sind 89,1 % Weiße, 0,9 % Schwarze und Afroamerikaner, 1,9 % Asiaten, 1,1 % Indianer, 0,7 % Hawaiianer und 4,5 % anderer Abstammung. 1,8 % gaben an, zwei oder mehr „Rassen“ (nach dem Konzept des US census Bureau) zugehörig zu sein. Unter der Gesamtbevölkerung sind 11,2 % Angehörige der Hispanischen Gemeinschaft.
Utah hat die höchste Fertilitätsrate unter allen Bundesstaaten der USA (2,29 Kinder pro Frau 2015). Die Bevölkerung Utahs lebt länger als der amerikanische Durchschnitt und hat einen niedrigeren Anteil an übergewichtigen Personen.
Über 80 % der Bevölkerung Utahs lebt in der Metropolregion „Wasatch Front“ unterhalb der Westflanke der Wasatchkette. Der Siedlungsstreifen erstreckt sich von Ogden im Norden bis Provo im Süden und auf das Salt Lake Valley und das Utah Valley. Der Rest des Bundesstaates ist extrem dünn besiedelt.
Alters- und Geschlechterstruktur
Die Altersstruktur von Utah setzt sich folgendermaßen zusammen:
bis 18 Jahre: 792.172 (31,1 %)
18–64 Jahre: 1.533.931 (60,1 %)