Trevor Wallace Howard (* 29. September 1913 in Cliftonville, Kent, England; † 7. Januar 1988 in Bushey, Hertfordshire) war ein britischer Theater- und Filmschauspieler. Howard zählte jahrzehntelang zu den profiliertesten englischsprachigen Charakterdarstellern und war in zahlreichen Filmklassikern zu sehen.
Trevor Howards Vater war Engländer, seine Mutter Kanadierin schottischer Abstammung. Kurz nach seiner Geburt siedelten seine Eltern nach Colombo auf Ceylon über. Hier wuchs er bis zu seinem achten Lebensjahr auf. Danach besuchte er in England das Clifton College, wo Michael Redgrave einer seiner Schulkameraden war. Nach seiner Schulzeit besuchte Howard die Londoner Royal Academy of Dramatic Art und erregte Aufsehen, als er im Abschlussjahr eine Hauptrolle auf einer Londoner Bühne spielte. Bis zum Kriegsbeginn stand er fast ausschließlich in klassischen Rollen auf verschiedenen Londoner Bühnen, schließlich am Old Vic und ab 1939 war er Mitglied des Shakespeare-Ensembles in Stratford-upon-Avon.
Im Zweiten Weltkrieg diente er als Fallschirmjäger in Norwegen und auf Sizilien. Er war von 1944 bis zu seinem Tod mit der Schauspielerin Helen Cherry verheiratet.
Trevor Howards Karriere umspannt eine weite Rollenfachentwicklung. Zu Beginn seiner filmischen Laufbahn ist er zunächst häufig als britischer Offizier zu sehen, in den fünfziger Jahren auch als romantischer Held. Danach kristallisierte sich immer stärker sein Talent für gebrochene Helden und abgründige Charaktere heraus, darunter Rollen, in denen die Schwächen des Charakters mit seinem letztendlichen kläglichen Scheitern untrennbar verbunden zu sein scheinen. Mit zunehmendem Alter und der sich immer stärker ausprägenden knorrigen Physiognomie skizziert er komische, kauzige Alte und absonderliche Charakterfiguren sowie starke Zeichnungen historischer Figuren, so zum Beispiel:
Im Filmklassiker Der dritte Mann (1949) spielte Trevor Howard den britischen Major Calloway.
In der Graham-Greene-Verfilmung Das Herz aller Dinge (The Heart of the Matter) (1953) mit Maria Schell war er der fehlbare Hartry Scobie.
In Lewis Milestones Remake Meuterei auf der Bounty (Mutiny on the Bounty) (1962) spielte er die Rolle des Captain Bligh an der Seite von Marlon Brando.
In Colonel von Ryans Express (Von Ryan’s Express) (1965) von Mark Robson drehte er an der Seite von Frank Sinatra.
In Ryans Tochter (1970) von David Lean war er der Bauernpriester Father Collins.
In Ludwig II. (1972) stellte er unter Luchino Viscontis Regie Richard Wagner als ebenso genialen Komponisten wie fehlerhaften Charakter dar.
In Gandhi (1982) von Richard Attenborough spielte er die Nebenrolle des Richters Broomfield.
Terence Pettigrew: Trevor Howard: A Personal Biography. UK bOOK 2001.
Vivienne Knight: Trevor Howard: A Gentleman and a Player. Frederick Muller Ltd 1986.
Michael Munn: Trevor Howard: The Man and His Films. Robson Books Ltd Juni 1989.