Die UFA GmbH (bis 2013 UFA Film & TV Produktion GmbH, kurz UFA) ist ein Filmunternehmen mit Hauptsitz in Berlin.
Das 1917 als Ufa gegründete Unternehmen ist eng mit der Geschichte des deutschen Films verbunden und zählt zu den langlebigsten Filmfirmen in Europa.
Die heutige UFA GmbH ist ein Tochterunternehmen des international tätigen Medienkonzerns RTL Group und gilt gegenwärtig als eine der größten deutschen Firmen im Bereich der Fernsehfilm- und TV-Produktionen.
Gründung und Anfangsjahre (1917–1933)
Eine Vorstufe zur Gründung der Ufa war das von der Obersten Heeresleitung am 13. Januar 1917 eingerichtete Bild- und Filmamt (Bufa). Die Aufgabe dieser Behörde, die als Reaktion auf den empfundenen Vorsprung der Feinde auf dem Gebiet der filmischen Propaganda gegründet wurde, bestand darin, auch im eigenen Land den Film für die psychologische Kriegführung nutzbar zu machen.
Die Pläne des deutschen Generalstabs, insbesondere von Erich Ludendorff, gingen jedoch weit über die Einrichtung des Bufa hinaus. Ihm schwebte ein großer Filmkonzern vor, der – vom Staat gesteuert – den nationalen Interessen dienen sollte. Unter diesem Vorzeichen wurde die Universum-Film Aktiengesellschaft (Ufa) am 18. Dezember 1917 in Berlin als Zusammenschluss privater Filmfirmen gegründet. Das Startkapital des Unternehmens, an dem neben der geheimen Beteiligung der Reichsregierung und des Kriegsministeriums auch die Deutsche Bank beteiligt war, betrug 25 Millionen Mark. Aufsichtsratsvorsitzender wurde das Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Emil Georg von Stauß.
Statt der Neugründung hatte der Generalstab zunächst auch eine Übernahme der erst 1916 gegründeten Deutschen Lichtbild-Gesellschaft (DLG) in Betracht gezogen, die jedoch zu stark unter dem Einfluss der Schwerindustrie und von Alfred Hugenberg stand.
Da Deutschland durch den Krieg von Film-Importen weitgehend abgeschnitten war, hatte der neue Konzern für die Eroberung des deutschen Marktes ideale Ausgangsbedingungen.
Zur Aufgabe der Ufa war bei ihrer Gründung die Produktion von Filmen – Spielfilmen, Dokumentarfilmen, Kulturfilmen und Wochenschaubeiträgen – erklärt worden, die im Ausland Propaganda für Deutschland machen sollten. Nachdem es zu Spannungen zwischen den Gründungsmitgliedern gekommen war, setzte sich bald die Deutsche Bank durch, die mit der Filmproduktion eher geschäftliche als militärische Interessen verband. Statt der Propagandafilme wurden nun aufwändige Unterhaltungsfilme wie Sumurun (1920) von Ernst Lubitsch hergestellt.
1921 wurde die Ufa, die inzwischen bereits einen bedeutenden Anteil der deutschen Kinofilme produzierte, privatisiert. Ab 1922 standen für die Filmproduktion große Ateliers in Neubabelsberg, heute Babelsberg, und Berlin-Tempelhof an der Oberlandstraße zur Verfügung, die 1926 durch den Bau der damals größten Atelierhalle Europas, die 1995 nach Marlene Dietrich benannt wurde, erweitert wurden. Nachdem 1923 u. a. die Decla-Bioscop AG übernommen wurde und Erich Pommer Chef aller Produktionsbetriebe wurde und zahlreiche Stars entdeckte und aufbaute – u. a. Emil Jannings, Pola Negri, Conrad Veidt und Lya de Putti –, erfuhr die Ufa einen weiteren Aufschwung und wurde mit Filmen wie Dr. Mabuse (1922), Die Nibelungen (1922/24) und Faust (1926) zur direkten Konkurrenz für Hollywood.
1927 befand sich die Ufa in großen finanziellen Schwierigkeiten. Durch die Stabilisierung der deutschen Währung ab November 1923 geriet die deutsche Filmbranche allgemein in eine Krise, der Auslandsabsatz stagnierte durch nun sehr niedrige Gewinnspannen und der deutsche Markt wurde besonders für amerikanische Filmriesen wieder rentabel. Die folgende Konzentration auf einige große deutsche Filmkonzerne, die Produktion, Vertrieb und Vorführung unter einem Dach vereinten, um konkurrenzfähig zu bleiben, zehrte am Stammkapital der Ufa. Zudem verkalkulierten sich die Verantwortlichen wirtschaftlich mit den von Fritz Lang inszenierten Großproduktionen der Jahre 1924 bis 1926, Die Nibelungen und Metropolis. Verschärft wurde die Situation der Ufa überdies durch die Folgen eines Knebelvertrages, den sie 1925 mit den amerikanischen Firmen Paramount und Metro-Goldwyn-Mayer abgeschlossen hatte (Parufamet-Vertrag). Bis 1940 enthielt die Ufa-Tonwoche den Hinweis auf die Zusammenarbeit mit Paramount.
