Ulrike Syha (* 26. Februar 1976 in Wiesbaden) ist eine deutsche Dramatikerin und Übersetzerin.
Ulrike Syha bestand 1995 ihr Abitur am Rabanus-Maurus-Gymnasium in Mainz und durchlief danach ein Jahrespraktikum am Staatstheater Darmstadt. Ab 1996 studierte sie Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Von 1999 bis 2002 war Syha als Regieassistentin am Schauspiel Leipzig engagiert, wo sie u. a. mit Wolfgang Engel, Konstanze Lauterbach, Matthias Brenner und Johanna Schall zusammenarbeitete. 2002 nahm sie an der Schreibwerkstatt des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg teil.
2006/2007 war Ulrike Syha Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart, 2007/2008 Stipendiatin der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, und 2008 erhielt sie ein dreimonatiges Aufenthaltsstipendium der Deutschen Akademie Rom Casa Baldi.
Mit ihren Stücken „Privatleben“ (2009) und „Nomaden“ (2003) war sie zu den Mülheimer Dramatikertagen eingeladen.
Ulrike Syha arbeitet auch als Übersetzerin (englisch–deutsch) für den Rowohlt Theater Verlag. Dramentexte u. a. von Davide Enia, Wallace Shawn, Alan Ayckbourn, Jeff Baron, Ahlam, sowie von Martin Crimp wurden von ihr übertragen.
Am 10. September 2014 wurde ihr der Robert-Gernhardt-Preis für ihr Romanprojekt Der Korridor in der Naxoshalle in Frankfurt am Main verliehen.
Syhas Dramentext Drift gewann den mit 10.000 Euro dotierten Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2018. Das Theaterstück handelt von der notorischen Verweigerungshaltung gegenüber Veränderungen in einer norddeutschen Dorfgesellschaft.
2019 erhielt Ulrike Syha für ihr Stück „Der öffentliche Raum“ einen der Hamburger Literaturpreise.
Von Januar 2020 bis Mitte Juni 2020 war sie Fellow am Hanse-Wissenschaftskolleg, Delmenhorst. Der dort im Rahmen des Programms „Fiction Meets Science“ entstandene Text zur Lebens- und Arbeitssituation von zeitgenössischen Wissenschaftlern sollte im November 2020 am Oldenburgischen Staatstheater uraufgeführt werden, musste bislang aber pandemiebedingt verschoben werden.
Seit Sommer 2003 lebt Ulrike Syha als freie Bühnenautorin in Hamburg.
Kunstrasen, Uraufführung im Schauspiel Leipzig am 28. September 2001
Autofahren in Deutschland, Uraufführung im Thalia Theater (Hamburg) am 1. Dezember 2002
Nomaden, Uraufführung im Landestheater Tübingen am 15. März 2003
Teil I: Uraufführung im Rahmen des „Hotel-Projekts“ des Staatstheaters Kassel in Koproduktion mit dem Forum junge Dramaturgie am 1. Juni 2002
Teil II: Uraufführung im Theater Aachen im Rahmen der „Enervé-Monologe“ am 29. Juni 2003
Teil III: Uraufführung im Theaterdiscounter in Berlin am 21. Mai 2003
Da drängt was, Uraufführung im Theaterhaus Jena am 28. Oktober 2004
Fünf vor Null / Export, zusammen mit John von Düffel, Uraufführung im Theater der Altmark Stendal am 17. September 2005