Usher Raymond IV. (* 14. Oktober 1978 in Dallas, Texas), bekannt unter dem Künstlernamen Usher, ist ein US-amerikanischer R&B-Sänger und Schauspieler sowie mehrfacher Grammy-Preisträger.
Usher wurde als Sohn von Jonetta Patton (geborene O’Neal) und Usher Raymond III. geboren. Er verbrachte den Großteil seiner Jugend in Chattanooga, Tennessee. Als er ein Jahr alt war, verließ sein Vater die Familie, sodass er mit seiner Mutter, seinem Stiefvater und einem Halbbruder aufwuchs. Mit neun Jahren begann er, im Chor seiner Kirchengemeinde zu singen. Dort entdeckte seine Großmutter seine Fähigkeit zum Singen. In der Überzeugung, dass eine größere Stadt mehr Möglichkeiten für die Präsentation seines Talents bieten würde, zog seine Familie nach Atlanta, Georgia. Dort besuchte er die North Springs High School. Am 21. Januar 2008 starb sein Vater an einem Herzinfarkt.
Musikalische Anfänge und Usher
Mit 13 Jahren wurde er bei der US-amerikanischen Version von Star Search von einem Vertreter des Plattenlabels LaFace Records entdeckt. Dieser arrangierte ein Vorsprechen für Usher mit L.A. Reid, der einen Plattenvertrag mit ihm unterzeichnete. Daraufhin beendete Ushers Mutter ihre Arbeit als medizinisch-technische Assistentin, um seine Karriere zu verwalten, jedoch brach sie diese Arbeit als Clientmanagerin im Mai 2007 ab.
Im Jahr 1993 veröffentlichte er seine erste Single Call Me a Mack, die er für den Film Poetic Justice aufnahm. Im darauffolgenden Jahr erschien sein selbstbetiteltes Debütalbum Usher, wobei Sean Combs einige Songs produzierte. Das Album hatte jedoch nur mäßigen Erfolg und erreichte lediglich Platz 167 der US-amerikanischen Billboard 200.
Usher entwickelte eine Freundschaft mit dem US-amerikanischen Musikproduzenten Jermaine Dupri. Mit ihm produzierte er einige Songs für sein zweites Album, My Way, das am 16. September 1997 erschien. Die Singleauskopplung You Make Me Wanna... erreichte in Großbritannien die Chartspitze und ist somit der erste Nummer-eins-Hit von Usher. Zudem veröffentlichte er noch zwei weitere Singles aus dem Album, My Way und Nice & Slow. Letztere schaffte es sogar bis auf Platz 1 in den US-amerikanischen Billboard Hot 100. Das Album konnte sich weltweit über sieben Millionen Mal verkaufen, allein sechs Millionen Mal in den USA.
Im Frühjahr 1999 veröffentlichte er ein Livealbum, genannt Live, das Platz 73 in den US-amerikanischen Album-Charts erreichte. Es beinhaltet unter anderem Auftritte von Lil’ Kim, Jagged Edge, Shanice, Trey Lorenz und Twista. In den USA wurde das Album mit Gold ausgezeichnet.
Sein drittes Album 8701, das ursprünglich All About U heißen sollte, wurde am 7. August 2001 veröffentlicht. Die erste Single-Auskopplung Pop Ya Collar konnte sich zwar gut in Großbritannien platzieren, jedoch schaffte es die Single nur bis auf Platz 60 in den USA. Wiederum konnten sich die beiden anderen Single-Auskopplungen U Remind Me sowie U Got It Bad für insgesamt fünf Wochen auf Platz 1 in den USA platzieren.
In den darauffolgenden zwei Jahren gewann er zwei Grammys in der Kategorie Best Male R&B Vocal Performance für die Singles U Remind Me sowie U Don’t Have to Call. Im Sommer 2002 war er neben Loon als Gastmusiker in dem Song I Need a Girl (Part I) von P. Diddy zu hören.
Am 27. Januar 2004 brachte Usher, in Zusammenarbeit mit den Rappern Ludacris und Lil Jon, die erste Single-Auskopplung Yeah! seines vierten Albums Confessions heraus. Die Single wurde ein weltweiter Erfolg und ist sein erster und bisher einziger Nummer-eins-Hit in Deutschland. In den Vereinigten Staaten konnte sich der Song für zwölf Wochen an der Chartspitze halten und gilt somit als der erfolgreichste im Jahr 2004 in den USA. Bislang ist Yeah! die erfolgreichste Single des Musikers.
