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Universität Münster

Staatliche Universität in Deutschland

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Die Universität Münster (bis 2023 Westfälische Wilhelms-Universität Münster, kurz WWU) ist mit etwa 41.200 Studenten (Stand: WS 2024/25) und rund 280 Studiengängen in 15 Fachbereichen eine der größten deutschen Universitäten. Auf Beschluss von Kaiser Wilhelm II. in seiner Eigenschaft als König von Preußen wurde die Vorgängerinstitution Königliche Akademie Münster 1902 zur Universität. Nach Wilhelm II. wurde die Universität Westfälische Wilhelms-Universität Münster genannt, mit Wirkung zum 1. Oktober 2023 wurde sie in Universität Münster umbenannt. Leitung und Verwaltung der Universität Münster befinden sich im Gebäude des ehemaligen fürstbischöflichen Schlosses.

Die Universität ist die sechstgrößte Universität Deutschlands. Über 7.600 Abschlüsse wurden hier im Prüfungsjahr 2023 erworben.

Die Universität Münster ist keine Campus-Universität. Ihre 246 Gebäude verteilen sich über das Stadtgebiet von Münster, davon etliche im Bereich zwischen Schlossplatz, wo hauptsächlich die Fachbereiche Biologie und Germanistik zu finden sind, und Domplatz, wo sich unter anderem das Haupthörsaalgebäude, die Universitäts- und Landesbibliothek Münster, das Juridicum (Fachbereiche Jura und Wirtschaftswissenschaften) sowie die Fachbereiche Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften, Geschichte/Philosophie, Theologie und Philologie befinden. Das Universitätsklinikum Münster, die Fachbereiche Psychologie und Sportwissenschaft, Mathematik und Informatik, Chemie und Pharmazie, Physik sowie Teile der Geowissenschaften und das Institut für Musikpädagogik befinden sich westlich des Schlosses in der Nähe des Coesfelder Kreuzes. Weitere Institute sind auf dem Leonardo-Campus, der ehemaligen, zwischen 1888 und 1901 erbauten Von-Einem-Kavalleriekaserne, untergebracht, den sich Universität, Fachhochschule und Kunstakademie teilen, sowie am Hüfferstift und in der Nähe des Aasees.

Die Universität ist sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der angewandten Wissenschaft tätig. Das Programm der Universität umfasst zwei Exzellenzcluster, 14 Sonderforschungsbereiche, drei DFG-Graduiertenkollegs, 29 DFG-Schwerpunktprogramme, 13 Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC-Grants: fünf Advanced, fünf Consolidator ein Starting, ein Proof of Concept und ein Synergy Grant, Stand 2024), sieben Emmy-Noether-Nachwuchsgruppen und 30 Forschungszentren (Stand 2024).

Es gibt ein Partnerschaftsabkommen mit rund 800 in- und ausländischen Universitäten sowie Doppeldiplom- und Doppelbachelor-Abkommen (unter anderem in Philologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften) mit ausländischen Universitäten. 3.470 ausländische Studierende aus 126 Ländern stellen 2025 rund acht Prozent der Studierenden an der Universität. Im Jahr 2025 studieren 1.400 münstersche Studierende im Ausland.

Die Universität bietet im Rahmen des Projekts „JuniorUni“ die Möglichkeit eines Frühstudiums für begabte Schüler der Jahrgangsstufe 11 und 12 an.

Rund sechsmal im Jahr veranstaltet die Hochschule mit der „Kinder-Uni Münster“ jeweils 60-minütige Vorlesungen für acht- bis zwölfjährige Schüler.

Die Universität betreibt drei öffentliche Museen – das Archäologische Museum, das Bibelmuseum und das Geomuseum der Universität Münster sowie einen Botanischen Garten.

Der Vorläufer der heutigen Universität wurde Ende des 16. Jahrhunderts als Jesuitenkolleg Münster errichtet. 1612 empfahl der damalige Regens, der Jesuit Matthäus Tympius, in seiner Schrift Erheblich und wichtige Ursachen warum in der wollöblichen Statt Münster… eine hochberühmbte Universitet oder Academiam zu fundieren und zu stiften seyn sollen die Gründung einer Universität in der Bischofsstadt.

