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Ulrike Krumbiegel

Deutsche Schauspielerin

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Ulrike Krumbiegel (* 16. Dezember 1961 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin, Hörspiel- und Hörbuchsprecherin.

Ulrike Krumbiegel wurde in Berlin als eine von zwei Töchtern eines Außenhändlers und einer OP-Schwester geboren. Sie wuchs in Berlin-Mitte auf. 1976 hörte sie im damaligen DDR-Radio einen Aufruf „Schauspieler gesucht“. Im Alter von 15 Jahren bewarb sie sich daraufhin als Schülerin bei der Laienspielgruppe der Berliner Volksbühne, wurde angenommen und spielte dort unter anderem in Die Nacht nach der Abschlussfeier von Wladimir Tendrjakow.

Nach ihrer Schulausbildung (Abitur 1980 in Berlin-Mitte) absolvierte sie bis 1983 ihr Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule „Ernst Busch“ in Berlin.

Ihr erstes Bühnenengagement bekam sie am Schweriner Theater, wo sie u. a. als Iphigenie und Minna von Barnhelm auf der Bühne stand. 1986 wechselte sie ans Deutsche Theater Berlin, wo sie bis 2001 insgesamt 15 Jahre ohne Unterbrechung festes Ensemblemitglied war und mit Regisseuren wie Frank Castorf, Jürgen Gosch und mehrfach mit Thomas Langhoff zusammenarbeitete. Krumbiegel spielte dort zahlreiche Rollen des klassischen Theaterrepertoires. In der Spielzeit 1989/90 trat sie als Natascha in Nachtasyl (Regie: Friedo Solter) auf. In der Saison 1990/91 war sie die Eve in Der zerbrochne Krug. In der Spielzeit 1991/92 übernahm sie die Titelrolle in einer Neuinszenierung des Kleist-Stücks Das Käthchen von Heilbronn (Insz.: Thomas Langhoff).

Weitere Stationen waren das Berliner Ensemble, die Münchener Kammerspiele, das Maxim-Gorki-Theater und das Residenztheater des Bayerischen Staatsschauspiels. Am Maxim-Gorki-Theater verkörperte sie in der Spielzeit 2001/02 erneut die Goethe’sche Iphigenie, in einer Inszenierung von Thomas Langhoff, mit Klaus Manchen (Thoas), Joachim Meyerhoff (Orest), Tilo Nest (Pylades) und Siegfried Terpoorten (Arkas) als Partnern. Am Münchner Residenztheater war sie in der Spielzeit 2003/04 (Inszenierung: Thomas Langhoff) die Hure Yvette im Brecht-Stück Mutter Courage und ihre Kinder, ihre Lagerhure war eine „abgewrackte, tragikomische Nummer zwischen Kaputtheit, Geilheit, Liebe und Geschäftstüchtigkeit“. In der Spielzeit 2003/04 trat sie am Berliner Ensemble als Gina Ekdal in Die Wildente auf (Regie: Thomas Langhoff). 2005 war sie an den Münchner Kammerspielen die Königin Gertrud in Hamlet (Regie: Lars-Ole Walburg). Am Deutschen Theater Berlin war Krumbiegel unter der Regie von Roger Vontobel in einer Theateradaption von Arthur Millers Broadway-Erfolgsbühnenstück Alle meine Söhne, das am 16. Dezember 2010 seine Premiere hatte, neben Jörg Pose als Kate Keller in der Hauptrolle zu sehen.

2022 spielte Ulrike Krumbiegel am Schauspielhaus Bochum in der Inszenierung Einfach das Ende der Welt nach Jean-Luc Lagarce unter der Regie von Christopher Rüping eine der Hauptrollen.

In der Spätphase der DDR wirkte Krumbiegel in zahlreichen TV-Filmen und in DEFA-Produktionen mit. Der Regisseur Bodo Fürneisen entdeckte sie während ihrer Studienzeit für den Film und gab ihr die weibliche Hauptrolle in seinem Fernsehfilm Komm mit mir nach Chicago (1981); Krumbiegel verkörperte darin die Rolle des 17-jährigen Kellnerlehrlings Anja, die sich „vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan“ wandelt. Weitere Film- und Fernsehaufgaben für die DEFA und das Fernsehen der DDR folgten.

