An diesem Tag

Ungarischer Unabhängigkeitskrieg

Krieg gegen die Vorherrschaft der Habsburger (1849)

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Die am 15. März 1848 ausgebrochene Revolution in Ungarn entwickelte sich ab Oktober 1848 zum Unabhängigkeitskrieg Ungarns gegen die Vorherrschaft der österreichischen Habsburger. Die militärischen Erfolge waren in der ersten Hälfte des Krieges für die beiden Kontrahenten äußerst wechselhaft. Die Verdopplung der gegnerischen Truppenzahl ab Mai 1849, hervorgerufen durch das Eingreifen der russischen Armee auf Seiten der Österreicher, führte die gut geführte Honved-Armee schließlich zur Niederlage. Als Folge der ungarischen Kapitulation im August 1849 kam es von Seiten der Sieger zu harten Repressalien, die Niederlage in diesem Krieg wurde zum nationalen Trauma der Ungarn.

Die März-Revolution und ihre Folgen

Zu Beginn der Märzrevolution 1848 im Kaiserreich Österreich forderte Lajos Kossuth in einer am 3. März 1848 verfassten Rede die konstitutionelle Umwandlung der Monarchie sowie Verfassungen für die österreichischen Länder. Diese Rede wurde in der Ständeversammlung in Wien von Adolf Fischhof verlesen. Der Versuch, eine Petition an Kaiser Ferdinand I. zu überbringen, entwickelte sich zu einem regelrechten Demonstrationszug; der Feuerbefehl von Erzherzog Albrecht forderte die ersten Todesopfer. Am 13. März 1848 brach in Wien eine Revolution gegen das Überwachungssystem des Fürsten von Metternich aus. Kaiser Ferdinand I. musste vor diesem Druck seinen Kanzler abberufen und versprach eine Verfassung.

Am 15. März 1848 folgten auch in Pest und Buda (Ofen) Massendemonstrationen. Eine bestehende ständische Versammlung mit Sitz in Pressburg sollte in eine parlamentarische Vertretung umgewandelt und in Ungarn eine eigenständige Regierung eingesetzt werden. Eine gewaltlose Massendemonstration hatte den kaiserlichen Gouverneur Palatin Erzherzog Stephan dazu gezwungen, die Bedingungen der ungarischen Revolutionäre zu akzeptieren, in denen unter anderem Pressefreiheit, die Aufhebung von Zensur und Frondienst gefordert wurden. Lajos Batthyány wurde zum ersten ungarischen Ministerpräsidenten gewählt, Istvan Széchenyi wurde Verkehrsminister, der radikalere Lajos Kossuth wurde Finanzminister und Vorsitzender eines neu gebildeten Verteidigungsausschusses.

Ferdinand V. durfte sich weiterhin König von Ungarn nennen, musste aber am 11. April im Primatialpalais von Pressburg die neuen Gesetze unterzeichnen. Die neue Regierung verabschiedete umfassende Staatsreformen, die so genannten April- oder auch Märzgesetze, die die Schaffung eines demokratischen Staates in Ungarn zum Ziel hatten. Als die neue Regierung ihre Tätigkeit aufnahm, entstand aber gleichzeitig eine starke panslawistische Bewegung, die letztlich eine Loslösung der slawischen Landesteile vom Königreich Ungarn anstrebte.

Kroatien, das bis dahin einen Teil des Königreiches Ungarn bildete, wies die Magyarisierungspolitik der ungarischen Revolution entschieden zurück und gab den Auftrag, entsprechend dagegen vorzugehen. In dem sich anbahnenden Konflikt zwischen den nationalen Interessen der Serben im Banat und der Batschka, sowie mit den Deutschen und Rumänen in Siebenbürgen sahen die ungarischen Radikalen in Pest die Gelegenheit, die Landwehr zu mobilisieren und eine eigene Armee aufzustellen. Noch im März 1848 wurde General Joseph Jelačić von den Kroaten zum Banus und Oberkommandierenden gewählt. Dieser begab sich zwecks Anerkennung zu dem nach Innsbruck übersiedelten Kaiser, lehnte jedoch als Banus und aufgrund der veränderten Verhältnisse Ungarns zu Österreich den Eid ab. Am 19. April 1848 erklärte der zum Feldmarschallleutnant beförderte Jelačić seine Loyalität gegenüber Kaiser Ferdinand und beendete die Union Kroatiens mit Ungarn. Die Wiener Regierung schwankte in ihrer Haltung zu Kroatien und Ungarn und lehnte eine Trennung Kroatiens von Ungarn zunächst ab. In der Festung Peterwardein kommandierte FML Hrabovszky von Hrabova (1779–1852) als Kommandierender General von Slavonien, Mitte 1848 ging er nach Pest ab und wurde zum Kommandierenden General von Ungarn ernannt. FML Jelačić hatte sich auch von der in Wien gärenden revolutionären Stimmung überzeugt und kehrte nach Kroatien zurück. Er konnte sich beim Konflikt mit den Ungarn mit auf die Unterstützung der Mehrheit der kroatischen, serbischen, slowakischen und rumänischen Landbevölkerung stützen. Nachdem Jelačić die Rückreise nach Agram antrat, wo seine Anwesenheit dringend nötig war, erfuhr er während der Fahrt auf der Station Lienz aus Zeitungen, dass er durch ein kaiserliches Manifest vom 10. Juni wieder aller seiner Ehren und Würden verlustig gegangen war.

