Ulrike Kolb (* 14. Juli 1942 in Saarbrücken; † 28. Juli 2026 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin und Journalistin.
Kolb war die Tochter eines Süßwarenfabrikanten. Sie studierte nach dem Abitur, das sie am Zinzendorfinternat im Schwarzwald ablegte, zwei Semester an der Werkkunstschule Saarbrücken. Danach absolvierte sie eine Haushaltsschule in Paris und eine Sprachschule in London. Es folgte eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin in Berlin und ein Studium der Pädagogik, Psychologie und Soziologie in Frankfurt am Main. Während dieser Zeit engagierte sich Kolb in der Studentenbewegung.
In Frankfurt und Berlin arbeitete Kolb in Kinderläden, Jugendfreizeitheim sowie in einer Fachschule für Kindergärtner und einer Kindertagesstätte. In Frankfurt ließ sie sich schließlich dauerhaft nieder und blieb drei Jahrzehnte. Ab 1979 war sie journalistisch tätig und schrieb u. a. Kolumnen für die Frankfurter Rundschau. Später lebte sie als freie Schriftstellerin in Berlin.
Kolb war Verfasserin von Romanen und Erzählungen, in denen unterschiedliche Formen der Wirklichkeitserfahrung und vor allem die Erinnerung eine wichtige Rolle spielen.
Kolb erhielt mehrere Literaturstipendien, 1995 den Preis des Landes Kärnten beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, zuletzt die Eugen-Viehof-Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung. Für 2024 wurde ihr der Kunstpreis des Saarlandes zuerkannt.
Sie war Mutter einer 1967 geborenen Tochter, die aus ihrer Ehe mit einem Rechtsanwalt stammt. Kolb war mit dem Architekten Hubertus von Allwörden liiert, der eine Woche vor ihr starb.
Die Rabe. Erzählung. Tende Verlag, Münster 1984, ISBN 3-88633-130-X.
Idas Idee. Roman. Dtv, München 1995, ISBN 3-423-10818-5 (Nachdr. d. Ausg. Frankfurt/M. 1985).
Schönes Leben. Roman. Conte Verlag, Saarbrücken 2002, ISBN 3-9808118-2-4 (Nachdr. d. Ausg. Köln 1990).
Eine Liebe zu ihrer Zeit. Roman. Dtv, München 2003, ISBN 3-423-13108-X (Nachdt. d. Ausg. Reinbek 1995).
Roman ohne Held. 3. Aufl. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, ISBN 3-608-93405-7.
Frühstück mit Max. Roman. Dtv, München 2002, ISBN 3-423-12911-5 (Nachdr. d. Ausg. Stuttgart 2000).
Diese eine Nacht. Roman. Dtv, München 2005, ISBN 3-423-13292-2 (Nachdr. d. Ausg. Stuttgart 2003).
Yoram. Roman. Wallstein, Göttingen 2009, ISBN 978-3-8353-0559-5.
Die Schlaflosen. Roman. Wallstein, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1211-1.
Erinnerungen so nah. Wallstein, Göttingen 2021, ISBN 978-3-8353-3835-7.
Salto vitale. Frauen in Alltagsprojekten. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 1981, ISBN 3-596-24048-4 (zusammen mit Jutta Stössinger).
Wo die Natur am schönsten ist. Naturdenkmale in Hessen. Verlag Ellert & Richter, Hamburg 1988, ISBN 3-89234-044-7 (zusammen mit Klaus Bossemeyer und Elisabeth Kiderlen)