Alfred Hugenberg – Vorsitzender der Deutschnationalen Volkspartei und Besitzer der Scherl-Gruppe, eines machtvollen Medienkonzerns – kaufte das vom Bankrott bedrohte Unternehmen im März 1927 auf. Neuer Generaldirektor wurde Ludwig Klitzsch. Den Vorsitz des Aufsichtsrates übernahm Hugenberg selbst; sein Stellvertreter wurde der Bankier Emil Georg von Stauß.
An der Produktionspolitik der Ufa änderte sich dadurch zunächst nichts. 1928 wurde Produktionschef Erich Pommer, der für die Lang-Debakel verantwortlich gemacht wurde, durch Ernst Hugo Correll abgelöst, der das Unternehmen durch die Umstellung auf den Tonfilm führte. Durch einen Vertrag mit der Tobis-Klangfilm, der für sie die Lizenzlage vereinfachte, hatte die Ufa gegenüber kleineren Unternehmen bei der Tonfilmproduktion einen erheblichen Vorsprung. Pommer, der dem Unternehmen als Produzent erhalten blieb, zeichnete wiederum nicht nur für den ersten Ufa-Tonfilm Melodie des Herzens (1929) verantwortlich, sondern schuf auch das Genre der so genannten „Tonfilmoperette“. Mit Lilian Harvey und Willy Fritsch, die in Filmen wie Die Drei von der Tankstelle (1930) oder Der Kongreß tanzt (1931) zum „ersten Traumpaar des deutschen Films“ und damit zu den populärsten Filmstars der späten Weimarer Republik avancierten sowie Der blaue Engel (1930) mit Marlene Dietrich, erzielte Pommer, auch durch die Herstellung englisch- und französischsprachiger Versionen, für die Ufa bis 1933 zahlreiche weltweite Erfolge.
Die Ufa war durch den deutschnationalen Geist, der in ihr herrschte, auf die Zwecke der nationalsozialistischen Propaganda und deren Filmpolitik zugeschnitten. Zudem wurde Hugenberg gleich nach der nationalsozialistischen Machtübernahme vom 30. Januar 1933 zum Reichswirtschaftsminister ernannt.
Begünstigt durch diese Personalunion stellte er die Ufa nun offen den Propagandazwecken von Joseph Goebbels zur Verfügung, auch wenn er bereits im Juni 1933 auf Druck von Hitler wieder aus dem Amt entlassen wurde. So beschloss der Vorstand der Ufa in vorauseilendem Gehorsam gegenüber dem NSDAP-Regime bereits am 29. März 1933, zahlreiche jüdische Mitarbeiter zu entlassen. Das NSDAP-Regime errichtete im Sommer 1933 die Reichsfilmkammer; diese erließ eine Verordnung zum Ausschluss jüdischer Filmschaffender. 1936 wurde mit der von Hans Traub auf dem Filmgelände Babelsberg eingerichteten Ufa-Lehrschau das erste Filminstitut in Deutschland gegründet. Auch kam es zum systematischen Austausch mit dem faschistischen Istituto Luce in Rom.
Goebbels brachte systematisch neben den übrigen Medien-Unternehmen auch die Ufa unter die Kontrolle seines Propagandaministeriums. Am 18. März 1937 musste der Hugenberg-Konzern seine Ufa-Aktien für 21,25 Millionen Reichsmark an die Cautio Treuhand GmbH verkaufen, eine quasi-staatliche Holdinggesellschaft, die im Auftrag von Goebbels arbeitete. Damit war die Ufa faktisch verstaatlicht. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender wurde Emil Georg von Stauß, Generaldirektor blieb Ludwig Klitzsch, Pressechef wurde Carl Opitz. Im Mai wurde ein von Carl Froelich geleiteter, tatsächlich jedoch von Goebbels gesteuerter Kunstausschuss gegründet, der direkten Einfluss auf die Produktionsplanung der Ufa nahm und die Kompetenzen des Produktionschefs, Ernst Hugo Correll, erheblich beschnitt. Nachdem Correll sich weigerte, der NSDAP beizutreten, wurde er 1939 entlassen.
Zu den Produktionseinrichtungen der Ufa zählten zum Zeitpunkt ihrer Verstaatlichung 27 Filmateliers, davon neun in Neubabelsberg (Potsdam-Babelsberg) und sieben in Berlin-Tempelhof, darunter auch drei, die nur noch der Form nach der Carl-Froelich-Film GmbH gehörten. Daneben verfügte die Ufa über zwei Studios zur Nachsynchronisation, ein Mischstudio, zwei Trickstudios, zwei Ateliers für Werbefilme, eines für Zeichentrickfilme und ein kleines Ausbildungsatelier.