Ulrike Almut Sandig (* 15. Mai 1979 in Großenhain, Sachsen) ist eine deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin.
Ulrike Almut Sandig, Tochter des Pfarrers und Politikers Heiner Sandig, wuchs in Nauwalde auf. 2001 gründete sie gemeinsam mit der Autorin und Musikerin Marlen Pelny die Literaturprojekte augenpost und ohrenpost, für die sie Gedichte an Bauzäune klebte, auf Flyern und Gratispostkarten verbreitete und erste Lesekonzerte gab. Nach dem Studium der Journalistik (abgebrochen), Religionswissenschaft und Indologie (u. a. in Indien, M.A. 2005) studierte sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, das sie 2010 mit einem Diplom abschloss. Sie debütierte 2005 beim Leipziger Verlag Connewitzer Verlagsbuchhandlung mit dem Gedichtband Zunder.
Sandig verfasst Lyrik, Prosa und Hörspiele. Von 2007 bis 2009 gab sie gemeinsam mit Jan Kuhlbrodt die Leipziger Literaturzeitschrift EDIT heraus, 2017 gemeinsam mit Christoph Buchwald das 31. Jahrbuch der Lyrik. Im Frühjahr 2010 erschien der erste Erzählband (elf Kurzgeschichten) unter dem Titel Flamingos bei Schöffling & Co., im Jahr 2020 erschien ihr erster Roman Monster wie wir, der zum großen Teil in den späten Jahren der DDR spielt und das Leben dreier von sexualisierter Gewalt betroffener Kinder und ihrer Familien thematisiert. Ihr Gedichtband ich bin ein Feld voller Raps verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt wurde vom Album hörbare Gedichte begleitet, einer Zusammenarbeit mit dem Klangkosmonauten Sebastian Reuter. Für ihre Liveauftritte arbeitet Ulrike Almut Sandig eng mit verschiedenen Komponisten und Musikern zusammen, darunter der kaschmirische Singer-Songwriter Mohammad Muneem und die indigene neuseeländische Lyrikerin und Singer-Songwriterin Hinemoana Baker.
Gemeinsam mit dem ukrainischen Dichter und Musiker Grigory Semenchuk, den sie in Kiew kennenlernte, betreibt sie das Poesiekollektiv Landschaft, dessen Texte auf Gedichten von Sandig und Semenchuk basieren. Bei Nachdichtungen aus dem Ukrainischen arbeitet Sandig mit Claudia Dathe zusammen.
Ulrike Almut Sandig lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie war Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und ist Mitgründerin des PEN Berlin.
2006: Hertha-Koenig-Förderpreis
2007: Stipendium im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop
2007: Stadtschreiberin von Sydney
2008: Stipendium im Künstlerhaus Edenkoben
2008: Förderpreis zum Ernst-Meister-Preis für Lyrik
2009: Förderpreis zum Lessing-Preis des Freistaates Sachsen
2010: Silberschweinpreis der Lit.Cologne
2010: Stipendium des Bodman-Hauses Gottlieben
2010: Stadtschreiberin von Helsinki
2010: Hotlist – Buchpreis der unabhängigen Verlage für Flamingos
2012: Märkisches Stipendium für Literatur (Prosa)
2012: Förderpreis zum Droste-Preis der Stadt Meersburg
2014: Arbeitsstipendium für Schriftstellerinnen der Kulturverwaltung des Berliner Senats