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United Nations Assistance Mission for Rwanda

Mission der Vereinten Nationen zur Durchsetzung des Arusha-Abkommens

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Die United Nations Assistance Mission for Rwanda, kurz UNAMIR I und UNAMIR II (deutsch Unterstützungsmission der Vereinten Nationen für Ruanda) waren zwei Missionen der Vereinten Nationen zur Durchsetzung des Arusha-Abkommens.

Sie zählt weitläufig zu den größten Fehlschlägen in der Geschichte der UN-Friedensmissionen, da sie den Völkermord in Ruanda im Jahr 1994 trotz vorheriger Warnungen nicht verhindert hat. Kritisiert wurde insbesondere das passive Verhalten, das restriktive Mandat, die Reduzierung der Einsatzstärken bei Ausbruch des Konflikts und das insgesamt zu gering bemessene Personal.

Das Mandat zu UNAMIR I umfasste gemäß der Resolution 872 (1993) des UN-Sicherheitsrats

die Absicherung der Hauptstadt Kigali,

die Überwachung des Friedensabkommens,

die Einrichtung einer entmilitarisierten Zone und

die Überwachung der Sicherheitssituation im Land.

Der Vorschlag für diesen Namen stammt vom militärischen Leiter der Mission Generalmajor Roméo Dallaire. Obwohl die Abkürzung UNAMIR in einigen öffentlichen Auftritten von UN-Mitarbeitern als „Mission in Rwanda“ falsch ausgelegt wurde, betonte Dallaire unter anderem in seinem Buch Shake Hands with the Devil, dass ihm dieser sprachliche Unterschied bei der Namensfindung wichtig war.

Organisation und Einsatzstärke

Der Einsatz wurde von der Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze (DPKO) des UN-Sekretariats geleitet. Leiter dieser Abteilung war zu der Zeit Kofi Annan (ebenfalls dabei: Iqbal Riza und Generalmajor Maurice Baril).

Die Missionen dauerten von Oktober 1993 bis März 1996. In der Zeit waren folgende Personen UNAMIR-Leiter:

Jacques-Roger Booh-Booh (Kamerun): November 1993 bis Juni 1994

Shaharyar M. Khan (Pakistan): Juli 1994 bis März 1996

Leiter des UN-Truppenkontingentes waren:

Generalmajor Roméo Dallaire (Kanada): Oktober 1993 bis August 1994

Generalmajor Guy Tousignant (Kanada): August 1994 bis Dezember 1995

Brigadegeneral Shiva Kumar (Indien): Dezember 1995 bis März 1996

Zur Erfüllung der Mission standen den Leitern von UNAMIR I ursprünglich (bis April 1994) 2.217 Soldaten, 331 unbewaffnete Militärbeobachter (MILOB – Military Observer) sowie etwa 60 Polizisten und zivile Mitarbeiter zur Verfügung. Dieses Kontingent wurde hauptsächlich in der demilitarisierten Zone und in der ruandischen Hauptstadt Kigali zur Überwachung der Waffenruhe eingesetzt. Dabei stellte Bangladesch mit 942 Soldaten, Ghana mit 843 Soldaten und Belgien mit 440 Soldaten die größten Kontingente, nach der Ermordung der belgischen Soldaten wurde das belgische Kontingent abgezogen, sodass während des Genozids nur schlecht ausgebildete Truppen aus Ghana und Bangladesch anwesend waren. Insgesamt waren 24 Nationen beteiligt, darunter auch Deutschland (s. u.). Einen Hauptteil des Kontingentes stellte somit das belgische Militär. Dies stellte ein großes Problem dar, da insbesondere extremistische Kräfte in Ruanda in ihnen keine UN-, sondern eine Kolonialarmee sahen.

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