Trondheim (norwegisch [ˈtrɔnhajm] oder [ˈtrɔnjæm] , früher Trondhjem geschrieben, deutsch veraltet Drontheim) liegt an der Mündung des Flusses Nidelv in der Provinz (Fylke) Trøndelag in Norwegen und wurde 997 als Nidaros gegründet. Trondheim ist mit 218.460 Einwohnern (Stand 1. Januar 2026) nach Oslo und Bergen die drittgrößte Kommune des Landes. Mit einer Gesamtfläche von 529 Quadratkilometern umfasst sie neben dem Stadtgebiet seit 1964 die umliegenden Siedlungen.
Trondheim ist Sitz der Provinzregierung für Trøndelag und des Bistums Nidaros, in dem auch der Präses der Norwegischen Kirche angesiedelt ist. Ein großer Teil der 30.000 in Trondheim lebenden Studenten ist an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität (NTNU) immatrikuliert. Das Universitätskrankenhaus St. Olavs Hospital beschäftigt etwa 10.000 Personen und hat eine Reihe von nationalen Spezialistenfunktionen.
Trondheim ist das Zentrum für den Einzelhandel und für die öffentliche Verwaltung von ganz Mittelnorwegen. Viele Betriebe in der Stadt bauen auf Technologie, die in Zusammenarbeit mit den Forschungsgemeinschaften an der Technischen Universität entwickelt worden ist.
Mit dem Flugplatz Værnes, mit Bahnverbindungen vor allem von SJ Norge in Richtung Oslo, Bodø und Storlien (Schweden) sowie mit dem Hurtigruten-Kai ist Trondheim ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den ganzen nördlichen Teil von Norwegen.
Die Stadt hat ein reiches Kulturangebot und ist unter anderem Sitz des Trøndelag-Symphonieorchesters, des Trøndelag-Theaters und der regionalen Jazzszene Dokkhuset. Eine Reihe von Museen und Galerien vermittelt bildende Kunst und Geschichte. Der in Trondheim ansässige Fußballklub Rosenborg Ballklub hat sich mehrmals für die UEFA Champions League qualifiziert.
Der mittelalterliche Name der Stadt Niðaróss ist aus dem Flussnamen Nið und altwestnordisch óss „Mündung“ zusammengesetzt und bedeutet also „Mündung des Nið“. Im Spätmittelalter verbreitete sich der Name Kaupangen i Trondheimen „Handelsplatz in Trondheim“, was in der offiziell gebräuchlichen dänischen Sprache zu Trondhjem verkürzt und danisiert wurde. Daneben war nach den Münzinschriften auch der Name Nidernes in Gebrauch.
Seit Erlangung der vollständigen norwegischen Unabhängigkeit im Jahr 1905 bemühten sich nationalistische Kreise überall im Land darum, dänische Namen durch die mittelalterlichen norwegischen Formen zu ersetzen (so geschehen im Fall von Oslo). Auf Betreiben des Kulturvereins Noregs Ungdomslag („Norwegische Jugendgruppe“) verabschiedete das norwegische Parlament schließlich 1929 ein Gesetz, wonach die Stadt zum 1. Januar 1930 in Nidaros zurückbenannt wurde. Diese ohne Einbindung der direkt Betroffenen vollzogene Umbenennung führte in Trondheim zu einem Proteststurm bei Bevölkerung und Stadtregierung. Es kam zudem zu einem Pressekrieg zwischen der neu gegründeten Zeitung Nidaros unter Håkon Løken und dem traditionsreichen Adresseavisen.
Das Parlament sah sich gezwungen, seine ursprüngliche Entscheidung zu modifizieren, und stimmte schließlich einem Kompromissvorschlag des Trondheimer Kaufmanns Ivar Lykke zu. Statt des danonorwegischen Namens Trondhjem plädierte Lykke für die neunorwegisierte Form Trondheim (mit dem für das Nynorsk typischen Diphthong -ei-). Die Niederlage von Nidaros führte zu einem Anzeigenboykott, der bis zur deutschen Besatzung 1940 andauerte. Der Name Trondheim gilt offiziell seit dem 6. März 1931, doch ist bis heute auch das ältere Trondhjem in Gebrauch.
Der Stadtrat als oberstes kommunales Organ setzt sich aus 67 Personen zusammen. Die letzte Kommunalwahl fand am 11. September 2023 statt.
Trondheim liegt an der Mündung des Flusses Nidelva auf der Position 63 Grad 25' nördlicher Breite und 10 Grad 24' östlicher Länge. Der Stadtkern liegt auf einer Halbinsel, die im Norden vom Trondheimsfjord und im Osten und Süden von der Nidelva begrenzt ist. Der Innenstadtbereich liegt auf einer nach Norden offenen Ebene, die im Osten und Westen von Hügelland mit Gipfeln von 250 bis 550 Metern Höhe abgegrenzt wird. Im Süden steigt die Ebene zum höher gelegenen Heimdalsplateau an.
