Ulrich Sigmar Schubert (* 17. Juli 1969 in Tübingen) ist ein deutscher Chemiker und Lehrstuhlinhaber für organische und Makromolekulare Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Akademischer und beruflicher Werdegang
Ulrich S. Schubert studierte Chemie in Frankfurt am Main und Bayreuth, mit einem Auslandsaufenthalt in Richmond (USA), promovierte in Bayreuth mit einem Aufenthalt in Tampa, Florida (Betreuer C. D. Eisenbach und G. R. Newkome) und verbrachte einen Post-Doc-Aufenthalt in Straßburg bei Jean-Marie Lehn. Er habilitierte an der TU München bei Oskar Nuyken. Dort war er Mitinitiator für das Alpenforum des Jungchemikerforums der GDCh, einer Nachwuchsfördermaßnahme. Seine Forschungsschwerpunkte sind die makro- und supramolekulare Chemie, welche neue Materialien hervorbringt, mit Anwendungspotential u. a. in der Medizin, den Biowissenschaften und der Nanotechnologie sowie der Energieerneuerung und Energiespeicherung.
Bereits während seiner Habilitation trat Schubert 1999 die Vertretung einer C3-Professur an der Ludwig-Maximilians-Universität München am Center for NanoScience an. Im darauffolgenden Jahr erhielt er ein Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft und arbeitete an der TU München. Von 2000 bis 2007 war Schubert Lehrstuhlinhaber für Makromolekulare Chemie und Nanowissenschaften an der Eindhoven University of Technology. In der Zeit von 2003 bis 2014 war er am Dutch Polymer Institute Scientific Chairman des Bereiches HTE sowie ab 2005 Vorstandsmitglied des Bereichs Cooperate Research. Von 2007 bis 2010 übernahm Schubert eine Teilzeit-Professur für Makromolekulare Chemie und Nanowissenschaft der Eindhoven University of Technology, da er ab diesem Zeitpunkt ebenso eine W3-Professur für Organische und Makromolekulare Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena antrat.
Neben der Leitung seines Lehrstuhls seit 2007 bekleidete er an der Friedrich-Schiller-Universität Jena verschiedene Funktionen, u. a. als Direktor des Institutes für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie (IOMC; 2007–2013, und 2019–2022), Sprecher des Forschungsschwerpunktes Innovative Materialien und Technologien (2008–2014), Prodekan und Dekan der Chemisch-Geowissenschaftlichen Fakultät (2010–2017), Vize-Sprecher der Profillinie Light (2014–2019), Mitglied im Senat der FSU Jena (seit 2019), Mitglied im Vermittlungsausschuss als Vertreter der Hochschullehrer im Senat und Vorsitzender von zwölf Berufungskommissionen.
Darüber hinaus ist Schubert (Gründungs-)Direktor der an der Friedrich-Schiller-Universität Jena angegliederten Zentren Jena Center for Soft Matter (JCSM, seit 2010) und Center for Energy and Environmental Chemistry Jena (CEEC Jena, seit 2014), wo er auch Mitglied im Planungsteam für die Neubauten CEEC Jena II und AWZ CEEC Jena ist.
Schubert initiierte fünf Firmenausgründungen sowie zwei Ansiedelungen und ist Gründungsbotschafter des K1-Gründerservice der FSU Jena. Er hält 52 Patente oder Patentanmeldungen, von denen 35 transferiert wurden.
Zudem ist er Mitglied in International Advisory Boards von zehn wissenschaftlichen Zeitschriften, Gast-Editor von 14 Sonderheften bzw. Büchern und zwei spezialisierten Lehrbüchern. Besondere Aufmerksamkeit erregte im Oktober 2015 eine Publikation im Wissenschaftsjournal Nature, in dem eine neue metallfreie Redox-Flow-Batterie vorgestellt wurde, die auf Kunststoffen als Aktivmaterialien basiert.
Außerdem fungierte Schubert als (Co-)Organisator von mehr als 25 internationalen Workshops, Symposia und Tagungen.
Im März 2020 kandidierte er neben Simone Fulda und Ursula M. Staudinger für das Amt des Rektors bzw. der Rektorin der TU Dresden.
Er gehörte im Frühjahr 2011 laut der britischen Chemikergesellschaft Royal Society of Chemistry zu den 600 weltweit einflussreichsten Chemikern. Mit mehr als 1.050 wissenschaftlichen Publikationen, 110.000 Zitierungen und einem h-Index von 146 (Google Scholar, Stand: 07/2026) ist Schubert einer der führenden Chemiker und Materialwissenschaftler weltweit.
Er ist verheiratet mit Stephanie Schubert und Vater von fünf Kindern.
Koordination von wissenschaftlichen Verbund-Programmen
Ulrich S. Schubert verantwortete die Koordination folgender Verbund-Programme:
2009–2014: Co-Koordinator Spitzencluster PhoNa (BMBF, EUR 10 Mio.)
2009–2020: Koordinator von drei ProExzellenz-Programmen und Antragsteller für zwei ProExzellenz-Professuren, Freistaat Thüringen (ges. EUR 4,5 Mio.)
2011–2017: Koordinator Schwerpunktprogramm "Selbstheilende Materialien" (SPP 1568), DFG (EUR 12 Mio.)
seit 2017: Sprecher Sonderforschungsbereich SFB 1278 (EUR 10 Mio.)