An diesem Tag

Ty Cobb

US-amerikanischer Baseballspieler und -trainer (1886–1961)

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Tyrus Raymond „Ty“ Cobb (* 18. Dezember 1886 in Narrows, Georgia; † 17. Juli 1961 in Atlanta, Georgia) war ein amerikanischer Baseballspieler und -manager in der Major League Baseball (MLB). Sein Spitzname war The Georgia Peach.

Ty Cobb wurde als ältestes von drei Kindern in Narrows, Georgia geboren. Sein Vater, der sich zur Aufbesserung seines Lehrergehalts eine Farm gekauft hatte, war ein angesehener Mann, der auch in den Senat von Georgia gewählt wurde. Ty spielte bereits in seinen jungen Jahren bei Teams in Royston, Georgia (Royston Rompers und den halbprofessionellen Royston Reds) Baseball, wenn er nicht auf der heimatlichen Farm arbeitete. Sein Vater wünschte zwar, dass Ty einen Beruf wie Anwalt oder Arzt ausüben sollte, willigte aber ein, als dieser im Alter von 17 Jahren bei einem Team der South Atlantic League in Augusta im Minor League Baseball spielen wollte. Bei diesem Team wurde er 1904 allerdings nach zwei Tagen in der Saison aus dem Kader genommen. Cobb kam dann bei den Anniston Steelers in der Tennessee-Alabama-League unter. Während der Saison kehrte er nach Augusta zurück. Im August 1905 führte er die Liga im Schlagdurchschnitt an. Er wurde dann für 750 US-Dollar an die Detroit Tigers in der American League verkauft.

Kurz vor Tys erstem Auftritt wurde Cobbs' Vater getötet. Dieser verdächtigte seine Frau der Untreue und erklärte ihr am 8. August 1905, dass er für diesen Tag die Stadt verlasse. Am Abend wollte er schauen, ob seine Vorwürfe stimmten. Er kletterte auf das Dach, um das Schlafzimmer seiner Frau zu beobachten. Diese hielt ihn für einen Einbrecher und feuerte zwei Schüsse auf ihn ab, die ihn töteten. Tys Mutter wurde wegen Totschlags angeklagt und freigesprochen.

Am 30. August 1905 gab Cobb sein Debüt bei den Tigers gegen die New York Highlanders. Gegen Jack Chesbro gelang ihm bei seinem ersten Schlagauftritt ein Double. In weiteren 41 Spielen kam er auf einen Schlagdurchschnitt von 24 %. Trotz dieser nicht überragenden Werte bekam er einen Vertrag für die folgende Saison, der mit 1500 $ dotiert war. 1906 deutete der Outfielder dann seine Schlagqualitäten an. In 91 Spielen kam er auf einen Schlagdurchschnitt von 32 %. Diese Marke sollte Ty für den Rest seiner Karriere nicht mehr unterbieten. 1907 war er der jüngste Spieler, der den Titel für den Spieler mit dem besten Schlagdurchschnitt gewinnen konnte.

In diesem Jahr lieferten sich die Tigers einen Vierkampf um den Titel mit den Chicago White Sox, den Cleveland Indians und den Philadelphia Athletics. Die White Sox und die Indians verloren gegen Schluss der Saison den Anschluss, so dass die Entscheidung um den Titel zwischen den Tigers und den A's fiel. Beide Teams standen sich in der letzten Serie der Saison gegenüber. Am 30. September war ein Doubleheader in Philadelphia geplant. Im ersten Spiel führte Philadelphia unter der Regie von Connie Mack bereits mit 7:1. Ty Cobb konnte mit einem 2-Run-Home-Run das Spiel im 8. Inning zum 8:8 ausgleichen. Im 11. Inning konnte Cobb sein Team mit einem Double in Führung bringen, welche Philadelphia wieder ausgleichen konnte. Im 17. Inning wurde das Spiel wegen Dunkelheit abgebrochen und mit dem Unentschieden gewertet, die zweite geplante Begegnung wurde nie ausgetragen. Aufgrund dieses Unentschiedens sicherten sich die Tigers den Sieg der American League und zogen in die World Series 1907 gegen die Chicago Cubs ein. Cobb kam in den World Series allerdings nur zu einem Schlagdurchschnitt von 20 %, die Tigers unterlagen deutlich bei vier Niederlagen und einem Unentschieden.

Mit seinem Schlagdurchschnitt von 35 %, 212 Hits, 116 RBI und 49 gestohlene Bases führte er die American League in vier Kategorien an. Im Schlagdurchschnitt war Cobb in den darauffolgenden 8 Jahren immer der beste seiner Liga, ein noch heute bestehender Rekord. Im September 1907 hatte Cobb auch eine Kooperation mit Coca-Cola begonnen, die ihn für den Rest seines Lebens zu einem wohlhabenden Mann machen sollte.