Der Stadtkommune Trondheim wurden im Jahre 1964 die Landgemeinden Strinda, Byneset, Tiller und Leinstrand, die im Laufe der Jahre zu einem Teil des Stadtgebietes wurden, angegliedert. 2020 kam die Gemeinde Klæbu hinzu. Die Fläche der heutigen Kommune Trondheim umfasst 342,4 Quadratkilometer. In den Randbezirken der Kommune liegen große Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden, insgesamt etwa 17 % des Gesamtareals. Ungefähr 33 % des Gesamtareals der Kommune sind Waldbestände.
Die Einwohnerzahl beträgt 218.460 (Stand 1. Januar 2026) und lag am 1. Januar 2001 bei 150.166 (noch ohne das zu 2020 eingegliederte Klæbu). Die Bevölkerungsentwicklung erklärt sich aus der guten Arbeitsmarktlage in der Stadt und dem Wunsch der Bevölkerung nach einem vielseitigen Dienstleistungs- und Kulturangebot. Zu der gemeldeten Einwohnerzahl kommen noch etwa 15.000 Studenten, die in anderen Kommunen gemeldet sind. Insgesamt studieren etwa 30.000 Studenten in Trondheim, sodass etwa jeder sechste Einwohner der Stadt Student ist.
Das Klima in Trondheim ist im Verhältnis zum übrigen Mittelnorwegen mild und feucht. Die Stadt liegt unter dem Einfluss der Polarklimazone im Norden und der gemäßigten Klimazone im Süden. Von Westen her liegt die Stadt unter Einfluss des Westwindgürtels der nördlichen Hemisphäre. Auf diese Weise ist das Wetter in Trondheim wenig stabil.
Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 5,3 Grad, im Januar bei −3,1 und im Juni bis August bei 13,7 Grad. Der Tiefstwert der Temperatur wurde 1899 mit −26,1 und der Höchstwert 1901 mit 35,0 Grad gemessen. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 892 mm (1961–1990) und die Stadt hat im Durchschnitt 200 Tage mit Niederschlägen. Etwa 70 bis 100 Tage liegt in Trondheim Schnee.
Trondheim hatte vor 2005 die sechs Stadtteile Sentrum, Strinda, Byåsen, Nardo, Saupstad und Heimdal. Am 1. Januar 2005 wurde eine neue Stadtgliederung, basierend auf der Organisation der NAV, eingeführt. Trondheim gliedert sich seitdem in vier Stadtteile. Im Einzelnen:
Etwa ab dem Jahr 950 gibt es Spuren eines Handelsplatzes auf der Halbinsel zwischen dem Fjord und der Mündung des Flusses Nidelva. Im Jahre 997 wurde Trondheim dort von König Olav I. Tryggvason als Stadt gegründet. Durch die günstige, leicht zu verteidigende Lage und den natürlichen Hafen an der Flussmündung konnte sich die Stadt zu einem blühenden Handelszentrum für die Region Trøndelag entwickeln. Trondheim war im Mittelalter Sitz des Königs und damit Hauptstadt Norwegens.
Trondheim war im Mittelalter auch das religiöse Zentrum des Landes und ein wichtiger Wallfahrtsort für Nordeuropa. Die Grundlage für die Wallfahrten war die Olavs-Tradition. Olav II. Haraldsson hatte versucht, das Land unter sich als christlichem König zu einigen, war aber im Jahre 1030 bei der Schlacht bei Stiklestad (im heutigen Verdal) geschlagen und tödlich verletzt worden. Schon im darauffolgenden Jahr wurde er heiliggesprochen und Wallfahrten zu seinem Schrein begannen. Seine Anhänger hatten seine sterblichen Überreste in das etwa 70 km südwestlich gelegene Trondheim überführt. Sie wurden zuerst in der von Olav Trygvasson gebauten Klemenskirche aufbewahrt und kurz darauf in die Christuskirche, den späteren Nidarosdom, überführt. 2016 fand ein Archäologenteam des Norsk institutt for kulturminneforskning (NIKU) die Reste der Klemenskirche, in der Olav heiliggesprochen wurde. Adam von Bremen schrieb, der Pilgerweg zum Nidarosdom habe im Oslofjord begonnen. Man sei von dort entweder mit dem Schiff nach Trondheim gefahren oder habe den beschwerlicheren Landweg genommen.
Im Jahre 1050 wurde Trondheim Bischofssitz unter dem Erzbistum Bremen. Die Kirche hatte nun bedeutende Einnahmen durch den Kirchenzehnten und eigenen Landbesitz. Zum Umsatz dieser Waren baute man die Handelsverbindungen von Trondheim nach Nordeuropa aus. Dies führte zu einem ständigen Wachstum der Stadt.