Im überschwänglichen Nationalgefühl führten die Magyaren jetzt Kriege gegen die Nicht-Magyaren in ihrem Königreich: ab Juni 1848 gegen die Serben, dann auch gegen die Kroaten, Rumänen, Slowaken, Ruthenen und Siebenbürger Sachsen. In einem Dreifrontenkrieg (gegen Jelačićs kroatische Truppen, im Banat und in Siebenbürgen) sahen die ungarischen Radikalen in Pest eine gute Gelegenheit, ihre volle nationale Souveränität herzustellen.

Die Kroaten stellten zur Sicherung ihres Territoriums eine etwa 80.000 Mann starke eigene Armee auf, ohne die Genehmigung der ungarischen Nationalversammlung zu erbitten. Serbische und bosnische Freischärler bedrohten gleichzeitig die ungarische Südgrenze. Am 11. Juni hielt Kossuth im ungarischen Abgeordnetenhaus eine perfekt inszenierte Rede, in der er zum Schutz der Eigenständigkeit Ungarns die Bereitstellung von 180.000 Soldaten und 42 Millionen Forint Budget durchsetzte. Da sich auch in Wien wieder revolutionäre Geschehnisse abspielten, musste Österreich zunächst die neue ungarische Regierung dulden. Nachdem aber die erste Phase der Revolution in Wien unterdrückt werden konnte, verweigerte sie der neuen Regierung ihre Akzeptanz.

Die neue ungarische Regierung ersuchte mehrere Monate lang, bei den Habsburgern Unterstützung gegen den antiungarisch gesinnten Ban von Kroatien zu erhalten, und war sogar bereit, ungarische Truppen gegen den Aufstand der Italiener nach Oberitalien abzusenden. Ende August untersagte aber die kaiserliche Regierung in Wien, den Aufbau einer eigenen ungarischen Armee weiter fortzuführen. Auch die Vermittlungsversuche zwischen Ungarn und Kroatien scheiterten. Jelačić begann daraufhin ohne offiziellen Befehl mit militärischen Aktionen gegen die ungarische Regierung.

Da die Wirren in den einzelnen Kronländern mit jedem Tage zunahmen, überschritt Jelačić am 11. September 1848 mit 45.000 Mann bei Warazdin die Drau, eine zweite Kolonne unter Befehl des Generalmajor Roth mit weiteren 10.000 Mann des slawonischen Aufgebotes den unteren Flussabschnitt. Der ungarische Reichstag forderte den Palatin Erzherzog Stephan auf, sich den Kroaten an der Spitze des ungarischen Heeres entgegenzustellen. Die ungarische Regierung machte im September im Einvernehmen mit dem Palatin gegenüber den Radikalen weitere Zugeständnisse, um die Geschehnisse nicht in gewalttätige Konfrontationen ausarten zu lassen.

Am 12. September löste Lajos Kossuth den liberalen ungarischen Ministerpräsidenten Batthyány ab. Die Stellung des Palatins wurde jetzt sowohl bei der neuen nationalen Regierung als auch gegenüber der österreichischen Regierung unhaltbar. Erzherzog Stephan versuchte noch mit dem kroatischen Banus am Plattensee zu verhandeln; das Treffen scheiterte aber wegen beidseitigen Misstrauens. Am 24. September 1848 entsagte Stephan seinem Palatinat und flüchtete nach Wien. Der Palatin erreichte aber beim Kaiser die Bestellung seiner Nachfolger: Graf Georg Mailath (1786–1861) wurde zum Statthalter und Graf Franz Philipp von Lamberg zum neuen Oberkommandanten aller Streitkräfte in Ungarn ernannt. Graf Lamberg hatte sich zunächst nach Ofen zum neu ernannten Stadtkommandanten General Hrabowsky begeben und überbrachte ein kaiserliches Manifest vom 22. September, in dem Ferdinand die Aushebung von Rekruten zum Kampf gegen die kroatisch-slowenischen Verbände untersagte. Premierminister Batthyany unterstützte den in Ungarn geborenen und mit den dortigen Verhältnissen wohlvertrauten Graf Lamberg und suchte den Ausgleich mit den Kroaten. Kossuth widersetzte sich dieser Politik energisch und wiegelte das Volk dagegen auf. Es kam zum Bruch zwischen Wien und Pest, als Feldmarschall Graf Lamberg am 25. September den Oberbefehl über alle Truppen in Ungarn (einschließlich jener unter dem Befehl Jelačićs) antrat.

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