Uri Geller (hebräisch אורי גלר, ursprünglich György Gellér; * 20. Dezember 1946 in Tel Aviv, Britisches Mandatsgebiet Palästina) ist ein israelischer Zauberkünstler, der von sich behauptet, übersinnliche Kräfte zu besitzen. Er ist bekannt für seine Fernsehdarbietungen, in denen er die Wirkung von Psychokinese und Telepathie simuliert. Wegen der Behauptung tatsächlicher übersinnlicher Kräfte wird Geller in vielen Teilen der Zauberkünstlergemeinschaft des Betrugs beschuldigt.
Uri Geller wurde als Sohn von Jitzchak und Margarete Gellér, geborene Freud, in Tel Aviv geboren. Seine Eltern sind österreichisch-ungarischer Herkunft. Er gibt an, im Alter von fünf Jahren ein Schlüsselerlebnis gehabt zu haben, als ihn in einem Garten ein heller Lichtblitz zu Boden geworfen habe. Kurz darauf habe es zum Mittagessen Suppe gegeben, wobei sich sein Löffel verbogen habe und gebrochen sei. Dies sei der Beginn einer weit gefächerten paranormalen Begabung gewesen, eine aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbare Behauptung.
Als Fallschirmjäger kämpfte er 1967 im Sechstagekrieg, in dem er verwundet wurde. Anschließend arbeitete er als Fotomodell. 1969 begann er, seine vermeintliche Fähigkeit, Löffel zu manipulieren, zu vermarkten. Entdeckt wurde Geller von dem New Yorker Parapsychologen Andrija Puharich, der später Gellers Biografie verfasste.
Seit 1979 ist Geller verheiratet; er hat zwei Kinder. Nach eigenen Angaben war er Ende der 1970er Jahre besessen von Ruhm und Geld, zugleich habe er an Bulimie und Angstzuständen gelitten. Im Jahr 1980 rieten ihm seine Freunde John Lennon und Yoko Ono, nach Japan zu gehen, um Spiritualität zu finden. Daraufhin verbrachte er mit seiner Familie ein Jahr in Japan und lernte Meditation bei japanischen Mönchen.
Geller wurde Multimillionär. Er lebte lange im Dorf Sonning bei Reading in einer 23-Zimmer-Villa, die dem Weißen Haus ähnelt. 2015 zog er mit seiner Ehefrau in ein bescheidenes Apartment im Künstlerviertel von Jaffa in Israel.
Geller spricht Hebräisch, Englisch und Ungarisch.
Geller erregte in den 1970er Jahren erstmals Aufsehen mit seinen Fernsehauftritten, in denen er angeblich durch telepathische Kräfte versteckt gemalte Zeichnungen nachmalte, stehengebliebene Uhren zum Ticken brachte und Besteck verbog. Sein internationaler Erfolg beruhte auch auf Gellers wiederholter Behauptung, er bewirke die vorgeführten Effekte aufgrund paranormaler Vorgänge und nicht durch Zaubertricks. Geller sagte in Interviews gelegentlich, dass er glaube, seine „Kräfte“ von Außerirdischen vom Planeten „Hoova“ oder von Gott erhalten zu haben. In Deutschland sorgte sein Fernsehauftritt am 17. Januar 1974 in der Show Drei mal Neun und in der Schweiz in einer von Werner Vetterli moderierten Sendung für Aufsehen.
2002 nahm Geller an der ersten Staffel der britischen Fernsehshow I’m a Celebrity…Get Me Out of Here! teil. Nach vielen Jahren der TV-Abstinenz in Deutschland erlebte Geller 2004 mit der Sendung Die Uri-Geller-Show ein Comeback. RTL erzielte damit einen Marktanteil von 25,5 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe. Das entsprach fast sechs Millionen Zuschauern. Am 8. Januar 2008 lief die Reihe The next Uri Geller – Unglaubliche Phänomene Live auf ProSieben an, in der Geller als Gastgeber fungierte (siehe unten). Mittlerweile sieht er seine Verbindung zu den Außerirdischen anders: Dies habe ihm ein Wissenschaftler der CIA damals eingeredet. An Aliens und Ufos glaube er aber weiterhin.