Die Stadt erhielt 1631 von Papst Urban VIII. und Kaiser Ferdinand II. die Gründungsprivilegien für eine Universität. Die Landesstände sagten die Summe von 20.000 Talern zu. Das Projekt scheiterte an den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Ein erneuter Versuch durch Christoph Bernhard von Galen, Bischof von Münster, scheiterte 1670 an finanziellen Nöten.

Ab 1771 gelang es Franz Freiherr von Fürstenberg, dem ständigen Vertreter des Kölner Erzbischofs und Bischofs von Münster, Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, die Gründung voranzutreiben. Als Kapital nutzte er den Erlös aus den Auflösungen zweier Klöster in Münster, des Klosters Liebfrauen-Überwasser und des Jesuitenkollegs Münster, das von der Aufhebung des Jesuitenordens betroffen war. Nach der Verleihung der Privilegien für eine Landesuniversität durch Papst Clemens XIV. am 28. Mai beziehungsweise durch Kaiser Joseph II. am 8. Oktober 1773 erfolgte am 16. April 1780 schließlich die feierliche Eröffnung. Ziel der neu gegründeten Einrichtung sollte die universitäre Ausbildung begabter Einheimischer in den Fakultäten Theologie, Philosophie, Rechtswissenschaft und Medizin sein, um sie anschließend an die Kölner Universität zu berufen. Erster Kanzler der Universität wurde Franz von Fürstenberg. Das Amt des ersten Rektors bekleidete Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels.

Nachdem Münster 1803 im Zuge der napoleonischen Neuordnung Preußen zugeschlagen worden war, sollte die Universität nach Plänen des Freiherrn vom Stein zu einer der damals modernsten deutschen Universitäten ausgebaut werden. Dies wurde nicht verwirklicht. Vielmehr wurde die Universität Münster nach der Entscheidung der preußischen Regierung vom 18. Oktober 1818 zugunsten der neuen Universität in Bonn aufgehoben.

Königliche Akademie zu Münster

Übrig blieb eine akademische Lehranstalt zur Ausbildung von Geistlichen und Gymnasiallehrern für die Diözese Münster, der 1821 eine Chirurgische Schule angegliedert wurde. 1843 wurde die Akademische Lehranstalt in „Königliche Theologische und Philosophische Akademie“ umbenannt. Die Chirurgische Schule wurde 1849 durch die preußische Regierung geschlossen, da Ärzte von diesem Zeitpunkt an ein Universitätsstudium absolvieren sollten.

Es folgten jahrzehntelange Verhandlungen mit der preußischen Regierung in Berlin. Erster Teilerfolg war die Anerkennung des philologischen Studiums an der Akademie als Vollstudium im Jahr 1858. Hauptstreitpunkt bei der Frage der Wiedererrichtung einer Universität war, dass die damalige katholische Akademie keine evangelischen Studierenden aufnehmen wollte. Ab 1875 erhielten auch Protestanten Zugang. 1886 wurden in der Philosophischen Fakultät zwei neue außerordentliche Lehrstühle eingerichtet, und zwar für Pharmazeutische Chemie und für Mineralogie und Geologie.

Von der Neugründung 1902 bis 1945

Auf Betreiben von Otto II. zu Salm-Horstmar beschloss das preußische Parlament am 11. März 1902 die Neugründung einer juristischen Fakultät in Münster. Dem Beschluss entsprechend erhob Wilhelm II. am 1. Juli 1902 die Akademie wieder in den Rang einer Universität. Gelehrt wurde in den Fakultäten Theologie, Philosophie sowie Rechts- und Staatswissenschaft. Am 22. August 1907 erhielt die Universität schließlich durch Wilhelm II. ihren Namen. Ein Jahr später war es auch Frauen gestattet, dort ein Studium aufzunehmen. Im gleichen Jahr wurde der münsteraner AStA gegründet. 1914 entstanden die Evangelisch-Theologische Fakultät sowie 1925 die Medizinische Fakultät.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde 1933 die Selbstverwaltung der Universität eingeschränkt. 27 Angehörige des Lehrkörpers (12,4 %) wurden gezwungen, die Universität zu verlassen, drei weitere Hochschullehrer zogen sich angesichts der veränderten politischen Umstände „freiwillig“ aus dem Universitätsleben zurück. Vier von ihnen wurden später Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik: der Pharmakologe Hermann Freund, der Althistoriker Friedrich Münzer, der katholische Theologe Joseph Schmidlin und der Metallurg Benno Strauß.

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