Uppsala [ˈɵpːˌsɑːla] , veraltet auch Upsala, ist eine Großstadt in der schwedischen Provinz Uppsala län und der historischen Provinz Uppland. Uppsala ist Residenzstadt der Provinz und Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.
Die Stadt ist an der Bevölkerung gemessen nach Stockholm, Göteborg und Malmö die viertgrößte Stadt des Landes und in sieben Stadtbezirke gegliedert.
Uppsala ist eine traditionelle und bekannte Universitätsstadt. Die Universität Uppsala wurde 1477 gegründet und ist somit die älteste Universität Skandinaviens. Die Stadt ist Sitz des Erzbischofs sowie des Bischofs des Bistums Uppsala der Schwedischen Kirche.
Uppsala liegt etwa 72 km nördlich von Stockholm und etwa 37 km vom Flughafen Arlanda entfernt. Durch den Ort verläuft der Fluss Fyrisån, der 8 km weiter südlich in den See Mälaren mündet. Uppsala liegt teilweise am Fuße eines Geröllrückens und teilweise auf diesem, der Uppsalaåsen genannt wird, aus der letzten Eiszeit stammt und sich über 500 km von Härjedalen bis in den Süden von Stockholm zur Halbinsel Södertörn erstreckt.
Der Ort, an dem sich Uppsala heute befindet, trug ursprünglich den Namen Aros und später dann Östra Aros, um nicht mit Västra Aros, dem heutigen Västerås, verwechselt zu werden. Der Name Aros bedeutet Flussmündung und setzt sich aus der altschwedischen Genitivform von a für Fluss und os für Mündung zusammen. Er bezog sich auf die damalige Mündung des Fyrisån in den Fjord, der zur Wikingerzeit eine Verbindung zur Ostsee herstellte. Durch die Landhebung und die zunehmende Verlandung wurde der Fjord langsam trockengelegt. Frühe Überlieferungen erwähnen an dieser Mündung einen Hafen. Reisende machten hier ihre Boote fest, um auf dem Landweg weiter in das fünf Kilometer entfernte Uppsala, das heutige Gamla Uppsala („Alt-Uppsala“), zu gelangen. Aus dieser frühen Zeit stammt der Hort von Söderby.
Als das dortige heidnische Zentrum mit dem vermuteten Tempel von Uppsala nicht mehr existierte, die Bedeutung der Stadt als wichtigster Ting- und Marktplatz sowie Königssitz abnahm und sich das Christentum in Uppland durchsetzte, wurde Alt-Uppsala zum Bischofssitz. Östra Aros blieb allerdings weiterhin ein wichtiger Hafen für den Handel in Uppland, aber auch bis nach Norrland. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatte Alt-Uppsala so viel an Bedeutung verloren, dass es in den Jahren 1215 und 1216 bereits erste Überlegungen gab, den Erzbischofssitz und die Domkirche nach Sigtuna zu verlegen, das bereits seit dem 12. Jahrhundert Bischofssitz war. Die Überlegungen wurden jedoch nicht in die Tat umgesetzt, sondern wurden erst um 1240 weitergeführt, als ein Domkapitel eingerichtet wurde. Schließlich erteilte Papst Alexander IV. 1258 die Erlaubnis für den Umzug nach Östra Aros unter der Bedingung, dass die Domkirche ihren Namen behalten sollte.
Ob zu diesem Zeitpunkt bereits im heutigen Uppsala die Kirche St. Per existierte, ist nicht sicher belegt, da ihre erste schriftliche Erwähnung erst 1302 in einem Testament erfolgte. Dagegen befand sich die Dreifaltigkeitskirche (Helga Trefaldighets kyrka) – erstmals 1221 erwähnt – schon auf der Westseite des Flusses sowie die Kirche Unserer Lieben Frau (Vårfrukyrkan) etwas weiter südlich von St. Per auf der Ostseite des Flusses. Die Dreifaltigkeitskirche war damals bereits Versammlungsort für die dortige Landgemeinde. Ansonsten war die westliche Seite eher spärlich bebaut, als der Umzug des Bischofssitzes im Jahre 1273 stattfand. Kurz danach begann man, statt Östra Aros den Namen Uppsala zu verwenden. Nach dem Umzug sorgten nicht nur die Diener der Kirche für einen Aufschwung, sondern auch Pilger und andere Reisende, die zu den großen kirchlichen Festen anreisten.
Während des Mittelalters, jedoch auch schon zur Zeit des Magnus Ladulås, ließen sich deutsche Handwerker und Kaufleute in Uppsala nieder. Rechtlich unterschied sich die Stadt vom Umland dadurch, dass ihr schon vor 1302 die Stadtrechte verliehen wurden. In diesem Jahr wurde erstmals von einem Vogt und einem Stadtrat berichtet. Aus der gleichen Zeit stammen auch Berichte, dass die Stadt zumindest teilweise von einem Graben umgeben war und dass es die beiden zuvor benannten Kirchen, St.-Pers-Kirche und Heliga-Trefaldighets-Kirche, mit Sicherheit gab.