In dem Jugendfilm Schwierig sich zu verloben (1982/83) von Karl-Heinz Heymann übernahm Krumbiegel die Rolle der jungen Verkäuferin Barbara, deren Liebe zu dem Schlosser Wolle (Werner Tritzschler) in die Brüche geht, als sie ihm von ihrer Schwangerschaft berichtet. Im DEFA-Spielfilm Junge Leute in der Stadt (1984/85) spielte Ulrike Krumbiegel unter der Regie von Karl-Heinz Lotz die Verkäuferin Frieda, die sich, um ihre Stellung nicht zu verlieren, von ihrem Vorgesetzten Reinhard sexuell erpressen lassen muss. In dem DDR-Gegenwartsfilm Der Hut des Brigadiers (1986) stellte sie die Ehefrau eines jungen Bauarbeiters dar, der im Zuge der „Berlin-Initiative“ seine Heimat verlässt. In der Filmbiografie Fallada – Letztes Kapitel (1988) von Roland Gräf war sie das Dienstmädchen Anneliese, das dem Schriftsteller Hans Fallada und seiner Frau den Haushalt führt, und deren Affäre mit dem Schriftsteller dessen Ehe vor Probleme stellt. In Thomas Langhoffs Anna-Seghers-Verfilmung Der Aufstand der Fischer von St. Barbara (1988), verkörperte sie die Prostituierte Maria, eine lustlose Hafendirne, die sich nach einem ganz bestimmten Mann sehnt. In der Kriminalkomödie Der Bruch (1988) von Regisseur Frank Beyer, die als deutsch-deutsche Koproduktion entstand, spielte sie im Nachkriegs-Berlin des Jahres 1946 die junge Friseurin Tina, die „zu einem Ganoven hält und ihre Jugendfreunde abwehrt“.

Nach der Wende erhielt Ulrike Krumbiegel weiterhin Rollen in anspruchsvollen Film- und Fernsehproduktionen, wie beispielsweise in Dietmar Kleins Komödie Der Erdnußmann (1992) oder in Im Namen der Unschuld (1997). Sie arbeitete u. a. mit den Regisseuren Margarethe von Trotta und Andreas Kleinert zusammen. Ab 2000 nahm Krumbiegel verstärkt Film- und Fernsehangebote an, trat jedoch weiterhin, wenngleich in reduziertem Umfang, auch in ausgewählten Produktionen weiterhin am Theater auf. Mittlerweile hat Krumbiegel in über 100 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt.

In dem Filmdrama Heidi M. (2001) von Michael Klier spielte sie an der Seite von Katrin Saß deren Freundin Lilo. In dem Filmdrama Geschlecht: weiblich (2003) von Dirk Kummer verkörperte Krumbiegel die Hauptrolle, die 40-jährige Maklerin Dina, die, nachdem man bei ihr nach einer Routine-Untersuchung Brustkrebs diagnostiziert hat, beschließt, zunächst alleine gegen die Krankheit zu kämpfen, sich aber schließlich ihren Freundinnen anvertraut. Für ihre darstellerische Leistung wurde sie mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Im historischen Kinofilm Der Untergang (2004) übernahm sie die fiktive Rolle der Dorothee Kranz; sie war die Mutter des Hitlerjungen Peter. In dem Thriller Antikörper von Christian Alvart (2005) spielte sie Rosa Martens, die Frau eines Dorfpolizisten, die miterleben muss, wie ihr Mann von einem inhaftierten Serienkiller manipuliert wird. In dem Coming-of-Age-Film Meer is nich (2007) war sie die Mutter Karla, deren 17-jährige Tochter sich kurz vor ihrem Realschulabschluss in einer tiefen Phase der Selbstfindung und Unentschlossenheit befindet.

Im Januar 2018 lief im Kino der Film Die Anfängerin mit ihr in der Hauptrolle an. Ulrike Krumbiegel spielt darin, neben Annekathrin Bürger als Partnerin, eine desillusionierte Frau Ende Fünfzig, die ihre alte Leidenschaft neu entdeckt und versucht, sich ihren Kindheitstraum, Eiskunstläuferin zu werden, zu erfüllen, was ihr ihre dominante Mutter einst verboten hatte.

Von 2002 bis 2013 spielte sie in der TV-Serie Bloch insgesamt zehn Jahre lang an der Seite von Dieter Pfaff Clara Born, die Lebensgefährtin des Psychotherapeuten Bloch. Hierdurch wurde sie auch dem Fernsehpublikum bekannt. 2005 spielte sie unter der Regie von Matti Geschonneck in seiner Ulrich-Woelk-Romanverfilmung Mord am Meer als Renate Siedler und bekam dafür positive Kritiken. Der Spiegel schrieb, Krumbiegel zeige in ihrer Rolle „exzellente Resignation“.

In dem Fernsehfilm Jenseits der Mauer (2009) verkörperte Krumbiegel gemeinsam mit Herbert Knaup das Ehepaar Pramann, das die zweijährige Tochter eines wegen „Republikfluchts“ zu sechs Jahren Haft verurteilten Ehepaars adoptiert und liebevoll aufnimmt. In dem Fernsehfilm Stilles Tal (2011) hatte sie eine der Hauptrollen als Gastwirtin des Ausflugslokals „Stilles Tal“ im sächsischen Müglitztal.

Im Thriller Im Netz (2013) stellte sie, an der Seite von Caroline Peters, die ermittelnde Kommissarin Sonja Theissen dar, deren anfängliches Misstrauen sich in Empathie für die Tatverdächtige, eine Unternehmensberaterin, die Wohnungen und Autos zur Vorbereitung eines terroristischen Anschlags angemietet haben soll, wandelt.

In dem Märchenfilm Die goldene Gans (2013) spielte sie, an der Seite von Ingo Naujoks, die Schwester des Königs und Tante der Hauptfigur Prinzessin Luise. In dem TV-Film Elly Beinhorn – Alleinflug (2014) war sie die Mutter der Fliegerin Elly Beinhorn.

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