An diesem Tag

Udai Hussein

Irakischer Politiker, Sohn Saddam Husseins

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Udai Saddam Hussein at-Tikriti ([ʕudaɪ-], arabisch عدي صدام حسين التكريتي, DMG ʿUdayy Ṣaddām Ḥusain al-Tikrītī, auch Uday, Odai transkribiert) (* 18. Juni 1964 in Bagdad; † 22. Juli 2003 in Mossul) war das älteste der fünf Kinder Saddam Husseins und dessen erster Frau Sadschida Talfah. Er war Chef des Nationalen Olympischen Komitees des Iraks sowie der Miliz Saddam-Fedajin. Er galt für einige Jahre als der wahrscheinliche Nachfolger von Saddam. Er produzierte auch die Zeitung Babel.

Wegen seiner Extravaganzen, aber vor allem wegen der Ermordung des Lieblingsleibwächters und Vorkosters von Saddam im Jahr 1988 fiel die Gunst der Nachfolge nicht mehr auf ihn, sondern auf seinen Bruder Qusai Hussein. Für jenen Mord wurde er auch vorübergehend von seinem Vater in die Schweiz verbannt.

1984 wurde Udai von seinem Vater mit seiner Cousine Sadscha, einer Tochter von Saddams Halbbruder Barzan at-Tikriti, verheiratet. Die Ehe hielt jedoch nur wenige Wochen, denn Sadscha floh zu ihrer Mutter Ilham, der Schwester von Udais Mutter Sadschida, in die Schweiz.

Am 12. Dezember 1996 wurde er bei einem Attentat im Irak ernsthaft verletzt. Ihn trafen acht, nach anderen Quellen sieben, Gewehrkugeln beim Autofahren. Später berichtete Saddam Husseins Geliebte Parisoula Lampsos, eine Griechin, der Diktator wäre nicht unglücklich gewesen, wenn sein Sohn den Anschlag nicht überlebt hätte.

Am 17. März 2003 gab US-Präsident George W. Bush Saddam Hussein 48 Stunden zum Verlassen des Landes und fügte aber ausdrücklich hinzu, dass Udai und Qusai auch gehen müssten, oder es werde Krieg geben. Udai reagierte auf das Ultimatum, indem er Bush und seiner Familie das Verlassen der USA nahelegte.

Mord- und Folter-Anschuldigungen

Einige Anschuldigungen, die gegen Udai aufgeführt werden:

Es wird behauptet, Udai habe als Kopf des irakischen olympischen Ausschusses die Gefangenschaft und die Folterung von irakischen Athleten beaufsichtigt, die seinen Erwartungen nicht entsprochen hätten. Es gilt als erwiesen, dass er mehrere Spieler der irakischen Fußballnationalmannschaft, so nach dem 0:3 gegen Südkorea, in einem Gefangenencamp internieren ließ. Es wird vom Zerquetschen der Füße oder dem Schlagen der Fußballspieler nach schlechten Spielen geredet. Andere Quellen berichten von einer Eisernen Jungfrau.

Ein ehemaliges Mitglied des französischen Außenministeriums behauptete, Udai und seine Leibwächter hätten in einem Hotelzimmer ein französisches Paar mit Waffengewalt zum Geschlechtsakt gezwungen, der für Udai auf Video festgehalten worden sei.

Der Schweizer Hotelier Ramon Weibel erklärte in einem Stern-Interview (1998), Udai sei in seinem Hotel mit der erklärten Absicht abgestiegen, bei der Abreise zwei Begleiter weniger „dabeizuhaben“, woraufhin Weibel die Polizei verständigte. Tatsächlich waren zwei Leibwächter verschwunden, deren Verbleib auch bis zu Udais Abreise nicht geklärt werden konnte.

Der ehemalige Udai-Doppelgänger Latif Yahia behauptete, Udai sei nicht imstande gewesen, sexuelle Handlungen durchzuführen, ohne Schmerz zu verursachen und Blut an seinen Partnern zu sehen. Das Double sagte, Udai habe zahlreiche Entführungen von Frauen befohlen, einschließlich einer russischen Ballerina. In einer Sendung von Alfred Biolek berichtete er auch, dass er für Udai in Kuwait tausende Luxusautomobile und Wertsachen gestohlen habe.

Es wurde immer wieder berichtet, dass sich Udai, mit einer Wagenkolonne durch Bagdad fahrend, Frauen aussuchte, um sie in den Familienpalästen oder sogar auf offener Straße brutal zu vergewaltigen. Nach Berichten irakischer Familien hielt Udai entführte Frauen oft wochenlang gefangen. Wenn sich Verwandte darüber beschwerten, bekamen sie das entführte Familienmitglied ermordet, zerstückelt und in mehrere Kartons verpackt zurück.

Der irakische Offizier Latif Yahia, der von seiner Rekrutierung am 2. Oktober 1987 bis zu seiner Flucht am 9. Dezember 1991 als Udais Fidai (Doppelgänger) fungierte, listete in seinem Buch verschiedene Verbrechen Udais detailliert auf:

Vergewaltigung der Nichte des Abbas Al-Janabi. Dieser wurde als Wiedergutmachung später Direktor der Zeitungen Udais.

Kamel Hannah, Vorkoster Saddam Husseins. Ein vordergründig nichtiger Anlass, Ruhe während einer Feier zu geben, den dieser nicht befolgte („ich höre nur auf Befehle des Präsidenten“), lässt Udai ausrasten und mit einem elektrischen Messer die Kehle des Vorkosters und Freundes von Saddam aufschlitzen. Danach streckt er mit zwei Schüssen den tödlich Verletzten nieder. Die eigentliche Ursache war der Hass auf Kamel Hannah, der „meinem Vater immer Frauen und Mädchen besorgte. Hätte er nur diese Hure (gemeint war Samira Schahbandar) nicht herbeigeführt“.

Nahle Sabet, Architekturstudentin, vergewaltigt und den Kampfhunden Udais zum Fraß vorgeworfen.

Asra Hafez: Das Mädchen wehrte sich gegen die Belästigungen Udais, wagte es, ihn auszulachen, worauf Udai das Mädchen mit drei Kugeln in die Brust niederstreckte.

Sana Al-Haidari, Studentin, die behauptete, mit Udai befreundet zu sein: mit Elektrokabel gefoltert, vergewaltigt, die Zunge mit einer Rasierklinge herausgeschnitten und vom Hubschrauber aus in den Al-Sarsar-See geworfen.

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