Die königliche Domäne „Islandet“ (schwed. Kungsgården „Islandet“) wurde erstmals 1338 erwähnt. Sie diente vornehmlich als Wohnort des Vogts, wurde aber auch als Wohnort des Königs bei dessen Aufenthalten in Uppsala genutzt. Herzog Karl wohnte noch 1594 dort, bevor er das Anwesen 1610 an den Statthalter Kristofer Wärnstedt abgab. Der damalige Bischofssitz befand sich an der Stelle, wo heute die Universität liegt und wurde um 1340 erbaut. Die zum Dom gehörende Schule lag auf einer Insel im Fyrisån, Studentholmen (schwed. Studenteninsel). Im Jahr 1477 erwirkte Erzbischof Jakob Ulfsson die Erlaubnis des Papstes, ein „studium generale“, also eine Universität, einzurichten. Sie ist damit die zweite, und älteste noch existierende, Universität Skandinaviens und befand sich zu Beginn noch in den Räumen der Domschule.
Im Mittelalter war es die Eigenschaft als Bischofssitz, die Uppsalas Entwicklung prägte. Als Krönungsort und Ort für wichtige Treffen (schwed. herredagar) wurde sie in dieser Zeit auch als eigentliche Hauptstadt Schwedens gesehen. Während der Zeit der Kalmarer Union war die Stadt mehrfach Schauplatz von Streitigkeiten. Während der Auseinandersetzungen wurde 1470 die Domkirche gestürmt und 1501 die königliche Domäne niedergebrannt. Außerdem wurde Uppsala mehrfach von Feuern in Schutt und Asche gelegt. Der verheerendste Brand ereignete sich 1473, als die Domkirche und mehrere große Gebäude beschädigt wurden.
Während des Befreiungskriegs unter Gustav I. Wasa wurde 1521 der Bischofssitz angezündet. Durch die Reformation und den Einflussverlust der Kirche änderten sich die Verhältnisse. Die beiden zuvor genannten Kirchen verfielen langsam. Das Kloster und ein Großteil der anderen kirchlichen Besitztümer wurden von der Krone eingezogen. Die angegliederte Schule wurde gänzlich eingestellt. Dadurch und durch den Wegfall der großzügigen Aufträge der Kirche kam es zu einem wirtschaftlichen Niedergang. Die Einwohnerzahl verringerte sich. Der König hielt jedoch an Uppsala fest und besuchte die Stadt regelmäßig samt seinem Hof, so dass der Niedergang abgefedert wurde. Mit dem Baubeginn von Schloss Uppsala im Jahr 1547 begann sich die wirtschaftliche Lage wieder zu verbessern. Die Bauarbeiten zogen viele Arbeiter in die Stadt, und die Hoffnung auf eine permanente königliche Residenz machte Uppsala zu einem Anziehungspunkt.
Die wirtschaftliche Erholung setzte sich auch zu Zeiten von Erik XIV. und Johan III. fort. Letzterer verlegte jedoch die Universität, die beinahe geschlossen war, nach Stockholm. Die Verlegung hatte jedoch nur einen geringen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Stärker traf Uppsala der Brand von 1572, doch Johan III. bemühte sich darum, dass sich die Stadt wieder rasch erholte. Sie war weiterhin Krönungsort und der Ort großer Treffen. Das bedeutendste Treffen fand 1593 als Synode von Uppsala (Uppsala möte) statt, als die kirchlichen Verhältnisse neu geordnet wurden und die Stadt ihre Universität zurückerhielt. Da das Kollegium in Stockholm nicht mehr fortgeführt wurde, bestand auch keine Konkurrenz mehr zwischen den beiden Städten. Durch Schenkungen von Gustav II. Adolf wurde die Universität mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet und konnte ihren Fortbestand sichern. Im Mittelalter war die Kirche der Motor für die Entwicklung Uppsalas, jetzt sollte die Universität diese Rolle übernehmen.
Im 17. Jahrhundert förderte Olof Rudbeck d. Ä. die gute Entwicklung Uppsalas. Er setzte sich dafür ein, dass sich die Universität in einer guten Umgebung zu ihrem Besten entwickeln konnte. Sein Einsatz wurde durch ein Großfeuer zurückgeworfen, das in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1702 ausbrach. Das Feuer verwüstete fast die ganze Stadt. Die Domkirche, das Schloss und ein Großteil der Universitätsgebäude mit Ausnahme des Gustavianums wurden beschädigt. Nicht nur die materiellen Schäden waren enorm, auch kulturelle Werte wurden ein Raub der Flammen. Es dauerte Jahrzehnte, bis sich die Stadt erholt hatte.