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Tuvalu

Inselstaat im Pazifischen Ozean

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Tuvalu ([tuˈvaːlu], vollständig tuvaluisch Fakavae Aliki-Malo i Tuvalu ‚Konstitutionelle Monarchie Tuvalu‘; bis zur Unabhängigkeit 1978 Elliceinseln) ist ein Inselstaat im Pazifischen Ozean. Er ist als parlamentarische Monarchie mit Charles III. als König organisiert und Mitglied des Commonwealth of Nations. Hauptstadt ist das Atoll Funafuti und Regierungssitz das auf diesem Atoll gelegene Dorf Vaiaku. Tuvalu hat etwa 9.500 Einwohner und ist damit nach Einwohnerzahl einer der zehn kleinsten Staaten der Erde.

Tuvalu liegt im Südwesten des Pazifischen Ozeans, östlich von Papua-Neuguinea und nördlich von Neuseeland. Zu den umliegenden Inselstaaten gehören die Salomonen, Nauru, Kiribati, Tokelau, Samoa, Wallis und Futuna, Fidschi und Vanuatu. Mit einer Fläche von 25,66 km² ist Tuvalu nach der Vatikanstadt mit 0,44 km², Monaco mit 2,02 km² und Nauru mit 21,10 km² der viertkleinste Staat der Welt.

Funafuti, Nanumea, Nui, Nukufetau, Nukulaelae und Vaitupu sind Atolle, ringförmige Korallenriffe mit zum Teil winzigen Riffinseln, die eine Lagune umschließen, deren Fläche außer im Fall von Vaitupu wesentlich größer als die jeweilige Landfläche ist. Auf Nanumea gibt es sogar einen Süßwasserteich, was für Atolle extrem selten ist. Vaitupu besitzt zwei Lagunen, die nahezu vollständig von Land umgeben sind und nur durch enge Kanäle Verbindung mit dem Meer haben. Die übrigen Inseln Nanumanga, Niutao und Niulakita sind ebenfalls Atolle, jedoch mit kleineren und abgeschlossenen Lagunen, also reinen Binnengewässern ohne Verbindung zum Meer.

Die Inseln liegen großteils nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Da der Meeresspiegel aufgrund der globalen Erwärmung ansteigt, wird befürchtet, dass die Inseln in absehbarer Zeit überschwemmt werden. Die Regierung versuchte bereits, mit dieser Begründung für ihre Bevölkerung in Neuseeland und Australien Asyl zu beantragen. Ursprünglich sollten etwa 300 Menschen pro Jahr auswandern (rund 4.000 Bürger Tuvalus leben bereits in Neuseeland). Neuseeland und Australien lehnten dies ab. Im Jahr 2014 berücksichtigte das Einwanderungstribunal Neuseelands jedoch zum ersten Mal die Folgen des Klimawandels in einem Verfahren, in dem einer vierköpfigen Familie aus Tuvalu Asyl gewährt wurde.

Auswertungen von aktuellen Satellitenbildern zufolge wurden die Inseln beziehungsweise die zugehörigen Korallenriffe in den letzten 60 Jahren größer. Demnach wird das Ansteigen des Meeresspiegels derzeit durch Anspülungen und Sedimentierung mehr als ausgeglichen, obwohl für den zunehmenden Straßen- und Hochbau einige Strände als Sandgruben genutzt werden.

Allerdings ist ungewiss, ob die Sedimentationsrate auch mit dem beschleunigten Meeresspiegelanstieg – um 18 bis 59 cm, wie er im Jahr 2007 fürs Jahr 2100 prognostiziert wurde – mithalten kann. Zudem wird die Form der Inseln verändert; während an einigen Stellen Land verloren geht, wachsen die Inseln an anderen. Dies stellt nach Naomi Biribo eine große Herausforderung dar. Weiter sind auch Maßnahmen gegen Überschwemmungen aufgrund von Seebeben und Wirbelstürmen notwendig.