Geller tritt auch als Motivationsredner auf. Er behauptet, er habe mit übersinnlichen Kräften Bergbauunternehmen dabei geholfen, Bodenschätze aufzuspüren, z. B. Diamanten, Kohle und Gold.
Gelegentlich meldet sich Uri Geller öffentlich zu Wort mit der Behauptung, er habe Großereignisse vorhergesehen oder beeinflusst. So habe er während der Fußball-Europameisterschaft 1996 einen Ball telekinetisch beeinflusst. In der Regel handelt es sich dabei um Behauptungen, die einer wissenschaftlichen Untersuchung aufgrund ihrer Argumentationsstruktur nicht zugänglich sind. Dies bringt ihm speziell von skeptischer Seite Kritik ein. Geller suchte seit Beginn seiner Auftritte stets die Nähe zu anderen Prominenten, insbesondere sei er mit Michael Jackson befreundet gewesen. Geller selbst weist zudem darauf hin, er engagiere sich auch als Spender für wohltätige Zwecke.
Geller ließ in Jaffa ein Uri‐Geller‐Museum bauen, das 2021 fertiggestellt wurde. Bereits ab 2020 war es für Besuchergruppen geöffnet.
Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 warnte Geller Wladimir Putin über das Soziale Netzwerk X: Er werde mit seiner Gedankenkraft, in Verbindung mit der Kraft der gesamten übrigen Welt, einen vom russischen Präsidenten gestarteten Nuklearkrieg verhindern.
Wissenschaftliche Untersuchungen und Kritik
Wissenschaftliche Kontroversen
Anfänglich konnte Geller eine Reihe von Physikern und andere Wissenschaftler mit seinen Vorführungen beeindrucken und überzeugen. Beispielsweise wurde in dem angesehenen Magazin Nature 1974 ein Artikel der beiden Laser-Spezialisten Russell Targ und Harold Puthoff vom SRI International (SRI) über die hellseherischen Fähigkeiten von Geller veröffentlicht. Der Artikel wurde im Editorial als „schwach in Design und Ausführung“, „beunruhigend unklar“ bezüglich experimenteller Details, „unbehaglich, was Vorkehrungen gegen fehlerhafte Schlussfolgerungen betrifft“, bezeichnet. Den beiden Autoren wurde Naivität einiger Methoden und „ein Mangel an Qualifikation“ vorgeworfen.
Der Artikel, wie auch seine Veröffentlichung, wurden sehr kontrovers diskutiert.
Nature wollte den Artikel zunächst nicht veröffentlichen und schickte ihn an das SRI zurück. Da er jedoch von zwei Wissenschaftlern einer führenden Forschungseinrichtung verfasst worden war und der Inhalt einer wissenschaftlichen Untersuchung würdig erschien, entschloss man sich doch zur Veröffentlichung. Zudem wollten die Herausgeber anderen Forschungseinrichtungen die Möglichkeit geben, die Qualität des Institutes und dessen Beitrag zur Parapsychologie zu beurteilen. Im Editorial der Ausgabe wurde außerdem auf eine gleichzeitige, sechzehnseitige Veröffentlichung des Physikers Joseph Hanlon im New Scientist hingewiesen, die eine zweimonatige Nachforschung über Geller und die SRI-Experimente zum Thema hat. Dieser Artikel würde die Positionen Gellers und der SRI-Forscher untergraben.
Der ehemalige US-Astronaut Edgar Mitchell, selbst bekannt dafür, parapsychologischen Phänomenen zugeneigt zu sein, schilderte als Augenzeuge die Untersuchungen am SRI wie folgt: „Hal (Puthoff) und Russ (Targ) waren so begierig darauf, Geller bei der Arbeit zu halten, dass sie sich von ihm in die Enge treiben ließen und schließlich auf jede seiner Launen eingingen. Wenn er drohte fortzugehen, gaben sie nach und taten alles, was er wollte. Natürlich verloren sie so die Kontrolle über die Situation, und das wurde von Mal zu Mal schlimmer.“