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Toto (Sportwette)

Sportwette im Fußball

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Unter Toto versteht man vorwiegend Sportwetten, die sich auf die Sportart Fußball beziehen und als Auswahlwette sowie Ergebniswette zusammengefasst sind. Die Bezeichnung existiert jedoch auch für Wetten auf andere Sportereignisse wie Pferderennen (Rennquintett).

Der Begriff leitet sich vom französischen totalisateur, das als Fremdwort Totalisator im deutschsprachigen Raum Eingang gefunden hat, ab. Damit war die amtliche Wettstelle von Pferderennplätzen gemeint, bei der sämtliche Wetten gebucht und überwacht werden. Im 20. Jahrhundert wurde daraus die Kurzbezeichnung Toto. Fußball-Toto wird in England bereits seit 1921 angeboten. 1934 wurde in Schweden ein staatliches Unternehmen zur Durchführung von Toto-Wetten gegründet; die Ausschüttungsquote an die Spieler betrug dabei 50 %. In Deutschland besteht Fußballtoto seit 1948. Ein Jahr später führte auch Österreich diese Sportwette ein.

Nach West-Deutschland kam die Sportwette nach dem Zweiten Weltkrieg, als es keine staatlichen Mittel zur Förderung des Sports gab. Die Sportverbände initiierten die Gründung der staatlichen Fußball-Toto-Gesellschaften. Beginnend mit der Staatlichen Bayrischen Fußballtoto am 27. April 1948 bis 1949 wurden diese in allen Bundesländern gegründet. Anfang der 1950er Jahre bildeten sich erste Zusammenschlüsse: der Nord-Süd-Block (Berlin, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern) und der Süd-West-Block (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz).

Am 11. November 1956 übernahmen alle Toto-Lotto-Gesellschaften mit der Gründung des Deutschen Totoblocks als Ergebniswette die Zwölferwette, 1959 wurde auf die Dreizehnerwette mit zunächst sechs (und ab 1961 vier) Gewinnrängen umgestellt. 1967 kehrte man zur Zwölferwette anstelle der Neunerwette und der Dreizehnerwette zurück. 1969 kam dann die Elferwette, 2004 dann wieder die Dreizehnerwette. Auch landesspezifisch gab es diverse unterschiedliche Spielformeln.

Die Auswahlwette hat eine ähnlich wechselvolle Geschichte. Am 7. Oktober 1962 wurde die Auswahlwette mit der Spielformel „6 aus 36“ und vier Gewinnrängen eingeführt. Ab dem 19. Januar 1964 galt dann die Spielformel „6 aus 39“ mit fünf Gewinnrängen. Am 1. Januar 1975 wurde die Auswahlwette 6 aus 45 eingeführt und ermöglichte das Tippen von sechs aus 45 Spielpaarungen. Gewertet wurden nun die sechs torreichsten unentschiedenen Begegnungen, ausgewählt werden gemäß der Spielformel die Spiele mit der niedrigsten Tordifferenz, beginnend bei den unentschiedenen Spielen und dort mit den Spielen mit den meisten Toren.

Am 12. Dezember 1953 wurde durch eine staatliche Verordnung (GBl. S. 1271) die Toto-Sportwette in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) eingeführt. Zuvor gab es immer wieder heftige Propaganda auch von Seiten der Sowjetunion gegen die Toto-Fußballwetten in Westdeutschland. Verantwortlich für die Toto-Sportwetten in der DDR war der VEB Sporttoto mit Sitz in Ost-Berlin, der unmittelbar unter der Aufsicht des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport beim Ministerrat unterstellt war. Die Annahmestellen unterstanden den Bezirksstellen. Die Aufteilung der Wetteinlagen war wie folgt vorgesehen: 55 % an Toto-Spieler, 25 % für den Sport, 10 % als Steuereinnahmen, 7,5 % als Provision für die Annahmestellen, 1,5 % für Verwaltungskosten und Werbung und 1 % für einen Sicherheitsfonds.

Im wiedervereinigten Deutschland sind Sportwetten wegen des Glücksspielmonopols nur durch die staatlichen Lotteriegesellschaften im Deutschen Lotto- und Totoblock legal. Einige Wettbüros und -gesellschaften besitzen jedoch noch die 1990 in den letzten Monaten der DDR ausgestellte Lizenzen für private Sportwettenanbieter, über deren weitere Gültigkeit bislang keine abschließende juristische Bewertung vorliegt. Eine lange erwartete Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 29. März 2006 brachte nicht die gewünschte Klarheit, da die Legitimität des staatlichen Sportwettenmonopols davon abhänge, dass sich die staatlich lizenzierten Anbieter (Oddset) wegen der von der „Wettleidenschaft“ ausgehenden Gefahren in ihrer Eigenwerbung künftig sehr stark zurückhalten. Inwieweit Oddset diesen Auflagen tatsächlich nachgekommen ist, wurde insbesondere im Zusammenhang mit den Aktivitäten bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland bezweifelt.

