An diesem Tag

Ulm

Großstadt in Baden-Württemberg, Deutschland

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Ulm [ʊlm] ist eine Großstadt mit 130.288 Einwohnern (31. Dezember 2025) in Baden-Württemberg. Die Universitätsstadt liegt an der Donau am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb und am nördlichen Rand Oberschwabens an der Grenze zu Bayern. Die Stadt bildet einen eigenen Stadtkreis und ist Sitz des Landratsamts des angrenzenden Alb-Donau-Kreises.

Ulm ist nach dem Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg eines von 14 Oberzentren des Landes und bildet mit Neu-Ulm eines der länderübergreifenden Doppelzentren Deutschlands mit 193.131 Einwohnern (Stand Dezember 2025). Diese Beziehung wird auch als Doppelstadt oder Zweilandstadt bezeichnet, weil der eine Teil in Baden-Württemberg und der andere in Bayern liegt.

Ulm ist die größte Stadt im Regierungsbezirk Tübingen und in der Region Donau-Iller, zu der auch Gebiete des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben gehören.

Die Stadt ist bekannt für ihr gotisches Münster, dessen Kirchturm mit 161,53 Metern bis zum 29. Oktober 2025 der höchste Kirchturm der Welt war. Weiterhin bemerkenswert ist die lange bürgerliche Tradition Ulms mit der ältesten Verfassung einer deutschen Stadt, dem sog. Großen Schwörbrief, und einem Stadttheater, dessen Anfänge bis ins Jahr 1641 zurückreichen. In der Vergangenheit war Ulm Ausgangspunkt der Auswanderung der Donauschwaben, die mit sogenannten Ulmer Schachteln auf der Donau in ihre neuen Siedlungsgebiete im Südosten Europas fuhren.

Ulm, erstmals am 22. Juli 854 urkundlich genannt, war Königspfalz und Reichsstadt, ab 1802 bayerisch, seit 1810 württembergisch, nach 1945 württemberg-badisch und seit 1952 baden-württembergisch. Seit 1810 ist Ulm getrennt von seinem ehemaligen Gebiet rechts der Donau, das bei Bayern blieb und auf dem sich die Stadt Neu-Ulm entwickelte.

Berühmte Persönlichkeiten sind beispielsweise der in Ulm geborene Albert Einstein (1879–1955), die Widerstandskämpfer Hans (1918–1943) und Sophie Scholl (1921–1943), die ab 1932 in Ulm aufwuchsen, sowie die Schauspielerin Hildegard Knef (1925–2002), die in Ulm geboren wurde, und der deutsche Gestalter und Grafikdesigner Otl Aicher (1922–1991), der in Ulm geboren wurde und aufwuchs.

Das Meinungsforschungsunternehmen Prognos ermittelte im Jahre 2024 Ulm als „lebenswerteste Großstadt in Deutschland“.

Die Stadt Ulm liegt auf einer mittleren Höhe von 479 m ü. NN (Messpunkt: Rathaus). Das Stadtgebiet ist geographisch reich gegliedert und reicht von 459 m ü. NN (Donauufer) bis 646 m ü. NN (Salenhauwald bei Eggingen). Das historische Stadtzentrum liegt zwei Kilometer flussabwärts der Mündung der Iller an der Mündung der Blau in die Donau, an deren linkem Ufer. Die Stadt liegt am südlichen Rand der Ulmer Alb (Teil der mittleren Flächenalb) und der Hochfläche des durch das ehemalige Tal der Urdonau (Blau-, Ach- und Schmiechtal) hiervon nach Süden abgetrennten, sogenannten „Hochsträß“. Die durch kleinere oder größere Täler voneinander abgetrennten Erhebungen von Hochsträß und Alb (von West über Nord nach Ost: Galgenberg, Kuhberg, Roter Berg (Hochsträß), Eselsberg, Kienlesberg, Michelsberg, Gaisenberg, Safranberg (Ulmer Alb)) umgeben im Westen, Norden und Osten das Stadtzentrum. Im Süden wird es vom Lauf der Donau begrenzt.

Das Stadtgebiet Ulms erstreckt sich größtenteils nördlich der Donau, die hier für einige Kilometer die Landesgrenze zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern mit der am südlichen Donauufer gelegenen bayerischen Schwesterstadt Neu-Ulm bildet. Im Westen und Norden erstreckt sich das Stadtgebiet mit den Teilorten Harthausen, Grimmelfingen, Einsingen, Ermingen, Allewind und Eggingen über die Hochflächen des Hochsträß, mit Lehr, Mähringen und Jungingen über die Hochflächen der Ulmer Alb. Westlich des Stadtzentrums liegt der Teilort Söflingen südlich der Blau am Rande des Hochsträß. Der Teilort Böfingen schließt nordöstlich an das Stadtzentrum an und liegt an den Hängen der Alb nördlich der Donau. Lediglich oberhalb der Mündung der Iller in die Donau erstreckt sich das Stadtgebiet Ulms mit den Stadtteilen Wiblingen, Gögglingen, Donaustetten und Unterweiler auf die südwestlich von Donau und Iller gelegenen Flussauen und Schwemmterrassen der Donau und Iller.