Auf allen Inseln herrscht tropisches, heißes Klima mit einer Durchschnittstemperatur von 30 Grad Celsius. Die Regenfälle sind heftig und setzen meist zwischen November und Februar ein.

Tuvalu leidet unter Wirbelstürmen: Im Jahre 1997 wurden durch Wirbelstürme große Teile der Vegetation zunichtegemacht. In den Jahren 2014 und 2015 waren es 18 Zyklone.

Im Oktober 2011 hat Salzwasserintrusion, verbunden mit einer ungewöhnlichen Dürreperiode, zu Trinkwassermangel geführt. In Tuvalu wird Regenwasser von Dächern gesammelt, auch dadurch füllt sich das Grundwasser weniger auf. Helfen sollen auch Meerwasserentsalzungsanlagen.

Tuvalu hat 9.492 Einwohner (Stand 2025). Etwa 97 Prozent der Bevölkerung sind Polynesier, die anderen drei Prozent sind Mikronesier.

Von der Bevölkerung Tuvalus sind 32 Prozent bis 14 Jahre und 58,5 Prozent 15 bis 59 Jahre alt. Lediglich 9,5 Prozent der Einwohner haben ein Alter von 60 Jahren oder darüber. Die Bevölkerung ist zwischen 2012 und 2017 um 0,3 Prozent pro Jahr geschrumpft.

Die Sterberate lag im Jahr 2015 bei 8,7 pro 1000 Einwohner, die Geburtenrate bei 23,7 pro 1000 Einwohner bei einer Säuglingssterblichkeit von 3 %. Im Jahr 2015 betrug die Lebenserwartung der Bevölkerung 66 Jahre (Männer: 64 Jahre, Frauen: 68 Jahre).

Amtssprachen sind Tuvaluisch und Englisch, die beide auf allen Inseln vertreten sind. Zusätzlich werden auch Samoanisch sowie auf dem Nui-Atoll Kiribati (Gilbertesisch) gesprochen.

Das Tuvaluische ist eine polynesische Sprache, die in verschiedenen Inseldialekten gesprochen wird und keine einheitliche Schriftform kennt. Das Englische wurde durch die britische Kolonisierung auf die Inseln gebracht.

Tuvalu bedeutet auf Tuvaluisch „acht zusammengehörend“, in Bezug auf die acht Inseln, aus denen Tuvalu geographisch besteht. Nach dem Beitritt von Niulakita zum Inselverband in den 1950ern war der Name nicht mehr stimmig. Daher gab es des Öfteren die Diskussion, das Land umzubenennen in „Tuiva“, wobei „iva“ für neun steht.

Staatskirche in Tuvalu ist per Gesetz die Ekalesia Kelisiano Tuvalu, die in kongregationalistischer Tradition steht und seit 1968 unabhängig ist. Ihr gehören rund 86 Prozent der Bevölkerung an. Kleine religiöse Minderheiten bilden die Brethren (2,8 Prozent), Siebenten-Tags-Adventisten (2,5 Prozent), Bahai (1,5 Prozent), Zeugen Jehovas (1,5 Prozent), Angehörige der Assemblies of God (1,5 Prozent), Mormonen (0,9 Prozent) und Katholiken (0,5 Prozent).

Sprachforscher halten eine Besiedlung vor etwa 2000 Jahren für wahrscheinlich, die vor allem von den Inseln Tokelau und Samoa aus durch Polynesier erfolgte.

Der erste europäische Entdecker war Álvaro de Mendaña de Neyra aus Spanien. Er segelte 1567/68 westwärts über den Pazifik, sichtete die Insel Nui und nannte sie damals Isla de Jesús. In der Folgezeit wurden die Inseln von Tuvalu eher zufällig entdeckt und nicht weiter von ihren Entdeckern beachtet. 1819 entdeckte der US-Amerikaner Arent de Peyster, Kapitän eines britischen Handelsschiffes, die Insel Funafuti und nannte sie Ellice Island, zu Ehren des Kaufmanns und Besitzers der Fracht Edward Ellice. Später fand die Bezeichnung Ellice Islands Gebrauch für die gesamte Inselkette.

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