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Uetze

Gemeinde in der Region Hannover (Deutschland)

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Uetze [ˈʏtsə] ist eine selbständige Gemeinde in der niedersächsischen Region Hannover.

Uetze liegt am Südrand der Lüneburger Heide und hat überwiegend sandige Böden. Es wird von den Flüssen Fuhse und Erse, die aus dem Harzvorland kommen und in ungefähr nördlicher Richtung strömen, durchquert. Nordwestlich von Uetze mündet die Erse in die Fuhse, die bei Celle in die Aller mündet.

Die Gemeinde erstreckt sich über eine Fläche von etwa 140 km².

Uetze ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus den Ortschaften (ehemalige Gemeinden) Altmerdingsen, Dedenhausen, Dollbergen, Eltze, Hänigsen, Katensen, Obershagen, Schwüblingsen sowie dem Kernort Uetze und hat über 20.000 Einwohner.

Jede der Ortschaften verfügt über einen eigenen Ortsrat.

Zur Ortschaft Uetze gehören die Wohnplätze Abbeile, Benrode, Dahrenhorst und Wackerwinkel.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1022 als „Utisson“ im Bezirk Flotwedel unter Verwaltung von Dankmar. Die Ersterwähnung Uetzes vor 1000 Jahren geht auf ein seit langer Zeit umstrittene Quelle des Hildesheimer Klosters St. Michaelis zurück, die als Fälschung des frühen 12. Jahrhunderts bekannt ist, (im Güterverzeichnis des Bischofs Bernward im Zeitraum 1013 – 1022). Im Jahre 1215 wurde der Ort mit „Utessem“ bezeichnet. Erwähnungen Uetzes im 12. und 13. Jahrhundert sind mit der Familie von Ütze verbunden, die als Zeugen bei Beurkundungen auftreten oder deren Landbesitz beurkundet wird. Vom Namen des Ortes leitet sich auch der des Gutsherrengeschlechts „von Uttensen“ ab. Das Gut besteht 1208 mit Hartwicus von Uttensen als dem ersten Gutsherr, der 1218 im Gefolge Kaiser Ottos IV. genannt wird. Ein Haus (der „Neue Garten“) neben dem ehemaligen Sitz „derer von Uttensen“ wird seit seinem Bau nahezu ununterbrochen als Gasthaus benutzt und ist ältestes Gebäude der Ortschaft Uetze.

Die Familie von Uetze war zu Beginn des 16. Jahrhunderts ohne Nachkommen geblieben und so war das Gut nach dem Tod des Jasper von Uetze 1503 über die von Veltheim und die von Saldern im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts an die Familie von Lüneburg gekommen. Uetze war im frühen 17. Jahrhundert der mit Abstand größte Ort im Amt Meinersen – vor Hänigsen. 1552 war Uetze Sitz einer Vogtei, sie war dem Amt Meinersen unterstellt. Diese Zugehörigkeit bestand bis 1885. 1695 wurde Uetze zum Marktflecken.

Am Ortsrand von Uetze wohnte der für den Bereich des Amtes Meinersen zuständige Scharfrichter, wo er vorwiegend das Abdeckereigewerbe betrieb. Ein Schriftstück vom 6. Juni 1823 konkretisiert: „… Wie 1. Zu Ütze hiesigen Amts eine Halbmeisterey sich befindet, welche im Jahre 1650 zuerst vom Hertzogen Christian Ludwig zu Braunschweig dem Scharfrichter Claus Fröhlich zu Braunschweig verliehen worden …“ Zwei lange ansässige Scharfrichtersippen hießen Frölich und Funke. Gertrud Schumacher, frühere Vorsitzende des Heimatbundes Uetze, weiß über die Abdecker in Uetze zu berichten, dass sie geschwärzte Hände hatten und geächtete Personen waren, die nur auf den paar billigen Plätzen unter dem Turm, wo keine Nummern an den Plätzen waren, sitzen durften.

Ein Großbrand vernichtete am Nachmittag des 21. April 1863 fast das ganze Dorf; erhalten blieben nur der Junkernhof und umliegende Gebäude. Die Freiwillige Feuerwehr wurde am 5. Juni 1880 gegründet.

1885 wurde das Amt Meinersen aufgelöst, Uetze kam zum Landkreis Burgdorf.

Am 16. Mai 1966 wurde in Uetze die letzte Handvermittlung auf dem Gebiet der Deutschen Bundespost abgeschaltet. 1971 schloss sich Uetze mit den Gemeinden Dollbergen und Katensen zu einer Samtgemeinde zusammen, die schon drei Jahre später mit der Bildung der jetzigen Einheitsgemeinde Uetze wieder aufgelöst wurde.

Uetze gehörte zum Fürstentum Lüneburg und ist daher traditionell eher nach Celle als nach Hannover orientiert. Es gehörte zum Landkreis Burgdorf und wurde bei der Gebietsreform in Niedersachsen 1974 mit den anderen Gemeinden dieses Landkreises in den Landkreis Hannover eingegliedert. Die Altgemeinden Dedenhausen und Eltze gehörten vor der Gebietsreform 1974 zum Landkreis Peine. Im Gespräch war auch eine Zugehörigkeit zum Landkreis Peine oder zum Landkreis Celle, da die Städte Peine und Celle wesentlich näher liegen und Uetze in diesen Landkreisen mehr Einfluss auf zukünftige Entscheidungen gehabt hätte. Der Landkreis Hannover wurde am 1. November 2001 aufgelöst und durch die mit der Stadt Hannover gemeinsam gebildete Region Hannover ersetzt.

Am 17. Oktober 1928 wurden die Gemeinden Abbeile, Benrode, Dahrenhorst und Wackerwinkel eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, wurden die Gemeinden Altmerdingsen, Dedenhausen, Dollbergen, Eltze, Hänigsen, Katensen, Obershagen und Schwüblingsen in die Gemeinde Uetze eingegliedert.

(1961: am 6. Juni, 1970: am 27. Mai (Ergebnisse der Volkszählungen, bei der Gemeinde: einschließlich der später eingemeindeten Orte), sonst jeweils am 31. Dezember)

Laut Zensus 2011 hatte Uetze am 9. Mai 2011 19.923 Einwohner.

Seit der Reformation ist die Mehrheit der Bevölkerung evangelisch-lutherisch. Mit Stand Juni 2018 waren von den 20.608 Einwohnern 51,0 % (10.501) evangelisch und 7,4 % katholisch. Die derzeitige „Johannes-der-Täufer-Kirche“ an der Kirchstraße stammt aus dem Jahr 1867, nachdem der Vorgängerbau von 1837 im großen Brand von 1863 zerstört worden war. Baumeister war Conrad Wilhelm Hase. Der Turm ist 65 m hoch. Die Kirchengemeinde Uetze-Katensen gehört zum Kirchenkreis Burgdorf.

Die katholische Kirche St. Matthias, benannt nach dem Apostel Matthias, befindet sich an der Marienstraße. 1955/56 wurde sie von Josef Fehlig errichtet und im Herbst 1956 geweiht. Seit dem 1. November 2006 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Nikolaus in Burgdorf. Die ehemalige Filialkirche St. Barbara in Hänigsen wurde 2012 profaniert und im Herbst 2013 abgerissen, das Grundstück ab 2014 mit Wohnhäusern bebaut.

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