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.

Aus dem Umland von Ulm liegen bedeutende Funde der Altsteinzeit vor, so einerseits beim benachbarten Blaubeuren und zum anderen einige Kilometer nördlich von Ulm im Lonetal (zum Beispiel in der Vogelherdhöhle). Sie weisen darauf hin, dass die Gegend am Rand der Alb zu Zeiten der Jäger und Sammler einen interessanten Lebensraum bot. In der Jungsteinzeit war das Hochsträß schon früh besiedelt (zum Beispiel Ulm-Eggingen); aus Ulm selbst gibt es Funde aus einer jüngeren Phase der Jungsteinzeit. Eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Entwicklung der Stadt Ulm als Verkehrsknotenpunkt haben der Verlauf der Flüsse Donau und Iller und der zwischen Ulm und Geislingen leicht zu bewältigende Übergang über die Schwäbische Alb durch die von Süden und Norden weit in die Albhochfläche einschneidenden Flusstäler von Blau, Kleiner Lauter, Lone, Brenz, Kocher und Fils.

Die unweit vom südlichen Ufer der Donau in der Nähe von Ulm zwischen dem römischen Kastell Unterkirchberg, dem Kleinkastell Burlafingen bzw. dem Kleinkastell Nersingen verlaufende Römerstraße, die heute von Historikern Donausüdstraße genannt wird, der nach Norden abzweigende Römerweg ins Filstal zu dem Kastell Urspring (Kastell Ad Lunam) und der dichte Nachweis römischer Fundplätze und Gutshöfe in der Ulmer Umgebung lassen die strategisch wichtige Lage des Ulmer Gebietes im Hinterland der militarisierten Grenzlinie des Limes bis zum Limesfall um das Jahr 260 n. Chr. erkennbar werden. Von 15 v. Chr. bis etwa 100 n. Chr. und dann wieder nach dem Limesfall von 260 n. Chr. bis etwa 500 n. Chr. (Donau-Iller-Rhein-Limes) bildete das Ulm gegenüberliegende Donauufer die Nordgrenze des Römischen Reiches. Die Landesgrenze zwischen Bayern und Württemberg verläuft im Ulmer Raum genau dort, wo schon vor über 2000 Jahren die Grenze zwischen dem Imperium Romanum und dem unbesetzten Germanien (Germania magna) verlief.

Die aus dem 6. und 7. Jahrhundert stammenden, teils mit Importgütern aus dem Ostsee- und Mittelmeerraum ausgestatteten Bestattungen des großen Gräberfeldes aus der Merowingerzeit am Kienlesberg (unmittelbar nordwestlich des Stadtzentrums) sowie die frühmittelalterliche Königspfalz der Karolinger auf dem Weinhof und im Bereich des Hl. Geist Spitals (urkundlich erstmals erwähnt 854) unterstreichen die besondere Bedeutung Ulms als eines strategisch bedeutsamen Verkehrsknotenpunktes während des frühen Mittelalters.

Durch seine Lage am Knotenpunkt mehrerer Handels- und Pilgerrouten zu Lande und zu Wasser entwickelte sich Ulm während des Hoch- und Spätmittelalters als Reichsstadt zu einem führenden Handels- und Kunstzentrum in Süddeutschland. Im Spätmittelalter unterhielten Ulmer Kaufleute ein dichtes Netz von Handelskontakten, die von Skandinavien bis nach Nordafrika, von Syrien bis nach Irland und darüber hinaus reichten. Einer der durch Jahrhunderte bedeutsamen Pilgerwege nach Santiago de Compostela zum Grab des von der katholischen Kirche verehrten Heiligen Jakobus, der Jakobsweg, führte über Ulm nach Nordwestspanien und rückt seit dem Jahr 1997 als völkerverbindend im Sinne der europäischen Einigung in das fördernde Interesse der Stadt Ulm und des Landes Baden-Württemberg. Als Fränkisch-Schwäbischer Jakobsweg zieht er von Norden zum Münster und führt von dort als der Oberschwäbische Jakobsweg gut markiert weiter nach Süden in die Schweiz.

Ab dem späten 17. Jahrhundert wurde Ulm zum zentralen Sammlungsort für meist (aber nicht immer) schwäbische Auswanderer, die in den neueroberten Gebieten des Habsburgischen und Russischen Reiches in Südosteuropa und im südlichen Russland angesiedelt wurden. Eine erste Auswanderungswelle erreichte zwischen dem späten 17. und Mitte des 18. Jahrhunderts auf Ulmer Schachteln die neueroberten Länder des Habsburgischen Reiches im südöstlichen Europa. In ihren neuen Siedlungsgebieten im heutigen Rumänien, Ungarn und Serbien entstanden die Volksgruppen der Ungarndeutschen und/oder Donauschwaben.

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