In den darauffolgenden Monaten wurden die Singles Burn sowie Confessions (Part II) veröffentlicht, die sich beide für insgesamt zehn Wochen auf Platz 1 in den USA platzieren konnten. Im Spätsommer 2004 erschien das Duett My Boo mit Alicia Keys, das sich ebenfalls für sechs Wochen an der Chartspitze in den Vereinigten Staaten halten konnte. Die letzte Single-Auskopplung Caught Up schaffte es in den USA nicht wie die vorherigen Singles auf Platz 1, sondern auf Platz 8.
Das Album Confessions wurde schon am 23. März 2004 herausgebracht und ist bis heute, mit über 15 Millionen verkauften Toneinheiten, das erfolgreichste Album des Sängers. Allein in der ersten Woche nach der Veröffentlichung wurden fast 1,1 Millionen Einheiten verkauft. Dies gelang bisher noch keinem R&B-Künstler. Alle Single-Auskopplungen des Albums haben insgesamt für 26 Wochen Platz 1 in den USA belegt. Aus diesem Grund wurde er bei den Billboard Music Awards im Jahr 2004 zum Künstler des Jahres gekürt.
Zusätzlich bekam Usher für das Album zahlreiche Auszeichnungen: Darunter vier American Music Awards, drei World Music Awards, zwei MTV Europe Music Awards sowie zwei MTV Video Music Awards. Bei den 47. Grammy Awards im Jahr 2005 gewann er in den Kategorien Best R&B Performance By A Duo Or Group With Vocals für My Boo, Best Rap/Sung Collaboration für Yeah! sowie in der Kategorie Best Contemporary R&B Album für Confessions.
Anfang 2005 war er neben Ludacris als Gastmusiker in dem Song Lovers & Friends von Lil Jon zu hören, ebenso im Jahr 2007 in dem Song Same Girl von R. Kelly.
Am 13. Mai 2008 erschien in einigen europäischen Ländern das fünfte Album Here I Stand. In der ersten Woche wurden rund 400.000 Toneinheiten verkauft. Dadurch stieg das Album direkt an die Chartspitze der US-amerikanischen Billboard 200 ebenso die Single-Auskopplung Love in This Club, die übrigens mit dem Rapper Young Jeezy aufgenommen wurde. Zudem schaffte es die darauffolgende Single Love in This Club Part II, in dem diesmal Beyoncé und Lil Wayne ebenfalls zu hören sind, bis in die Top 20 der US-amerikanischen Billboard Hot 100.
Das sechste Album Raymond v. Raymond erschien am 26. März 2010. Drei der sechs Single-Auskopplungen wurden ausschließlich in den Vereinigten Staaten veröffentlicht, dazu gehören: Die Single Papers, There Goes My Baby sowie Lil Freak. Letztere wurde mit Nicki Minaj aufgenommen. Sie alle schafften es bis in die Top-40 der US-amerikanischen Singlecharts. Die Single Hey Daddy (Daddy’s Home) erreichte lediglich in zwei Ländern eine Chartplatzierung, nämlich in den USA auf Platz 24 sowie in Österreich auf Platz 68.
In Zusammenarbeit mit will.i.am, brachte Usher seine Single OMG heraus, die bislang sein neunter Nummer-eins-Hit in den USA ist. In den Billboard 200 erreichte das dazugehörige Album ebenfalls die Höchstposition und verkaufte sich in der ersten Woche über 300.000 Mal. Im November 2010 wurde eine weitere Single des Albums veröffentlicht, More, die es bis auf Platz 1 in den kanadischen Singlecharts schaffte. Beim Super Bowl XLV traten die beiden Musiker mit dem Song live auf.
Einige Monate zuvor wurde die Extended Play Versus veröffentlicht, die ebenfalls als Deluxe Edition von Raymond v. Raymond verkauft wird. Es enthält zudem einige neue Songs, unter anderem DJ Got Us Falling in Love mit Pitbull, Hot Tottie mit Jay-Z sowie Somebody to Love (Remix) mit Justin Bieber.