Auf dem entsprechenden Spielschein werden bei der Ergebniswette auf elf bzw. 13 (Elferwette, Dreizehnerwette) Spielpaarungen getippt, indem entweder die 1 (= Gewinn der Heimmannschaft), 2 (= Gewinn der Gastmannschaft) oder 0 (= unentschieden) angekreuzt wird. Bis in die 1960er Jahre wurden vom Wettenden zum Teil die Ziffern 0, 1, 2 mit dem Stift eingetragen. Die jeweiligen Spielpaarungen waren anfangs mit auf den Spielscheinen abgedruckt, seit Ende der 1960er Jahre listet sie der Veranstalter auf einem kostenlosen Infoblatt.

Im Spielschein zur Auswahlwette befinden sich – ähnlich dem Lotto – Kästchen mit den Zahlen 1 bis 45, die 45 Spielpaarungen entsprechen. Der Spieler kreuzt daraus sechs Spiele an, von denen er sich einen unentschiedenen Ausgang verspricht. Dabei wertet der Veranstalter bei über sechs Unentschieden eines Spieltages diejenigen mit den meisten Toren; ein 3:3 kommt vor einem 1:1 zum Tragen. Enden weniger als sechs Spiele unentschieden, so kommen die Spiele mit der geringsten Differenz in die Wertung, wobei torreiche Spiele zuerst in die Wertung kommen, z. B. ein 3:2 kommt vor einem 2:1 zum Tragen.

Vom 10. Februar 1996 spielte man für knapp zwei Jahre bei der Auswahlwette 6 aus 45 auf die sechs torreichsten Begegnungen; seit dem 31. Januar 1998 wieder auf die unentschiedenen.

Am 23. Oktober 1949 wurde erstmals eine Toto-Runde durchgeführt. Die Sportwette war am 18. Dezember 1948 im Sporttoto-Gesetz zugelassen worden. Der erwartete Überschuss aus den Einnahmen abzüglich Gewinnausschüttungen sollte größtenteils für die Sportförderung im Land verwendet werden.

Der erste Wettbewerb führte mit 61.556 Wettscheinen zu einer Einnahme von 200.418 Schilling, der Mindesteinsatz hatte 2,20 Schilling betragen. In der ersten Runde hatte es keinen Zwölfer gegeben, aber gleich eine Woche später einen Solozwölfer, der einer Wiener Lehrerin einen Gewinn von 43.000 Schilling einbrachte. Das erste Spieljahr bestand aus 36 Wettbewerben und dauerte bis zum 23. Juni 1950.

Das Aussehen des Totoscheines hat sich geändert: bis Anfang März 1967 gab es einen dreiteiligen Schein, und man musste dreimal die Tipps eintragen. Dann wurde ab der Runde 3. bis 5. März 1967, wie es hieß, „probeweise“, das ebenso dreiteilige Formular mit Karbondurchschlag eingeführt, u. zw. dauerte diese Neuerung 20 Monate lang, und ab der 45. Totorunde 1968 (7. bis 10. November) gab es den zweiteiligen Durchschreibewettschein und die Ermittlung der Gewinne im Mikrofilmverfahren.

In den Anfangsjahren waren zusätzlich drei Ersatztipps möglich, bei denen aber auch Begegnungen anderer Ballsportarten angeführt waren. Heute gibt es zwei verschiedene Varianten von Toto: Das klassische Toto und Extra Toto. Am 23. Oktober 2009 feierte Toto seinen 60. Geburtstag. Zum Jubiläum gab es in den Toto Runden 43 bis 48 die Toto Jubiläumsrunden, bei denen die Zwölferrangsumme jede Woche um 60.000 Euro aufdotiert wurde.

Jede Runde besteht aus achtzehn verschiedenen Spielpaarungen, wovon fünf sogenannte „Fixspiele“ sind, auf die jedenfalls getippt werden muss. Aus den restlichen „Wahlspielen“ werden acht weitere Fußballspiele gewählt. Ziel von Toto ist es, den Ausgang dieser insgesamt dreizehn Spiele korrekt vorauszusagen. Dabei sind drei Ausgänge möglich: Sieg der Heimmannschaft (1), Sieg der Gastmannschaft (2) oder ein Unentschieden (X). Ein Tipp kostet 0,70 Euro.

Da üblicherweise zwei Totorunden pro Woche angeboten werden, tragen jene Runden mit Spielen, die unter der Woche ausgetragen werden, die Bezeichnung „Runde A“, analog dazu werden Spielrunden am Wochenende als „Runde B“ geführt.

Bei der „Torwette“ kann auf das genaue Endergebnis (z. B. 0:0, 0:1, 2:1 etc.) der Fixspiele gewettet werden. Die Teilnahme an der Torwette erfordert das Spielen von zumindest einem Toto-Tipp. Hauptgewinn ist dabei der „Hattrick“, bei dem alle dreizehn Spielausgänge inkl. der Torwette richtig getippt werden müssen. Ein Tipp kostet 1,00 Euro. Der garantierte Mindestgewinn für einen „Hattrick“ liegt pro Runde bei EUR 100.000,--.

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