1908 und 1909 erreichten die Tigers ebenfalls die World Series, unterlagen aber 1908 wiederum den Cubs. Cobb steigerte seine Leistung und seinen Schlagdurchschnitt in den Endspielen auf 35 %. 1909 hatte Cobb die Triple Crown gewonnen, d. h., er war bester in den Kategorien Schlagdurchschnitt, RBI und Home Runs. In den World Series trafen dann Cobb als herausragender Spieler der American League und Honus Wagner von den Pittsburgh Pirates, der Superstar der National League aufeinander. In sieben Spielen behielten die Pirates die Oberhand. Im August war es zwischen Cobb, der durch seine aggressive Spielweise und sein hitziges Temperament gefürchtet war, und Frank Baker zu einem Zwischenfall gekommen. Cobb war mit seinen angespitzten Spikes zur 3. Base geglitten und schlitzte Baker am Oberarm auf. Baker setzte das Spiel zwar fort, aber Connie Mack bezeichnete Cobb als den „schmutzigsten Baseballspieler, den er je gesehen hat“. Vor den Rückspielen in Philadelphia kam es dann zu Morddrohungen gegen Cobb, die Polizeischutz für ihn auf der Fahrt zum und vom Stadion und während des Spieles zur Folge hatten.

1910 hatte die Autofirma Chalmers Automobile einen Wagen als Preis für den Spieler mit dem besten Schlagdurchschnitt ausgesetzt. Cobb führte am letzten Tag der Saison knapp vor Nap Lajoie von Cleveland. Ty Cobb setzte das letzte Spiel aus, um seinen Durchschnitt nicht zu verschlechtern. Lajoie dagegen gelangen in einem Doubleheader gegen die St. Louis Browns sieben Hits. Sechs dieser Hits waren Bunt-Singles, die der 3. Baseman der Browns aufgrund seiner Position weit von der Base entfernt nicht erreichen konnte. Der Präsident der American League Ban Johnson erklärte darauf Cobb zum umstrittenen Sieger in dieser Kategorie. Die Autofirma löste dieses Problem allerdings salomonischer und übergab jedem ein Auto. Nach dieser Saison stellten sie dann ihren Automobilpreis für den wertvollsten Spieler der Liga zur Verfügung, womit der MVP-Award geboren war.

1911 stellte Cobb mit Hits in 41 aufeinanderfolgenden Spielen einen neuen Rekord in der American League auf. Im Kampf um den Titel des besten Schlagmanns lieferte sich Cobb einen harten Kampf mit Shoeless Joe Jackson. Gegen Ende der Saison trafen die Tigers dann auf Cleveland. In diesen sechs Spielen versuchte Jackson freundlich zu Cobb zu sein, dieser ignorierte allerdings sämtliche Versuche seines Kontrahenten. Zum Schluss war Cobb mit 42 % der Sieger gegen Jackson, der mit 40,8 % aber ebenso einen großartigen Schlagdurchschnitt aufwies.

In dieser Spielzeit lieferte Cobb noch reichlich Diskussionsstoff. In einem Spiel gegen die Yankees kam es zu Kontroversen mit dem Schiedsrichter auf Seiten der Yankees. Da sich alle Feldspieler der Yankees um den Catcher und den Schiedsrichter versammelt hatten, allerdings niemand eine Auszeit verlangt hatte, spazierte Cobb zur 3. Base und anschließend zur Homeplate und erzielte den siegbringenden Lauf. Am 15. Mai 1912 erregte ein Zuschauer in New York Cobb so stark, dass er von der Bank in die Publikumsränge sprang und den Zuschauer verprügelte. Cobb wurde daraufhin suspendiert, seine Mannschaftskollegen erklärten sich allerdings mit ihm solidarisch und weigerten sich, beim nächsten Spiel in Philadelphia anzutreten. Da die Liga mit einer Strafe von 5000 $ drohte, stellte Frank Navin, der Manager der Tigers, eine Mannschaft aus Amateur- und Collegespielern auf, die mit 2:24 unterlag. Einige Negativrekorde des Baseballs stammen aus diesem Spiel. u. a. die 24 Runs, die der bedauernswerte Pitcher Allan Travers gegen sich bekam. Dieser erste Baseballstreik endete dann, als Cobb seine Kollegen aufforderte, aufs Spielfeld zurückzukehren.

Cobb war auch der erste professionelle Sportler, der in einem Film mitspielte. In Somewhere in Georgia spielte er praktisch sich selbst, es ist die Geschichte eines Bankangestellten, der sein Talent für den Baseball entdeckt.

1916 unterlag Cobb dann erstmals im Rennen um den besten Schlagdurchschnitt seit 1907. Tris Speaker von den Cleveland Indians erreichte 38,7 %, während Cobb nur auf 37 % kam.

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