Ulrich Farner (* 1. August 1855 in Oberstammheim; † 21. Juli 1922 in Kilchberg) war ein Schweizer Journalist und Mundartschriftsteller, der dramatische Volksstücke verfasste.
Ulrich Farner war der Sohn des Spenglermeisters und Landwirts Hans Ulrich Farner.
Seit 1876 war er in erster Ehe mit Albertine, Tochter von Hans Heinrich Honegger verheiratet, bis die Ehe 1878 geschieden wurde. In zweiter Ehe heiratete er am 16. Oktober 1884 Bertha Adelina, Tochter des Schneiders und Textilkaufmanns Georg Böckli. Gemeinsam hatten sie drei Söhne, die 1912 acht Menschen vor dem Ertrinken retten konnten.
In Zürich war er in der Sternenstrasse 16 in Zürich wohnhaft.
1906 siedelte er in das vormalige Wohnhaus des Schriftstellers Conrad Ferdinand Meyer in Kilchberg über.
Nachdem er eine kaufmännische Ausbildung in Schaffhausen und Zürich erhalten hatte, war Ulrich Farner als kaufmännischer Angestellter in Lyon und in Mailand tätig; Ende 1876 kehrte er in die Schweiz zurück und betätigte sich bis 1879 als Kaufmann, bevor er als Schriftsteller zu publizieren anfing.
Um 1880 gründete er in St. Gallen die Illustrierte Schweizerische Volkszeitung, und er war Redaktor der von ihm 1881 gegründeten zweimal monatlich erscheinenden Militärzeitschrift Der Wehrmann. 1883 wurde er Redaktor der ebenfalls von ihm gegründeten Wochenzeitschrift Schweizerische Freie Volkszeitung, und von 1885 bis 1886 wirkte er als Redaktor der 1884 gegründeten Schweizerischen Allgemeinen Volkszeitung (heute Glückspost).
1887 war er Redaktor der Monatszeitschrift Die Helvetischen Literaturblätter, trat 1892 als Redaktor der Schweizerischen Handelszeitung zurück und wurde 1893 Redaktor der Rundschau für Handel und Industrie. Von 1898 bis 1900 war er Redaktor des Posthorns (später in Union umbenannt), des Vereinsorgans des Vereins schweizerischer Post, Telegraphen- und Zollangestellter. In dieser Funktion gründete er eine Ferienkasse, in der Vereinsmitglieder kleine Beiträge einzahlen konnten, um bei späteren Kuren die Kurtaxe zahlen zu können.
Später betätigte er sich auch als freier Journalist.
1899 war er Redaktor der Schweizerischen Soldatenblätter, und von 1899 bis 1906 wirkte er als Redaktor der Schweizerischen Wochen-Zeitung.
Er redigierte 1901 das Blatt Wetterkanone, das als Konkurrenzblatt zum Nebelspalter gedacht war. 1903 übernahm er die Redaktion des Wochenblatts Schweizer Hauszeitung, das er sieben Jahre lang bis 1910 führte. In dieser Zeit übernahm er auch 1906 die Redaktion des Boten von Uster und siedelte hierfür von Bendlikon bei Kilchberg nach Uster über.
Er war Anfang Januar 1909 Redaktor des Schweizerischen Schützenfreundes und redigierte 1910 die Illustrierten Schweizerischen Jugendblätter.
1887 erfolgte seine Beförderung zum Hauptmann der Infanterie.
Ulrich Farner verfasste aus seinen eigenen Erfahrungen Beiträge zur Militärliteratur, so unter anderem 1881 ein Handbuch für den schweizerischen Infanterie-Unteroffizier, seit 1894 den regelmässig erscheinenden Schweizerischen Wehr- und Landsturm-Soldaten-Kalender und 1895 Ueber den Kinzigpaß, in der er eine Militärübung vom 6. September 1894 sowie den Übergang des russischen Generals Alexander Wassiljewitsch Suworow von 1799 schildert. Unter anderem war er auch als Manöverberichterstatter tätig.
Er veröffentlichte zudem eine hohe Anzahl von hochdeutschen und auch Dialektlustspielen, unter anderem 1894 Die Bettel-Urschel, das 1905 im Dramatischen Verein Zürich uraufgeführte Stück E moderni Familie, 1907 D’r Ehrengast und 1908 zum 500-jährigen Gründungsfest von Stäfa das Volksschauspiel Stäva, an deren Aufführung im Sommer 1908 ungefähr 600 Personen beteiligt sein sollten, allerdings kam es aus finanziellen Gründen nicht zur Aufführung.
Er verfasste auch weitere Romane und Erzählungen, die meist patriotisch-historische Inhalte behandelten.
1877 gehörte Ulrich Farner dem Turnverein Alte Sektion an und war dort Chef des Untervereins Maya, der in der Öffentlichkeit verschiedene künstlerische Darbietungen zeigte.
1899 wurde er zum Ehrenmitglied der Unteroffiziersgesellschaft aller Waffen ernannt.